1961 wurde bekannt, dass der Leiter der BND-Spionageabwehr für die Sowjetunion, Heinz Felfe, ein STASI Agent war. Sein Biograph Bodo von Hechelhammer stellt im Vorwort von "Spion ohne Grenzen" fest:
"Der Schaden wog für den BND schwer, da Felfe ausgerechnet für die Gegenspionage verwantwortlich war, die die KGB-Akitvitäten aufklären sollte - ein echter "Wolf im Schafspelz". Zum Skandal wurde sein Fall aber erst, als durch seinen Strafprozess die Öffentlichkeit erfuhr, dass so mancher BND-Mitarbeiter eine nationalsozialistische Vergangenheit hatte."
Die CIA war durch einen sowjetischen Überläufer, Anatoli Michailowitsch Golizyn/Golitsyn, auf die Spur eines Maulwurfes beim BND gebracht worden, der später mit Hilfe des Überläufers Michael Goleniewski (CIA-Codename SNIPER), Leiter der polnischen Gegenspionage, als Heinz Felfe enttarnt wurde. **Golitsyn **half der CIA auch dabei Igor Orlow, ursprünglicher Name Alexander Kopazky, zu enttarnen. Obwohl er ihn nicht namentlich kannte, trug er ebenfalls wesentlich zur Enttarnung von Kim Philby vom MI-5 bei, dem bekanntesten der Cambridge 5. Philby war mit dem Leiter der CIA-Spionageabwehr James "Jim" Angleton eng befreundet gewesen. Es traf den analytisch-brillianten **Angleton **bis ins Mark, als er lernen musste, dass sein Freund ein KGB Maulwurf gewesen war.
**Golitsyn **bestand darauf J.F. Kennedy persönlich zu treffen, da er Maulwürfe innerhalb der CIA umgehen wollte. **Angleton **organisierte ein Treffen mit dessen Bruder Bobby. Die Kennedy-Brüder nahmen in der Folge **Golitsyn **sehr ernst. Der entschlossene Antikommunismus von **JFK **wird heute gerne vergessen.
Wikipedia:
„Überall in der Welt stellt sich uns eine monolithische und unbarmherzige Verschwörung entgegen, die in erster Linie mit verdeckten Aktionen ihre Einflusssphäre vergrößert – mit Unterwanderung statt Invasion, mit Subversion statt Wahlen, mit Einschüchterung statt freier Entscheidung, mit Guerilla bei Nacht statt Armeen am Tag. Es ist ein System, das gewaltige personelle und materielle Ressourcen gesammelt hat, um eine engmaschige, hocheffiziente Maschine zu bauen, die militärische, diplomatische, geheimdienstliche, wirtschaftliche, wissenschaftliche und politische Operationen kombiniert.“[37]
Diese Rede wird aus dem historischen Zusammenhang gerissen häufig von Verschwörungstheoretikern als Beleg für diverse Verdächtigungen zitiert. Dass Kennedy dabei gegen die Sowjetunion und ihre Handlanger in den kommunistischen Parteien vieler Länder polemisierte, wird dabei verschwiegen.
https://de.wikipedia.org/wiki/John_F._Kennedy
John F. Kennedy sollte das Jahr 1963 nicht überleben, er wurde am 22.11.1963 in Dallas von Lee Harvey Oswald erschossen, der wiederum 2 Tage später den Schüssen von Jack Ruby erlag.
Wie es der Zufall will, hatte 1962 kurz nach der Überlaufen von Anatoly Golitsyn ein weiterer KGB Agent in Genf die CIA angesprochen, weil er Geldnöte habe und für harte Dollar Informationen besorgen könne, Juri Iwanowitsch Nossenko.
Über **Nossenko **weiss die Washington Post in ihrem Nachruf zu berichten, dass er **Oswald **im Auftrag des KGB interviewed habe, als der sich zwischen 1959 und 62 in der Sowjetunion aufhielt. Er sei sogar - als er dann 1964 endgülig überlief - der erste gewesen, der habe bestätigen können, dass **Oswald **kein KGB-Agent gewesen sei ("When Mr. Nosenko defected in 1964, he provided the first information that Oswald, the accused assassin of President John F. Kennedy, was not a Soviet agent.").
