Oft hängt es einfach von der Zusammensetzung der Buchstaben ab.
Wenn das Etikettieren dem Sinnieren Vorrang gewähren sollte.
Was ist eigentlich das Spannende an dieser Tätigkeit des Schreibens?
Ich wende mich den trockenen Fakten zu. Im kroatischen Alphabet (übertragbar auch auf das bosnische oder serbische) stehen mir 30 Zeichen zur Verfügung. Das deutsche Pendant umfasst 26, genau wie die französische Variante, die jedoch mit 16 zusätzlichen Zeichen mehr Farbe ins Spiel bringt. Die Engländer, überraschenderweise einmal mit den Germanen im Gleichschritt, begnügen sich ebenfalls mit 26 Zeichen.
Das Fundament für ein Wort, oder gar einen Satz, ist damit zementiert. Nun gilt es lediglich aus der recht übersichtlichen Anzahl von Buchstaben diejenigen miteinander bekannt zu machen, die sich eventuell gut verstehen könnten. Optimal wäre es natürlich, aber das kommt in der Regel nicht im Minutentakt vor, es käme zwischen den Buchstaben zu dem Liebe-auf-den-ersten-Blick-Effekt.
Da schleicht sich beim unvermeidlichen Puzzle dann logischerweise auch Schlampigkeit ein (wie an meinem beruflichen Agieren in diesem Bereich zu beobachten), wenn der Sachverhalt angesichts der Recherche eigentlich greifbar auf der Hand liegt, jedoch noch möglichst zeitnah, nicht gänzlich frei von Hektik, in verwertbare Sätze gezwängt werden muss.
Die Verschwendung von EU-Geldern, indem ein Wanderweg aus einem Dorf, in dem nur noch eine einzige Person den Lichtschalter betätigen kann, vom Ortsanfang bis zur ersten Stufe der zwei Kilometer weit entfernten Kapelle asphaltiert wird. Selbiges geschieht aus dem Niemandsland heraus zu einem Bauernhof, auf dem ein alter Mann in der Einsamkeit zu versinken droht und weder über ein Auto noch einen Traktor verfügt.
Gleichzeitig geht an der Baustelle zu dem Ort, von dem sich jeden Morgen etliche Bewohner zu ihrer Arbeitsstelle aufmachen, das Geld aus und so werden von der geschotterten Fahrbahn anstatt der geplanten 3 Meter lediglich 2,20 Meter asphaltiert. Rechts und links genießt der unbefestigte Untergrund bei jedem Regenguss freien Lauf.
Dies nun in Sätze zu fassen, die weder den Redaktionsleiter noch den Lektor in die Verzweiflung treiben, lädt manchmal zur aufgebauschten Wichtigmacherei ein. Da bleibt die liebevolle Zuneigung zwischen den Buchstaben gar oft auf der Strecke.
Dann werde ich trotzdem Teil eines magischen Momentes, wenn all das so zusammenfließt, als wären die Buchstaben in der Bandbreite des Alphabets nicht ellenlang voneinander entfernt.
Es fließt nur so dahin – weil es geradewegs aus dem Herzen kommt.
Wieder zu Hause
Tür auf – Tür zu
Ein kalter Windstoß
Direkt in mein Gesicht
Mantel aus
Hektik perfekt
Ein Kuss im Vorbeiflug
Gute Laune im Überfluss
Eben noch Ruhe
Zeit zur Konzentration
Jetzt von beiden
Keine Spur
Sosehr ich sie genoss
Die Ruhe und die Einsamkeit
So bin ich doch gefangen
Von deiner Wiederkehr.
Das sind dann die Momente, wenn Lektoren und Obrigkeiten Lichtjahre entfernt sind und das beschriebene Blatt Papier auf dem Kopfkissen meiner Frau landet.
Ganz turbulent geht es gar zu, wie am letzten Donnerstag bei Kalle Banich abzulesen, wenn ich der Fantasie absolut freies Geleit gewähre. Denn die wilde Horde der Buchstaben ein wenig zu beruhigen, um zumindest die Möglichkeit offenbart zu bekommen, sie mit meinen Gedanken bekannt zu machen, das ist nicht die leichteste Übung im Hinblick auf das Pubertätsgehabe eines Alphabets.
Da geht es wild durcheinander, ich versuche möglichst das unter Kontrolle zu bringen, was bereits leichte Ermüdungserscheinungen aufweist, bin aber letztlich machtlos gegen den Spieldrang. So lasse ich sie gewähren und kontrolliere erst spät am Abend, ob sich der Buchstaben-Salat sowie meine Gedanken vorläufig verausgabt haben. Erst dann beginne ich behutsam zu ordnen.
