Na das nenne ich doch mal einen Wahlslogan! Kurz, knackig und prägnat und genau auf den Punkt gebracht. Und die Message, die man rüberbringen will, verfängt wohl bei fast allen von uns, auch wenn wir das so offen natürlich nie zugeben würden.
Lieber fängt mal gleich an zu meckern und mokiert sich darüber, dass es heutzutage ja nun überall an Moral und der richtigen Einstellung mangelt und dass das Ende des Abendlandes nun endgültig bevorstehen tut.
Kann man machen, muss man aber nicht. Man kann das Ganze auch mit einem Augenzwinkern nehmen und sich dabei dieses Motto, welches aus dem provokanten Repertoire der Anarchistischen Pogo-Partei Deutschlands (APPD) stammt, einmal genauer vor Augen halten. Klar ist es radikal und provozierend und kein langweiliges, nichtssagendes politisches Statement, sondern eher eine kulturelle Kampfansage.
Was steckt dahinter?
Die Frage habe ich mir mal von Assistenzprogramm meines Vertrauens näher analyiseren lassen und ich will euch natürlich dessen Antwort auch nicht vorenthalten.
1 Kritik am Arbeitsfetischismus
Die APPD stellt infrage, warum Arbeit in modernen Gesellschaften als moralische Pflicht gilt. Wer nicht arbeitet, gilt als faul oder wertlos – ein Narrativ, das sie als repressiv und entmenschlichend kritisieren.
2 Ablehnung der Lohnsklaverei
Das Motto richtet sich gegen die Vorstellung, dass Menschen ihr Leben mit Tätigkeiten verbringen müssen, die sie nicht erfüllen – nur um Geld zu verdienen, das sie für Dinge ausgeben, die sie oft nicht brauchen. Es ist eine Kritik an entfremdeter Arbeit im Sinne von Marx.
3 Plädoyer für Spaß, Freiheit und Selbstbestimmung
Statt Arbeit fordert die APPD ein Leben voller Bier, Pogo, Jugendkult und radikaler Selbstverwirklichung. Das ist natürlich überspitzt, aber es zielt auf eine Gesellschaft, in der Lebensfreude nicht hinter dem Stempelkartenautomaten endet.
4 Satire als Waffe
Die APPD nutzt das Motto als satirisches Brecheisen, um politische Debatten aufzubrechen. Es ist eine Parole, die provoziert, zum Lachen bringt – und gleichzeitig zum Nachdenken zwingt: Warum arbeiten wir eigentlich? Für wen? Und zu welchem Preis?
5 Jugendliche Rebellion gegen Normen
„Arbeit ist Scheiße!“ ist auch ein Ausdruck von jugendlicher Wut gegen ein System, das oft als alternativlos dargestellt wird. Es ist Punk, Anarchie und Gesellschaftskritik in einem Satz.
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Natürlich ist das Motto nicht als universelle Wahrheit gedacht und geeignet, sondern mag manchmal eher als ironischer Spiegel für eine Gesellschaft dienen, die Arbeit über alles stellt. Sehen wir es einfach als einen Aufruf, ab und zu die Dinge doch mal etwas anders zu denken – und dabei vielleicht auch mal zu tanzen, statt zu schuften. Jung waren wir doch alle mal, und nach Arbeit gesehnt haben sich damals die wenigsten.
Und wer mir dabei nicht folgend will, für den habe ich noch ein anderes Mottos der APPD, mit dem man sich beschäftigen kann.
„Sicherer Freitod für alle!“