Erste Woche BVB-Reha – Regeln, Handy und ein neues Team
Die ersten Tage in einer BVB-Reha sind für viele Teilnehmerinnen und Teilnehmer eine größere Umstellung, als man von außen vermuten würde. Nach der zweiwöchigen Ankommensphase, über die ich hier schon berichtet habe, zeigt sich jetzt in der ersten richtigen Woche: Es geht nicht nur um einen neuen Ort und neue Gesichter, sondern auch um ganz neue Strukturen und Regeln, an die man sich erst gewöhnen muss.
Ein Team, das man vorher so nicht kennt
In der BVB-Reha kümmert sich nicht nur ein Ausbilder um die Teilnehmenden, sondern ein ganzes Team aus verschiedenen Professionen: Ausbilder, Sozialpädagoginnen und Sozialpädagogen, Psychologinnen und Psychologen sowie die Berufsberatung sind eingebunden und begleiten jede und jeden Einzelnen aus ihrer jeweiligen Fachrichtung. Für die meisten TN ist das völlig neu – aus der Schule oder aus vorherigen Stationen kennen sie in der Regel höchstens ein, zwei feste Ansprechpartner. Jetzt kommen auf einmal mehrere unterschiedliche Personen mit unterschiedlichen Zuständigkeiten dazu.
Das klärt sich nicht von selbst. Gerade am Anfang braucht es oft mehrere Anläufe, bis wirklich angekommen ist, wer eigentlich wofür zuständig ist: An wen wende ich mich, wenn es fachlich um die Ausbildung geht, und an wen, wenn es um persönliche Themen geht? Dieses Zurechtfinden im neuen Betreuungsnetzwerk ist selbst schon ein Stück Ankommen – und braucht Zeit. Wer mehr über den rechtlichen Rahmen und die beteiligten Professionen der BVB-Reha wissen möchte, findet Hintergründe dazu im Gartenwerker-Wiki.
Pünktlichkeit und Handy – kleine Regeln, große Wirkung
Neben dem neuen Team sind es oft die ganz praktischen Regeln, die in der ersten Woche für die meiste Umstellung sorgen. Zwei Beispiele, die uns diese Woche wieder begegnet sind: Pünktlichkeit und der Umgang mit dem Handy.
Für viele TN ist es zunächst ungewohnt, Tag für Tag zu einer festen Uhrzeit an einem festen Ort zu sein – ohne Ausnahme. Genauso ungewohnt ist es, das Handy für mehrere Stunden am Stück in der Tasche zu lassen. Was für uns Ausbilder selbstverständlich zum Arbeitsalltag gehört, ist für manche TN eine der ersten wirklich spürbaren Veränderungen gegenüber ihrem bisherigen Alltag.
Wenn Eingewöhnung mit dem eigenen Handicap zusammenhängt
Nicht jede Schwierigkeit in dieser ersten Woche hat mit Unlust oder fehlendem Willen zu tun. Bei einem Teil der TN hängen die Eingewöhnungsprobleme erkennbar mit genau den Handicaps zusammen, die überhaupt erst der Grund dafür sind, dass sie bei uns in der BVB-Reha und nicht in einer regulären Ausbildung sind. Konzentration über einen längeren Zeitraum, das Einhalten fester Abläufe oder der Umgang mit ungewohnten sozialen Situationen fallen je nach Handicap ganz unterschiedlich schwer.
Weil das ein Thema für sich ist, das mehr Platz verdient als ein einzelner Absatz, gehe ich in meinem nächsten Beitrag genauer auf die verschiedenen Handicaps ein, mit denen unsere TN zu uns kommen, und was das konkret für den Ausbildungsalltag bedeutet.
Wie immer: allgemein, nicht über Einzelpersonen
Auch hier gilt dieselbe Regel wie bei allem, was ich über meine Arbeit schreibe: Ich berichte über Verfahren und Abläufe, nicht über einzelne Teilnehmerinnen und Teilnehmer. Keine Namen, keine erkennbaren Details – das bleibt hier draußen.
Fazit
Die erste Woche einer BVB-Reha ist selten die Woche, in der schon fachlich viel passiert – sie ist die Woche, in der ein neues Unterstützungsnetzwerk und neue feste Regeln zum ersten Mal wirklich spürbar werden. Beides braucht Zeit, und Rückschritte gehören dazu. Im nächsten Beitrag schaue ich mir genauer an, welche Handicaps unsere TN mitbringen und wie sich das im Alltag zeigt.
Dieser Artikel wurde von Gartenwerker erstellt. Danke fürs Lesen!