Albrecht Dürer war mehr als ein Maler. Er war Grafiker, Kunsttheoretiker, Mathematiker und der erste deutschsprachige Künstler, der sich selbst bewusst als Künstlerpersönlichkeit inszenierte.
Dürer wurde 1471 in Nürnberg als Sohn eines Goldschmieds geboren. Zwei Reisen nach Italien brachten ihn in Kontakt mit der Renaissance, deren Einflüsse er mit nordeuropäischer Tradition verband. In Venedig wurde er als Meister anerkannt – Giovanni Bellini bat ihn persönlich, seine Maltechnik zu demonstrieren.
Dürers eigentliche Revolution war die Druckgrafik. Holzschnitte und Kupferstiche ermöglichten die Massenverbreitung von Bildern. Seine Apokalypse-Serie (1498), Ritter, Tod und Teufel (1513) und Melencolia I (1514) gelten als Meisterwerke. Die räumliche Tiefe und symbolische Dichte seiner Blätter sind bis heute unübertroffen.
Dürer schrieb Abhandlungen über Proportion und Perspektive – er verstand Kunst als Wissenschaft. Seine "Vier Bücher von menschlicher Proportion" (1528) zeigen ein Kunstverständnis, das Handwerk und Intellekt verband.
Sein Selbstporträt von 1500 zeigt ihn christusgleich – eine Anmaßung, die seine Zeitgenossen schockierte.
Dürer war der erste Künstler des deutschen Sprachraums, der Kunst nicht als Handwerk, sondern als intellektuelle Tätigkeit verstand – und damit die Grundlage für das moderne Künstlerbild schuf.
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