nun zu einer aussergewöhnlichen begegnung, die geburtsstunde er kooperation.
hamburg: Käpt'n Kalle stattet der alten hansestadt einen besuch ab. mit im gepäck – wie sollte es auch anders sein? – pinsel, kleister und konterfeis. diese müssen schließlich verbreitet werden. so flaniert der künstler durch die strassen, immer aufmerksam, ob er nicht einen geeigneten ort findet, um eines seiner kunstwerke zu verteilen. er hat noch keine ahnung welche auswirkungen dieser besuch in hamburg haben in der zukunft haben wird.
hier und dort bleibt Käpt'n Kalle stehen, schaut in verschiedene schaufenster. seine besondere aufmerksamkeit zieht kurz darauf eine scheibe auf sich, hinter der sich zahlreiche kunstwerke befinden. die farbenfrohen werke lässt der künstler auf sich wirken. es ist ein ort, der ihm gefällt. gerne würde er die räume von innen betrachten und die abstrakten malereien aus der nähe bestaunen. er geht zu tür. leider muss er feststellen: diese ist fest verschlossen. die öffnungszeiten und ein blick auf seine uhr offenbaren ihm: heute wird es hier für ihn keine kunst zu bestaunen geben. vielleicht ein anderes mal denkt er sich und geht seines weges.
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Malte Kaiser hat soeben die große halle verlassen, in der sich sein atelier befindet, in dem er mit den anderen Schlumpern arbeitet. nun steht er unterm freien himmel vor der alten rinderschlachthalle. er passiert einen laden, in dem grafiken und platten verkauft werden und wenige schritte mehr bringen ihn zu einer brücke, die ihn über gleise führt. Malte Kaiser, schlendert über das kopfsteinpflaster der sternschanze.
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aufmerskam beobachtet Käpt'n Kalle sein umfeld, um nicht bei seiner arbeit gestört zu werden. Gerade hat er eines seiner konterfeis erfolgreich platziert, da begegnet ihm jemand.
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blicke treffen sich. Malte Kaiser grüsst freundlich den ihm entgegenkommenden mann und läuft seines weges weiter.
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kurze zeit darauf begegnen sich die beiden erneut. Malte Kaiser der Schlumper spricht den fremden an. Käpt'n Kalle ist ein neugieriger, aufgeschlossener mensch und lässt sich von dem unbekannten in ein gespräch verwickeln. in diesem erfährt er den namen seines gegenübers und dass dieser auch künstler sei. Malte Kaiser berichtet unter anderem von der galerie, die Käpt'n Kalle kurz zuvor passierte, auch wird er von dem Schlumper in seinem atelier zum besuch eingeladen.
an diesem tag kommt es nicht mehr zum besuch im atelier. nach der verabschiedung hallt jedoch das gespräch nach.
kurz darauf landet die folgende e-mail im postfach der schlumper:
«vergangenen montag durfte ich Malte Kaiser kennen lernen und ein sehr angenehmes gespräch mit ihm führen, welches einen bleibenden eindruck hinterließ. leider versäumte ich es, mich bei dem gespräch nach seinen persönlichen kontaktdaten zu erkundigen. da (...) ich mich in hamburg nur auf der durchreise befand, kann ich aktuell seiner einladung nicht nachkommen, ihm im atelier einen besuch abzustatten. gerne würde ich jedoch mit ihm schriftlich in kontakt treten. sehr erfreut wäre ich dementsprechend, wenn ich seine persönliche mailadresse oder anschrift erhalten könnte.»
und so kam es dann schließlich, dass einige zeit später die ersten gemeinsamen zeichnung entstand. auf dem bild ist eine solche zu sehen.
auch hier handelt es sich, wie in der letzten präsentierten arbeit, um ein profil von einem künstler, nämlich jenes von Otto Dix.
noch eine anmerkung von Käpt'n Kalle:
gerade in der heutigen zeit sollte das werk von Otto Dix doch den einen oder anderen zur räson bringen. aber den figuren an den strippen der macht ist scheinbar nicht mehr zu helfen und beizukommen. die dargestellten schrecken des krieges von Otto Dix gehören nicht der vergangenheit an. noch immer toben militärische konflikte. auch unterhält das deutsche militär heute noch fotografen, die damit beauftragt sind hochglanzaufnahmen des militär zu erstellen. den schrecken und das leid, welches waffen verbreiten wird jedoch nicht gezeigt. anstatt dessen werden zerschossene fahrzeuge die aus krieseneinsätzen zurück kommen und in denen soldaten gestorben sind, schön abgehängt, damit diese nicht gesehen werden. das treiben hat tradition und findet noch heute statt. nichts hat sich geändert. um es mit den worten von K.I.Z auszudrücken: "die bösen denken wir sind die bösen, wie gebrainwasht kann man sein. [...] wir träumen von frieden. doch erst müssen wir gewinnen."
in deutschland leben zu hauf männer, die mit ihrem leben nach kriegseinsätzen (oder friedenseinsätzen - wie sie perfiderweise in der PRopaganda genannt werden) nicht mehr klar kommen, auch als obdachlose auf der strasse. ein thema das taburisiert wird.
Otto Dix therapierte sich mit den darstellungen des krieges praktisch selbst - hielt eindrücke fest um sie loslassen zu können. der schrecken und die grausamkeit des krieges schreien regelrecht aus seinen gemälden. dies passte dann auf dem weg zum nächsten großen krieg nicht in die propaganda. dementsprechend wurden seine werke im nationalsozialismus auch in der ausstellung "entartete kunst" diffamiert und enteignet. heute können diese werke glücklicherweise betrachtet werden aber es ist ernüchternd, dass immer noch menschen rufen, dass man zu den waffen greifen soll für den frieden. wo bleibt der boykott? wo die kritik, dass milliarden für das militär und kriege ausgegeben werden, egal wo auf dieser welt. höchste zeit, dass dieser wahnsinnige schwachsinn ein ende nimmt. letztlich bleibt mir nur das zitat von john lennon:
"unsere gesellschaft wird von verrückten geführt, für verrückte ziele.
ich glaube wir werden von wahnsinnigen gelenkt, zu einem wahnsinnigen ende, und ich glaube ich werde als wahnsinniger eingesperrt, weil ich das sage. das ist das wahnsinnige daran."