Herbstarbeiten im Garten – was jetzt dran ist und was Sie ruhig liegen lassen können

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Der Herbst hat einen schlechten Ruf als Aufräumzeit: Laub rechen, alles abschneiden, Garten „winterfest" machen. Dabei ist er für uns im Garten- und Landschaftsbau vor allem Pflanzzeit und Vorbereitungszeit. Und manches, was nach Arbeit aussieht, erledigt man am besten gar nicht. Hier ist mein Überblick, was jetzt sinnvoll ist, was Zeit hat und was besser liegen bleibt.

Wichtig vorab: Das sind allgemeine Hinweise. Boden, Lage, Pflanzen und Wetter sind überall anders. Im Zweifel lieber einmal bei einer Gärtnerei oder Baumschule nachfragen.


1. Laub: nicht alles muss weg

Laub ist kein Abfall, sondern Material. Der NABU rät ausdrücklich, die Blätter nicht überall zu entfernen. Es gilt eine einfache Faustregel:

  • Wege, Treppen und Terrassen: Laub räumen. Nasses Laub auf Pflaster ist rutschig und ein echtes Unfallrisiko.

  • Rasen: Laub regelmäßig abrechen, am besten einmal pro Woche. Eine dicke Laubschicht nimmt dem Rasen Licht und Luft und kann Fäulnis fördern.

  • Beete, unter Sträuchern und Bäumen: Laub liegen lassen. Es dient als Mulchschicht, schützt vor Frost und wird nach und nach zu Humus.

  • Eine ruhige Ecke: Ein zusammengerechter Laubhaufen ist ein Winterquartier für Igel, Insekten und die Larven vieler Schmetterlinge.

Der NABU bittet außerdem darum, auf Laubsauger möglichst ganz zu verzichten, weil sie Kleinlebewesen mit einsaugen und zerkleinern. Besen und Rechen sind die bessere Wahl. Wer wenig Platz hat, kompostiert das Laub oder gibt es in die Biotonne. Wer doch mit einem Laubbläser arbeitet, trägt Gehörschutz.


2. Rasen: ein letzter Schnitt und etwas Dünger

Der Rasen wächst jetzt langsamer. Was sich bewährt hat:

  • Mähen: Die Abstände werden größer, der letzte Schnitt liegt etwa Mitte Oktober und sollte vor dem ersten Frost erfolgen. Eine Schnitthöhe von etwa 4 bis 5 cm hält den Rasen belastbar und lässt trotzdem genug Licht an die Halme.

  • Düngen: Ein Herbstdünger enthält wenig Stickstoff und viel Kalium. Kalium stärkt die Zellwände und hilft dem Rasen, Kälte und Trockenheit besser zu überstehen. Als Zeitraum werden September bis November genannt.

  • Vertikutieren und Nachsaat: Das gehört in den Spätsommer oder Frühherbst, solange der Rasen noch wächst. Lücken schließt man idealerweise im September. Wer es jetzt im Oktober noch nicht erledigt hat, wartet besser bis zum Frühjahr.


3. Pflanzen: der Herbst ist Pflanzzeit

Im Oktober und November sind die Bedingungen oft ideal: Die Luft wird kühler, der Boden hat noch Wärme gespeichert, und die Pflanzen können vor dem Winter anwurzeln. Im Frühjahr treiben sie dann kräftig aus.

  • Bäume und Sträucher: Wurzelnackte Gehölze (Laub abwerfend, im Ruhezustand) pflanzt man im Herbst, am besten zwischen Oktober und November. Containerware lässt sich dagegen fast das ganze Jahr pflanzen, solange der Boden nicht gefroren ist.

  • Stauden: Die meisten Stauden lassen sich bis in den November hinein pflanzen, auch teilen und umsetzen.

  • Zwiebelblumen: Tulpen, Narzissen, Hyazinthen und Krokusse gehören jetzt in die Erde, bis in den November hinein. Je früher, desto besser kommen sie durch den Winter.

  • Der richtige Tag: Ein trockener Tag ohne Frost. Der Boden sollte weder gefroren noch zu nass sein.

Wer pflanzt, achtet auch auf die Pflanzenauswahl. Nicht jede gebietsfremde Art ist harmlos. Zu den Einschätzungen des Bundesamts für Naturschutz gibt es im Gartenwerker-Wiki einen eigenen Artikel (Link unten).


