Steinkreis und Grundtest – wie wir zum Ausbildungsstart Kompetenzen feststellen

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Sowohl im neuen Lehrjahr als auch in der BVB-Reha steht am Anfang nicht gleich die erste "richtige" Baustelle, sondern erst einmal eine Standortbestimmung: Was kann jemand schon, und wo stehen wir gemeinsam am Anfang? Bei uns läuft das über zwei ganz unterschiedliche Bausteine – einen praktischen und einen theoretischen.


Der Steinkreis: Handwerk pur

Der erste Baustein ist eine handwerkliche Einzelarbeit: Jede und jeder baut für sich einen Steinkreis. Bewertet wird dabei nicht nur, ob am Ende ein Kreis herauskommt, sondern wie er entsteht:

  • Maßgenauigkeit – stimmen Radius, Abstände und Fugen?

  • Umgang mit Werkzeug – wird sicher und sinnvoll gearbeitet, oder eher unsicher und suchend?

  • Geschicklichkeit – wie sauber gelingt der Umgang mit Stein und Material?

  • Sorgfalt – wird kontrolliert und nachgemessen, oder auf gut Glück gearbeitet?

  • Geschwindigkeit – wie viel schafft jemand in der zur Verfügung stehenden Zeit?

Fünf Kriterien, ein Werkstück – und ein erstes, ziemlich ehrliches Bild davon, wie jemand mit den Händen arbeitet, noch bevor die eigentliche Ausbildung im jeweiligen Gewerk beginnt.


Der Grundtest: Was an Fachwissen schon da ist

Der zweite Baustein ist ein schriftlicher Grundtest zu vier Bereichen:

  • Fachmathe – Maße, Flächen, Mengenberechnungen

  • Pflanzenkunde – Grundwissen zu Pflanzen, wie es im GaLaBau-Alltag gebraucht wird

  • Werkzeug – Kenntnis der gängigen Werkzeuge und ihrer Anwendung

  • Arbeitssicherheit – Grundregeln, die von Anfang an sitzen müssen

Der Grundtest zeigt uns, worauf wir beim theoretischen Unterricht aufbauen können und wo wir noch bei null anfangen müssen – unabhängig davon, was jemand handwerklich schon mitbringt.


Warum beides zusammen zählt

Steinkreis und Grundtest zusammen ergeben ein deutlich vollständigeres Bild als jeder der beiden Tests für sich: Wer handwerklich stark, aber fachlich noch unsicher ist – oder umgekehrt –, würde bei nur einem der beiden Verfahren falsch eingeschätzt. Genau das ist das Prinzip hinter dem, was in der Fachsprache Kompetenzfeststellung heißt: handlungsorientierte Aufgaben wie der Steinkreis und berufsbezogene Wissensabfragen wie der Grundtest ergänzen sich, statt sich zu ersetzen. Wer mehr zum Hintergrund solcher Verfahren wissen möchte, findet das im Gartenwerker-Wiki im Artikel Kompetenzfeststellung.


Wie immer: allgemein, nicht über Einzelpersonen

Auch hier gilt dieselbe Regel wie bei allem, was ich über meine Arbeit schreibe: Ich berichte über Verfahren und Abläufe, nicht über einzelne Teilnehmerinnen und Teilnehmer oder Auszubildende. Keine Namen, keine erkennbaren Details, keine konkreten Ergebnisse – das bleibt hier draußen.


Fazit

Ein Steinkreis und ein paar Testbögen wirken erst einmal unspektakulär – aber genau diese Kombination aus praktischer Aufgabe und fachlichem Grundwissen liefert uns zum Start beider Gruppen, Lehrjahr wie BVB-Reha, ein realistisches Bild, auf dem die weitere Förderung aufbauen kann.


Dieser Artikel wurde von Gartenwerker erstellt. Danke fürs Lesen!

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