Zwischen dem 12. und 17. Jahrhundert beherrschte ein Netzwerk von Kaufleuten den Handel im Nord- und Ostseeraum. Die Hanse war weit mehr als ein Handelsbund – sie war ein wirtschaftliches und politisches Kraftzentrum.
Der Begriff "Hanse" bezeichnet zunächst Gemeinschaften von Kaufleuten, die sich zum Schutz ihrer Interessen zusammenschlossen. Lübeck, 1143 gegründet und 1226 Freie Reichsstadt, entwickelte sich schnell zum Zentrum. Regelmäßige Versammlungen – Hansetage – gaben dem losen Netzwerk Struktur.
Hansekaufleute handelten mit Pelzen, Wachs und Getreide aus dem Osten, Tuche aus Flandern, Stockfisch aus Norwegen, Salz aus Lüneburg. In den wichtigsten Handelszentren – von London bis Nowgorod – errichteten sie Kontore mit eigener Gerichtsbarkeit.
Die Hanse führte Kriege und gewann sie. Der Frieden von Stralsund 1370 sicherte ihr weitreichende Privilegien in Dänemark – der Höhepunkt ihrer politischen Macht.
Die Entdeckung Amerikas verlagerte Handelswege. Erstarkende Nationalstaaten verdrängten die Hanse. Der letzte Hansetag fand 1669 statt – mit nur neun Städten.
Die Hanse zeigt, dass wirtschaftliche Netzwerke schon im Mittelalter länderübergreifend funktionierten – eine frühe Form der Globalisierung.
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