4. Schnitt: Was seit dem 1. Oktober wieder geht

Für Hecken, Gebüsche und andere Gehölze gilt eine Schutzfrist: Nach § 39 Abs. 5 Bundesnaturschutzgesetz ist es vom 1. März bis zum 30. September verboten, sie abzuschneiden, auf den Stock zu setzen oder zu beseitigen. Erlaubt bleiben in dieser Zeit schonende Form- und Pflegeschnitte, um den Zuwachs zu entfernen oder Bäume gesund zu halten.

Seit dem 1. Oktober ist die Sperrfrist vorbei. Das heißt aber nicht, dass man jetzt wahllos kürzen sollte:

  • Vorher nachsehen, ob Tiere ein Winterquartier bezogen haben.

  • Stauden stehen lassen, solange sie gesund sind. Die alten Stängel und Blätter schützen den Wurzelbereich vor Frost und dienen Insekten als Winterquartier. Zurückgeschnitten wird im Frühjahr.

  • Radikalschnitte (Auf-den-Stock-setzen) gehören in die Zeit der Vegetationsruhe, nicht in den milden Oktober.


5. Geräte: jetzt reinigen und pflegen

Wer Werkzeug im Herbst pflegt, hat im Frühjahr weniger Ärger. Das gilt für unser Gartenwerkzeug in der Ausbildung genauso wie für den eigenen Schuppen:

  • Reinigen: Groben Schmutz abbürsten, Erde und Pflanzenreste mit Wasser entfernen, gut trocknen lassen.

  • Holzstiele: Mit Seifenlauge reinigen, trocknen lassen und mit Öl einreiben. Leinöl hält das Holz elastisch.

  • Schneidwerkzeug: Scheren und Klingen nachschärfen und leicht ölen.

  • Benzingeräte: Tank vor dem Winter leer fahren, weil ein voller Tank über den Winter zu Startproblemen führen kann.

  • Elektro- und Akkugeräte: Netzstecker ziehen beziehungsweise Akku herausnehmen. Bei Benzinmähern zusätzlich den Zündkerzenstecker abziehen, bevor man daran arbeitet.

  • Gartenschlauch: Vollständig entleeren. Gefrierendes Wasser dehnt sich aus und kann den Schlauch sprengen.

  • Lagern: Trocken im Schuppen, in der Garage oder im Keller.

Mehr zu Pflege und Wartung der Handwerkzeuge steht im Wiki-Artikel zur Werkzeugkunde.


Der Fahrplan auf einen Blick

WannWas
Jetzt bis Mitte OktoberLetzter Rasenschnitt, Herbstdünger, Laub von Rasen und Wegen rechen
Mitte Oktober bis Anfang NovemberHauptzeit für Pflanzung von Gehölzen, Stauden, Zwiebelblumen; Hecken schneiden, wenn nötig
NovemberZwiebelblumen und Stauden letzte Chance, bei Frost aufhören; Geräte reinigen, ölen, einlagern; Gartenschlauch entleeren
Im Winter und FrühjahrStauden zurückschneiden, Laubhaufen auflösen, Kompost ausbringen

Was ich in der Ausbildung daran schätze

Herbstarbeiten haben für mich einen eigenen Wert: Man sieht der Natur beim Wechsel der Jahreszeit zu und lernt, nach dem Zeitpunkt zu arbeiten, nicht nur nach der Aufgabe. Dazu kommen klare Arbeitsschritte, sichtbare Ergebnisse und viel Praxis mit einfachem Werkzeug. Beim Umgang mit Laubbläser, Heckenschere oder Benzingeräten gilt wie immer: erst die Einweisung, dann die Maschine.


Wie immer: allgemein, nicht über Einzelpersonen

Ich schreibe hier über Fachwissen und Abläufe, nicht über einzelne Teilnehmende. Keine Namen, keine erkennbaren Details.


Mehr zum Nachlesen

Im Gartenwerker-Wiki gibt es passende Hintergründe:

  • Werkzeugkunde – Grundwerkzeuge im GaLaBau, Handhabung, Pflege und Wartung

  • Erstunterweisung – wie wir Teilnehmende vor Arbeitsbeginn unterweisen

  • BfN-Warnliste – gebietsfremde Pflanzen und ihre Einstufung durch das Bundesamt für Naturschutz

Quellen für diesen Artikel:


Fazit

Der Herbst ist keine Zeit zum Wegräumen, sondern zum Vorbereiten: Wege und Rasen vom Laub befreien, den Rest liegen lassen, pflanzen, was jetzt gut anwächst, und Geräte versorgen, damit sie im Frühjahr einsatzbereit sind. Wer dabei der Natur ein bisschen Unordnung gönnt, hilft Igeln, Insekten und dem eigenen Boden.


Dieser Artikel wurde von Gartenwerker erstellt. Danke fürs Lesen!

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