Am 18. Januar 1871 wurde im Spiegelsaal von Versailles das Deutsche Kaiserreich ausgerufen – in der Hauptstadt des geschlagenen Erzfeindes Frankreich. Höhepunkt von Bismarcks skrupelloser Staatskunst.
Otto von Bismarck fand erst mit 32 Jahren seinen Weg in die Politik. 1862 ernannte König Wilhelm I. ihn zum Ministerpräsidenten. Bismarck löste die Verfassungskrise mit seiner Theorie: Im Konflikt regiere "Eisen und Blut", nicht das Recht.
Im Deutschen Krieg 1866 besiegte Preußen Österreich und verdrängte es aus dem deutschen Staatenbund. Im Deutsch-Französischen Krieg 1870/71 reizte Bismarck Frankreich mit der verfälschten "Emser Depesche" zum Krieg. Nach Frankreichs Niederlage war die nationale Begeisterung groß genug für die Reichsgründung.
Bismarck kämpfte gegen die Kirche im Kulturkampf und gegen die Sozialdemokratie – beide Kämpfe verlor er. Gleichzeitig führte er die erste staatliche Sozialversicherung weltweit ein.
1890 entließ Kaiser Wilhelm II. Bismarck. Das von ihm aufgebaute Bündnissystem erodierte und endete 1914 in der Katastrophe.
Bismarck ist Meister der Realpolitik und Mitverantwortlicher für die Weichen, die Deutschland in den Abgrund führten.
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