Ysperklamm und Druidenweg

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Liebe Naturfreunde,
im Waldviertel gibt es noch viel zu entdecken. Unlängst war ich in der Gegend rund um das Yspertal, nördlich von Ybbs, da gibt es gleich 2 Sehenswürdigkeiten, die sich kombinieren lassen: das Naturjuwel Ysperklamm und einen Wald voll von steinernen Zeugen unserer Vergangenheit!

Auf dem Hinweg querten wir die Donau bei Persenbeug; das schöne Schloss Persenbeug war noch in Nebel eingetaucht, auch ein untrüglicher Herbstzeichen.
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Die große Ysper fliesst in der Ysperklamm, die seit 1952 als Naturdenkmal gilt, über ca. 2km durch enge Schluchten. Über Stiegen, Holzstege oder Stufen geht es hinauf, vorbei an kleinen und größeren Wasserfällen und bizarren Steinformationen. Das Rauschen des Wassers ist hier allgegenwärtig und die Luft wunderbar sauber!

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Bei diesem Baum sind 2 Äste regelrecht zusammengewachsen! Habt Ihr so etwas schon einmal gesehen? Ich nicht.
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Einer der zahlreichen Wasserfälle, rechts der Holzsteg, ohne den es nicht so leicht möglich wäre, die Klamm so hautnah zu erleben.
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Hier ist gut eine der Stützmauern zu erkennen, die die Klamm an mehreren Stellen erweitern und "regulieren".
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Denn bis 1929 wurden über diesen Wasserweg Holzstämme aus dem Weinsberger Wald über die Ysper bis zur Donau und weiter nach Wien transportiert. Pro Schwemmsaison wurden ca. 50000 Raummeter Holz, immer im Frühjahr, die Klamm hinuntergetriftet; das Holz dafür wurde den ganzen Winter über geschlägert und zerkleinert (auf ca. 75cm Länge). 500 Holzarbeiter waren damit beschäftigt. Die Befestigungen, die am Fluss entlang angelegt wurden, dienten dazu, "Verklausungen" zu verhindern (also Verstopfungen der triftenden Stämme).

Manche der Stufen sind sogar aus Stein. Das alles zu erhalten, das rechtfertigt auf jeden Fall den Eintrittspreis von 5€ (nur Barzahlung!).
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Das Wasser ist übrigens deshalb so bräunlich, weil hier der Boden einen hohen Gehalt an Huminsäuren und Eisen hat, aus dem diese ausgewaschen werden.
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Oben angekommen, ging es zunächst über offenes Gelände mit schönen Ausblicken aufs Tal, bevor der Weg dann als "Druidenweg" in den Wald führte.
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Eine Gesteinsformation, die "Phallus und Vulva" genannt wird.
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Der "Phallus" ist eher vom Tal aus auffällig sichtbar. Die "Vulva" ist ein sog. Durchschlupf. Zwängt man sich durch die Lücke, konnte man den Mythen nach das Böse abstreifen. Natürlich habe ich es gleich ausprobiert.

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Aber ich bin wieder auf halbem Weg umgekehrt, denn die hintere Seite des Schalenstein ragt direkt über dem Abgrund und so viel Platz war da nicht!

Von der Lücke aus ist eine typische "Opferschale" zu sehen.
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Diese wurde angeblich noch bis ins 19.Jhd. benutzt! Wurde in einem Hof in der Nähe geschlachtet, wurde ein Stück Fleisch bis hier herauf getragen und in die Opferschale gelegt.

"Schalen" sind an vielen der Felsblöcke ersichtlich. Auch wenn der Name eine bestimmte Verwendung suggeriert, weiß man letztlich nicht, was für Rituale an diesen Orten stattgefunden hatten. Einen natürlichen Ursprung der Vertiefungen kann man aber nahezu ausschliessen.
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Manche dieser Granitschalen sind das ganze Jahr über, auch im Sommer, wassergefüllt. In dieser hier stand das Wasser ca. 20cm hoch.
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Die sog. "stehende Schale".
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Man rätselt, wieso die Schale vertikal angeordnet ist. Ist der Stein womöglich infolge eines Erdbebens um 90 Grad verrutscht?
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Die "Wohnhöhle", eine Kombination von Granitbrocken, die einen regengeschützten Hohlraum bieten, der Platz reicht allerdings für kaum mehr als einen Schlafsack.
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Die "Sphinx", eine besonders bizarre Granitformation auf ca. 900m Seehöhe, nahe der Spitze des Böndel.
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Die größte Granitgruppe wird "Druidentreffpunkt" genannt, eine Ansammlung von 2 (mehr oder weniger ausgeprägten) Steinkreisen, einen inneren und einen äußeren. Das Betreten solcher heiligen Orte war dem gemeinen Kelten verboten. Manche dieser Steine haben angeblich eine rechts- oder linksdrehende Schwingung. Auch dass hier energetische Adern fliessen sollen, haben wir jedenfalls nicht bemerkt. Dazu muss man wohl geomantischer "Experte" sein.
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Als Druiden werden die Priester bzw. die geistige Elite der Kelten bezeichnet. Sie waren für Bräuche zuständig, waren aber auch Philosophen, Heilkundige, Magier, Rechtsgelehrte und Ratgeber von Fürsten. Die Ausbildung zum Druiden soll 20 Jahre gedauert haben. Da die eisenzeitlichen Kelten (z.B. bei uns die Hallstattkultur) keine eigene Schrift hatten (sie nutzten aber zum Teil die etruskische oder römische Schrift), wissen wir von ihnen hauptsächlich durch die Römer, die mit ihnen Krieg führten (z.B. gegen die Gallier, wie in "Asterix" beschrieben).

In der Mitte der Steinkreise befindet sich ein "Altarstein" (rechts) und der als "Herrgottsitz" bezeichnete mutmassliche Thron für den Oberpriester.
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Hat man es geschafft, auf den Thron zu klettern, sitzt man dort oben recht bequem und kann gut beobachten, was auch immer auf dem Altarstein gemacht worden ist...
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Auch Spuren einer rezenten Benutzung der Örtlichkeit waren vorhanden.
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Kurz vor dem Abstieg bot sich noch eine nette Aussicht auf das Tal.
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Ein Gemeiner Hohlzahn (Galeopsis tetrahit), ein typischer Lippenblütler.
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Hinunter ging es, zum Teil unangenehm steil (hier muß man wirklich trittsicher sein!), durch einen sehr alten Wald voller mächtiger Buchen.
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Auf dem Rückweg zum Parkplatz konnten wir noch die herbstliche Sonne und die wunderschöne Landschaft des Yspertals geniessen.
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Ein stilvoll renoviertes Haus in idyllischer Lage.
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Was wäre ein Besuch des Waldviertels wert ohne die traditionellen Mohnnudeln mit Waldviertler Graumohn?
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all pics by stayoutoftherz@stayoutoftherz

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