Neben dem neuen Lehrjahr, von dem ich hier schon berichtet habe, ist bei uns noch eine zweite Gruppe gestartet: eine neue BVB-Reha. Zeit, kurz zu erklären, was das eigentlich ist – und warum die ersten zwei Wochen bewusst noch keine "richtige" Ausbildung sind.
BVB-Reha steht für Berufsvorbereitende Bildungsmaßnahme für Rehabilitandinnen und Rehabilitanden. Anders als unsere reguläre Ausbildung ist das noch keine Ausbildung im eigentlichen Sinn, sondern eine Maßnahme davor: Menschen, die aus gesundheitlichen oder anderen Gründen noch nicht sicher wissen, ob und in welchem Beruf sie eine Ausbildung schaffen können, bekommen hier Zeit und Begleitung, das herauszufinden – bei uns eben im Garten- und Landschaftsbau.
Das Ziel ist nicht, möglichst schnell in eine Ausbildung zu drängen, sondern erst einmal eine fundierte, gemeinsame Einschätzung zu bekommen: Passt der Beruf, passen die körperlichen und psychischen Voraussetzungen, und was braucht die einzelne Person, um erfolgreich zu sein?
Auch eine BVB-Reha beginnt bei uns nicht direkt mit Beeten und Werkzeug, sondern mit einer zweiwöchigen Ankommensphase. In dieser Zeit geht es zunächst darum, im Betrieb und in der Gruppe anzukommen, ohne gleich unter Leistungsdruck zu stehen.
Parallel dazu laufen bei uns verschiedene Tests, mit denen wir uns ein erstes, differenziertes Bild machen: Deutsch, Mathe, Allgemeinwissen, Teambildung und Geschick. Die Ergebnisse fließen direkt in die weitere Planung der Maßnahme ein – wie viel Zeit jemand für welche Bereiche braucht, wo besondere Förderung sinnvoll ist, und wie der weitere Weg über die BVB-Reha hinaus aussehen könnte.
Gerade bei einer BVB-Reha ist die Ankommensphase aus meiner Sicht besonders wichtig. Die Menschen, die zu uns kommen, haben oft schon Umwege, Brüche oder gesundheitliche Rückschläge hinter sich. Wer hier gleich mit Prüfungsdruck empfangen wird, zieht sich eher zurück, als sich zu zeigen.
Deshalb nehmen wir uns die Zeit, erst einmal zuzuhören und zu beobachten, bevor wir bewerten. Die Tests sind dabei ein Werkzeug unter mehreren – am Ende zählt für mich vor allem, ob jemand nach diesen zwei Wochen das Gefühl hat: Hier darf ich so ankommen, wie ich gerade bin.
Richtig spannend wird es aus meiner Sicht direkt im Anschluss an die Ankommensphase. Denn dann geht es für die Teilnehmerinnen und Teilnehmer weiter mit einer Runde durch unsere verschiedenen Gewerke: Garten- und Landschaftsbau, Hauswirtschaft, Verkauf und Büromanagement.
Statt sich nach zwei Wochen und ein paar Tests direkt auf einen Bereich festlegen zu müssen, bekommt jede und jeder die Gelegenheit, in mehrere Berufsfelder tatsächlich hineinzuschnuppern – mit den eigenen Händen, nicht nur auf dem Papier. Gerade wenn jemand vorher noch nie im Freien mit Werkzeug gearbeitet hat oder umgekehrt lieber im Haus als draußen ist, macht das oft erst den entscheidenden Unterschied: Aus einer vagen Vermutung wird eine echte Erfahrung, auf deren Grundlage die spätere Wahl des Ausbildungsbereichs viel sicherer steht.
Auch hier gilt dieselbe Regel wie bei allem, was ich über meine Arbeit schreibe: Ich berichte über Verfahren und Abläufe, nicht über einzelne Teilnehmerinnen und Teilnehmer. Keine Namen, keine erkennbaren Details – das bleibt hier draußen.
Eine BVB-Reha beginnt langsamer als eine reguläre Ausbildung, und das ist Absicht. 14 Tage Ankommensphase mit Tests in Deutsch, Mathe, Allgemeinwissen, Teambildung und Geschick legen den Grundstein dafür, dass die folgende Gewerke-Runde durch GaLaBau, Hauswirtschaft, Verkauf und Büromanagement zur jeweiligen Person passt – statt sie in ein starres Schema zu pressen. Ich bin gespannt, wie sich diese Gruppe entwickelt, und berichte weiter, sobald es aus dem Alltag etwas zu erzählen gibt.
Dieser Artikel wurde von Gartenwerker erstellt. Danke fürs Lesen!
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