Nossenkos Vater Iwan Nossenko war von 1940 bis 1956 sowjetischer Minister für Schiffbau, wurde dreimal mit dem Leninorden ausgezeichnet und ist an der Nekropole an der Kremlmauer bestattet.
Juri Nossenko trat 1953 in die Vorgängerorganisation des KGB ein. Er behauptete später, dass er im Auftrag des KGB Lee Harvey Oswald befragte, der sich vom 16. Oktober 1959 bis zum 13. Juni 1962 in der Sowjetunion aufhielt. Es wurde aber nie versucht, Oswald als Agenten zu rekrutieren, da er dem KGB nicht intelligent genug erschien.
Während eines offiziellen Aufenthalts in Genf in der Schweiz lief Nossenko am 4. Februar 1964 in die USA über. Dort wurde er verdächtigt, ein Doppelagent zu sein und mehrere Jahre inhaftiert. Nach seiner Freilassung erhielt er von der CIA eine Entschädigung in Höhe von 80.000 US-Dollar und eine neue Identität. Er verbrachte den Rest seines Lebens inkognito im Süden der USA.
https://de.wikipedia.org/wiki/Juri_Iwanowitsch_Nossenko
Auch über **Golitsyn **wusste Nossenko zu berichten. Er bestätigte zwar die von ihm bereits zweifelsfrei enttarnten Agenten und Doppelagenten, aber sein Verdacht, es gäbe noch weitere höher positionierte Maulwürfe, sei frei erfunden. Das wiederum bestätigte die FBI-Quelle "Fedora", Aleksey Isidorovich Kulak , der sich allerdings später als KGB-Desinformant herausstellte, wie der Investigativournalist und ehemalige Harvard-Politikwissenschaftsprofessor Edward J. Epstein in seinem Essay "Disinformation" von 1982 darlegt.
Golitsyn hatte zwar gewarnt, dass der KGB Agenten entsenden würde, die versuchen würden ihn zu diskreditieren, aber damals vertraute nicht nur CIA-Chef William Harvey Fedora, sondern auch FBI-Chef J. Edgar Hoover. Es kam zu jahrelangen internen Zerwürfnissen und Spaltungen, von denen sich die CIA und das FBI nach Angaben von Tennent "Pete" Bagley bis heute nicht erholt haben. Es war angenehmer **Nossenko **zu glauben, als nach weiteren Maulwürfen zu suchen. **Bagley **war der CIA-Agent gewesen, der nach Genf beordert worden war um Juri Nossenko 1962 zu vernehmen. Er hatte ihn zunächst als absolut glaubwürdig empfunden, war aber zunehmend auf Widersprüche und seltsame Zufälle gestossen und misstrauisch geworden und hatte daraufhin seinen Chef James Angeleton alarmiert. **Bagley **ist 2014 an Krebs gestorben, er beschreibt die ganze Geschichte aber mit grosser Liebe zum Detail in seinem letzten Buch "Spy Wars - Moley, Mysteries and Deadly Games" von 2008.
Er konnte noch auf den Nachruf des Guardian auf Nossenko reagieren, der **Angleton **und ihn direkt angreift und der Paranoia bezichtigt.
Bis heute hat sich innerhalb der CIA und in der Fachwelt die Ansicht gehalten, dass **Nossenko **das arme Opfer von Folter und paranoider Anschuldigen gewesen sei und **Golitsyn **der paranoide Wichtigtuer, der **Angleton **und andere mit seiner Theorie eines "Monsterplots" in die Irre geführt habe.
Dabei hatte der - ander als Nossenko - zahlreiche KGB Agenten enttarnt und eine geradezu hellseherischen Trefferquote bewiesen, als er Anfangs der 1980er in seinen verzweifelten Memoranden an die CIA u.a. den Fall der Berliner Mauer vorhergesaft hatte. Die CIA stimmte später einer Veröffentlichung zu, das Buch ist unter dem Namen "Der Perestroika Betrug" im Internet zu finden.