Ohne Bank läuft da rein gar nichts.
Ein Sprung ins große Becken der Homonyme im deutschen Sprachgebrauch.
Wer sich nun spontan die Frage stellt, ob der Autor nicht vielleicht doch einen Sprung in der Schüssel hat und das ins Spiel gebrachte Becken nicht nur groß, sondern vielleicht auch noch gebärfreudig erscheint, der dreht bereits die ersten Runden in den Fluten der Gleichnamigkeit (griechisch: Homonym).
Wie auch nicht anders zu erwarten (man weiß es vom Ausfüllen der jährlichen Steuererklärung), haben die Erfinder unserer Muttersprache es nicht unterlassen können, ein paar Fußfallen in dieses Konstrukt einzubauen, die so manche Bauchlandung unumgänglich erscheinen lassen. Einer jener Stolpersteine sind die Homonyme, die allerdings so nur in ihrer Gesamtheit bezeichnet werden. Wir kennen das aus unseren eigenen Familien, in denen es geläufig ist, diffizile Unterscheidungen herauszustellen. Exakt so verhält es sich auch bei der Gleichnamigkeit.
Während man sich zu den Feierlichkeiten zum 90. Geburtstag von Oma Klara gerade darüber einig geworden ist, dass Onkel Rudi mit seiner ganzen Meschpoke zwar von den Kellers aus Bocholt abstammt, aber dann letztlich doch der Familie zugerechnet werden kann, spaltet man bei den Homonymen wie folgt auf:
Als Homophone bezeichnet man die Gruppe der Hinterlistigen, die sich im Klang nicht, aber in der Schreibweise sehr wohl unterscheiden (Lehre/Leere).
Bei den Homographen wird es schon beinahe kompliziert, da sie sich in der Schreibweise keineswegs unterscheiden, dafür allerdings in ihrer Artikulation den Planeten auf den Kopf stellen können (Beispiel: modern/modern).
Ein ratloses Kratzen am Hinterkopf, insbesondere bei Menschen, die die deutsche Sprache gerade erlernen, ruft das Polysem hervor, wo (wie im Titel dieses Beitrags mit »der Bank« bereits angedeutet) ein Wort gleich mehrere Bedeutungen in sich bergen kann.
Mein Hahn sitzt am liebsten neben dem Wasserschacht auf dem Hahn und kräht vor sich hin. Da kommt doch rasch die Frage auf, wie verbreitet Homosexualität unter Hähnen ist.
Im Berliner Olympiastadion fiel gerade das erste Tor, als im Münsterland Herr Recktenwald von einem Tor erschlagen wurde. Ob beide Vorfälle im Zusammenhang stehen, muss von einer Expertenkommission geklärt werden.
Ella Brandt, Kassiererin bei Kaufland, wird gelegentlich nachgesagt, sie hätte einen Vogel, obwohl sie nicht müde wird, zu betonen, ihr Vogel hätte bereits vergangenen August rücklings im Käfig gelegen. In diesem Fall könnte ein Ausschlussverfahren Klärung in die Angelegenheit bringen.
Otto Bass, ausgebildeter Tenor und Leiter des gemischten Chores in Passau, ist nicht nur für den richtigen Ton verantwortlich, sondern versucht sich zeitweise auch als Heimwerker. Musste allerdings kürzlich die Erfahrung machen, dass eine Leiter auch als Ausgangspunkt für einen schmerzhaften Sturz genutzt werden kann. Seither lässt er keine Leiter mehr klappen und widmet sich lieber ganz dem Ton, aus dem sich eine wunderschöne Schale formen lässt. Von der Hoffnung getragen, dass dies klappen könnte, wirft er sich in Schale und steuert den nächstgelegenen Markt an, wo er hofft, fündig zu werden.
Im Tenor betrachtet, eigentlich keine falsche Idee – doch ist der Markt nicht gleich dem Markt, wo es um den Ton geht. Otto Bass steht nämlich vor dem Stand mit dem Salat. Jetzt hat er den Salat und weiß aus dem Stand heraus nicht zu entscheiden, ob er den Bass spielen oder den Bass aus seinem Chor um Rat fragen soll. Doch stellt sich schnell heraus, dass der Mann mit der tiefen Stimme augenblicklich zu nichts raten kann, da er im Rat der Stadt sitzt, wo man über einen wichtigen Punkt der Tagesordnung entscheiden muss – und da zählt jede Stimme.
Statt weiter über den Ton nachzudenken, setzt Herr Bass lieber einen Punkt hinter sein Vorhaben, da er ohnehin um Punkt 12 zum Essen erwartet wird. Zum Glück nicht in Essen – die Strecke wäre dann doch zu weit –, sondern am heimischen Herd, an dem keine Krankheiten entstehen, sondern ein Gericht mit einem Feldhasen auf ihn wartet, den der Nachbar bei der Jagd zur Strecke brachte. So weit kann es also kommen, wenn ein Bogen überspannt wird, den man besser mit einem weiten Bogen umfahren hätte. Wobei das Umfahren von Gegenständen auch von gewissen Tücken begleitet wird, die es gilt, mit dem eigenen Gewissen abzuklären.
