"Martinigansl"

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Liebe Steemianer,
jedes Jahr um diese Zeit müssen viele, viele Gänse ihr Leben lassen, um Teil eines jahrhundertealten Rituals zu werden: eine Martinsgans. Hier in Österreich sagen wir Martinigansl dazu.

Es gibt mehrere mögliche Erklärungen zum Namen. Eine besagt, dass seit dem Mittelalter um diese Zeit im Jahr von den Lehnsherren eine Abgabe eingefordert wurde, der Martinsschoß, die unter anderem in Form einer Gans erbracht wurde, die dann gleich verspeist wurde, daher Martinsgans. Eine andere geht so:
Der hl. Martin von Tours (316/317 - 397 n. Chr.), der stets asketisch und bescheiden war, sollte zum Bischof geweiht werden. Er hielt sich aber für unwürdig und soll sich in einem Gänsestall versteckt haben. Das aufgeregte Geschnattere der Gänse soll ihen aber verraten haben, sodass er schliesslich doch geweiht werden konnte. Diese Geschichte gilt aber als „Sekundärlegende“, also eine Legende, die ein Brauchtum im Nachhinein erklären soll (Quelle).

Wie auch immer, ab ca. 25. Okt., bis zum Martinstag am 11.Nov. (im Mittelalter dem Ende des Wirtschaftsjahres, erst später wurde der Tag auch zum Faschingsbeginn) wird die Martinigansl gegessen, in der Regel mit Rotkraut, Semmel- oder Kartoffelknödel (hier Erdäpfelknödel).

marti.jpg
Das Foto ist aus der Buschenschank Fuhrgassl-Huber in Wien (sehr zu empfehlen), das Martinigansl dort war köstlich. Dazu gab es einen sehr guten, hausgemachten Grünen Veltliner, der überhaupt nicht "sauer" war, wie die meisten Veltliner, sondern fruchtig.

Apropos Wein, ca. 1 Monat vorher sind wir noch, ganz in der Nähe, durch die Weinfelder dieses renommierten "Heurigens" spaziert, hier knapp vor Sonnenuntergang:
wein.jpg

!steemitworldmap 48.251682 lat 16.301459 long Fuhrgassl-Huber d3scr

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