Wie so oft am frühen Morgen stellt sich einem beinahe unerwartet die Frage in den Weg, was es wohl Leckeres zum Mittagessen geben könnte. Als den einfachsten Weg hier einer befriedigenden Antwort einen Schritt näherzukommen, würde ich sagen, dass ein Blick in die Vorratskammer, den Kühlschrank und in den Garten hilfreich sein könnte.
Heute kamen dabei zusammen:
Die Mengenangaben spare ich mir, kann aber so viel verraten, dass ich in aller Regel für zwei Personen koche, wobei es gewollt ist, speziell bei einem Gericht wie dem heutigen, wenn für den Abend oder gar den nächsten Tag was übrig bleibt.
Bevor ich mich dem Gemüse zuwende, kümmere ich mich um den Strudelteig, der so einfach herzustellen ist, wie kaum ein anderer Teig. Wem es trotzdem zu kompliziert aussieht, der kauft sich beim Türken dünne Teigplatten, wie sie zum Beispiel für die Herstellung von Baklava genutzt werden.
Ich mische 300g. Mehl mit etwas Salz, einem Schuss Olivenöl und etwas lauwarmen Wasser. Es soll ein geschmeidiger Teig entstehen. Den stelle ich danach abgedeckt an einen warmen Ort.
Jetzt putze ich das Gemüse (ohne Mangold) und schneide alles (mit der Küchenhobel) in Streifen, wie es auf dem Bild gut zu erkennen ist. Jetzt offenbaren sich mir zwei Möglichkeiten. Entweder ich schwitze das Ganze im Wok oder einer großen Pfanne mit etwas Butter oder Gee an und lasse es bei niedriger Hitze und mit Decke leicht angaren oder ich blanchiere das Gemüse in kochendem Salzwasser. Ich persönlich bevorzuge letztere Variante, da das Fett hier kaum als Geschmacksträger dient. Das 1-2 Minuten gekochte Gemüse landet entweder sofort in eiskaltem Wasser oder zum Abkühlen auf einem großen Blech. Es soll auf jeden Fall noch einen festen Biss bewahren.
Anschließen wende ich mich meinem Teig zu, bestreiche die Oberfläche ganz dünn mit Öl und beginne ihn auf einem großen Tuch (altes Betttuch) auszuziehen. Hört sich kompliziert an, doch findet ihr im Netz genügend Anleitungen. Das Resultat, wie ihr hier seht – durch den Teig sollte man die Zeitung lesen können. Aber, wie erwähnt – der nächste türkische Lebensmittelladen ist sicherlich nicht fern. Danach verteile ich mein Gemüse (unbedingt vorher mit Salz, Pfeffer, Muskat und geriebenem Knoblauch würzen) auf dem Teig. Anschließend greife ich zu den oberen Spitzen meines Tuches und rolle es zu einem Strudel.
Mit Ei bestreichen und bei 180° in den Backofen (Ober- und Unterhitze oder Umluft). Der Gemüsestrudel ist fertig, wenn er oben eine schöne goldbraune Farbe aufweist (circa 30 min.).
In der Zwischenzeit wende ich mich dem Mangold (Spinat) zu. Waschen, abtropfen lassen, Zwiebelwürfel und Knoblauch in etwas Butter andünsten, den noch leicht feuchten Mangold (sollten die Blätter zu groß sein, dann einfach etwas klein schneiden) zugeben, einmal durchmischen, Deckel auflegen und bei schwacher Hitze ziehen lassen. Abgeschmeckt wird er mit Salz, Pfeffer und Muskat. Die Zugabe von Crème fraîche oder Sahne bleibt jedem selbst überlassen.
Ist dann endlich der Strudel ausgebacken, der Mangold fertig gedünstet, kann das Augenmerk ganz auf das Anrichten gelenkt werden.
Guten Appetit!
Noch eine kleine Anmerkung:
Für all diejenigen, die es etwas herzhafter mögen und von der vegetarischen Variante abweichen wollen, sei gesagt, dass die Zugabe von geräuchertem Speck oder aufgeschnittenen, herzhaften Würsten dem Strudel einen vollkommen anderen Geschmack verleiht.