Erich Kowalski ist hauptberuflich für das Übersetzen aus dem Amtsdeutschen ins Saarländische zuständig. Seine Freizeit verbringt er allerdings am liebsten am Wasser und wartet geduldig, bis er einen Fisch am Haken hat. Vergangenes Wochenende wollte er einmal sein Glück am Rhein versuchen. Doch hatte die Sache einen Haken. Der Stand des Wassers war so niedrig, dass an ein Übersetzen nicht zu denken war. So beschloss Kowalski aus dem Stand heraus, das kurfürstliche Schloss in Koblenz zu besuchen. Doch musste er bei seiner Ankunft feststellen, dass da ein dickes Schloss am Schloss hing, was dem Besucher am Rhein, rein gar nicht gefiel. Endlich wieder zurück in der Heimat fütterte er zuallererst seinen Kater und griff anschließend zur Flasche mit dem klaren Schnaps. Zu diesem Zeitpunkt war Kowalski schon klar: „Morgen früh habe ich zwei Kater.”
Joseph Grantler aus der Wiener Vorstadt gilt bei seinen Nachbarn als eher der gemütliche Typ von Mensch. Dieser Einschätzung folge leistend, macht der ältere Herr es sich wahrhaftig auch gerne auf seinem Sofa gemütlich und schaut sich eine neue Folge einer dieser geistfreier Heimatserien im Fernseher an. Den Grantler kann nicht einmal eine saftige Verspätung der Bahn aus der Bahn werfen. Was der verspätete Zug nicht hinbekommt, schafft allerdings locker seine Frau Magda, wenn die mal wieder beim Klatsch mit der Frau von gegenüber nicht die Tür hinter sich schließt und so der Wind von West nach Ost in einem Zug durch die Wohnung bläst. Dann reißt schon mal bei dem Gemütsmenschen der Faden. Nein, nicht der Faden, mit dem das Tratschweib normalerweise den Spargel bindet, sondern jener, der seine Geduld im Zaum hält.
Anstatt mit der Schachtel von nebenan die Welt neu zu sortieren, sollte sie sich lieber um sein schlaffes Glied kümmern, sonst reißt nicht nur der Faden, sondern auch das Glied in der Kette, die eine Ehe zusammenhält. Und ehe sie sich versieht, reist der vernachlässigte Ehemann in die Hauptstadt, in der nicht nur die Tochter der Schwester wohnt, die als Schwester in der Praxis von Dr. Wagner arbeitet, der sich auf das Zusammenschrauben von gebrochenen Knochen im Kiefer spezialisiert hat. Diese handwerklich ausgereifte Praxis ist inzwischen zum Standard herangereift. Ganz nebenbei bemerkt: Dieser hoch angesehene Mediziner kann zwar Kiefer reparieren, aber erklimmen kann er keine. Und zu Weihnachten bevorzugt er ohnehin die Fichte, die leider rasch ihre Nadeln verliert, was nur zu verhindern wäre, wenn diese an einem Faden hängen würden. Doch beginnt die Fichte an einer beliebigen Stelle zu glimmen, dann reißt nicht nur das Garn – dann ist auch der Zug längst abgefahren.
Doch spinne ich das Garn weiter, komme ich nicht umhin, noch Chantal zu erwähnen, die mit einer Anzeige in der Ausgabe am Samstag des „Standard“ ihr außergewöhnliches Geschick für eine unvergessliche Handarbeit bewirbt. Dies brachte der Dame allerdings auch schon eine Anzeige von Frau Müller aus der Landwehrstraße ein, die unlautere Konkurrenz beim Verkauf ihrer Stickereien vermutete, und sorgte daher für ordentlich Wirbel beim Gewerbeamt. Da sich rasch herausstellte, dass Chantal sich vornehmlich nicht mit gehäkelten Tüchern beschäftigt, sondern ganz speziell mit Wirbeln, Gelenken und verschiedenen Gliedern zu tun hat, verlief die Anzeige im Sand und es entstanden der Handwerkerin keine unplanmäßigen Ausgaben. Es hat sich alles wieder beruhigt und in Chantals Kuschelstube herrscht wieder reger Verkehr. Ab und an kommt es auch zum Verkehr, doch ist der nicht zu vergleichen mit dem Verkehr, wie er Tag für Tag auf der Avus in Berlin zu beobachten ist.
Bevor der Sprung in meiner Schüssel noch prägnanter wird, als er ohnehin bereits ist, gebe ich noch ein kleines Geheimnis kostenlos preis. Ein Preis würde ohnehin alle erdenklichen Grenzen übersteigen – und an ein Überschreiten solcher, egal wo auf dieser Erde, ist ohnehin nicht zu denken. Es geht um eine Frucht, die ohne Erde nicht gedeihen würde. Ich widme mich ganz der Birne. Ein recht guter Freund hat mir verraten, wenn ich bei einer Birne den Stiel herausschneide (bitte nicht mit der Stihl-Kettensäge) und an dieser Stelle ein Rechtsgewinde mit einem Tournier-Messer reinschnitze (nicht zu verwechseln mit dem Turnier, bei dem ein Pferd über hohe Balken springt), längs am Kerngehäuse einen der Fäden einziehe, die Wolfram L. ständig mit sich führt, dann kann ich, mit etwas Geschick, das Teil zum Leuchten bringen. Jetzt hat mir allerdings meine Frau verraten, dass ich mir das Getüftele ersparen kann, wenn ich in einem speziellen Laden nach Osram frage. Dort soll es auch inzwischen Exemplare zum Laden geben. Dann mache ich mich jetzt auf in diesen Laden.
Um nicht in den Fluten der doppeldeutigen Gleichnamigkeit zu ersaufen, habe ich mich entschlossen, bei Amazon das recht günstige Paket mit Vor- und Endsilben zu bestellen, und beschrifte anschließend meine Küchenwand mit allen Kreationen, die ich aus dem Wort »brechen« formen kann. Ob der Versuch mit Gebrechen endet oder zum Erbrechen führt – ich werde darüber berichten. Wenn man nicht vorher den Stab über mich bricht.