Jeder erwartet nun eine Art Schlusswort.
Das kann ich nicht liefern, weil sich die dazu notwendigen Zeichen höchstwahrscheinlich davongeschlichen haben und neue Freundschaften auf einer fremden Weide knüpfen.
Nur das kann ich verraten – Schreiben ist einfach. Man muss sich lediglich in die zur Verfügung stehenden Buchstaben verlieben.
Wo koche ich überhaupt – und was wird serviert?
Breite Pasta mit Rosenkohl
Was soll ich groß daherreden – ich liebe es zu kochen und freue mich aufrichtig, wenn mir das mundet, was noch kurz zuvor in rohem Zustand auf dem Tisch in meiner Küche Platz genommen hat.
Wie sieht es in meiner Küche überhaupt aus? Hier ein kleiner Einblick.
Also nichts wirklich Professionelles, sondern mehr bodenständig und normal. - Und ohne Mikrowelle, Multi-Kulti-Super-Küchenmaschine oder Vorwerk Alleskönner (wie immer das Ding auch heißen mag).
Doch jetzt zu dem sättigenden Teil der Story.
Ich gare die breiten Nudeln 15 min im Salzwasser, gieße sie ab und beglücke sie mit einem Schuss Olivenöl. Zwiebel und Knoblauch werden mit Butterschmalz angeschwitzt, mit etwas Gemüsebrühe abgelöscht, um anschließend die Erbsen und die Kürbisscheiben hinzuzugeben.
Zwischenzeitlich schwitze ich den blanchierten Rosenkohl in einer Mischung aus Zwiebeln, geräuchertem Speck, Thymian, Kräutersalz und etwas Rosmarin an. Gebe ein Hauch geriebenen Muskat, etwas Pfeffer und Knoblauch bei.
Anschließend werden im Wok oder der tiefen Pfanne das Erbsen-Kürbis-Gemüse mit den Nudeln scharf angebraten und mit einem Hauch Chili versehen. Der Rosenkohl fügt sich ins Szenario und der ganze Rest ist jeden selbst überlassen. Feldsalat, Endivien, Tomaten oder Gurken - all das macht Spaß und erfreut den Gaumen.
Für die Vegetarier sei angemerkt, dass der Speck zwischen dem Rosenkohl durch Champignons ersetzt werden kann.
Guten Appetit!
Der kleine, aber feine Unterschied zwischen dem tieferen Sinn in der Lyrik im Lied oder auf dem Papier.
Am Beispiel von:
Iron Butterfly - In A Gadda Da Vida
Heute wende ich mich einem der absoluten Klassiker der Rockmusik zu, der nur aus dem Grund als solcher Karriere machen konnte, da in jenen Jahren ein Song im Radio noch in voller Länge (17 Minuten und 03 Sekunden) ausgestrahlt wurde. Heutzutage undenkbar – außer man kann in der erahnten Mitte des Songs eine Werbepause einblenden.
Iron Butterfly, eine amerikanische Rock-Formation aus San Diego, lieferten den Mammut-Song 1968 ab und setzten sich damit ein musikalisches Denkmal bis in die Ewigkeit. Was die eingefügte Lyrik betrifft, neige ich eher zu der Endlagerung im Mülleimer.
In-A-Gadda-Da-Vida (im Garten Eden), Schatz
Weißt du nicht, dass ich dich liebe?
In-A-Gadda-Da-Vida, Baby
Weißt du nicht, dass ich dir immer treu sein werde?
Oh, wirst du nicht mit mir kommen
Und meine Hand nehmen?
Oh, wirst du nicht mit mir kommen
Und durch dieses Land laufen?
Bitte nimm meine Hand.
Ich weiß es wirklich nicht, wem der Jungs diese Tiefsinnigkeit aus der Feder geflossen ist? Jedoch hätte ich dazu geraten, jenem unfassbar genialen Lyriker Papier und Tinte zu verweigern.
Bei jedem überdurchschnittlich begabten Schreiberling drängt sich mit dem Blick auf die Verkaufszahlen des Liedes die Frage auf, weshalb er seine Zeilen nicht mit Musik vereint und im Anschluss, neben dem neu eröffneten Bankkonto, das Formular zur Steuererklärung in der Schweiz ausfüllt?
Ich hätte das Lied jedenfalls auch von A bis Z auch ohne Text genossen.