Liebe Naturfreunde,
die Pilzsaison ist in vollem Gange. Hier ohne weitere Umschweife eine Auswahl, was mir alles in den letzten Wochen vor die Linse gekommen ist! Die Bestimmungen sind ohne Gewähr, aber bei den meisten bin ich mir relativ sicher.
Ein junger Parasol oder auch Gemeiner Riesenschirmling, einer der häufigsten Pilze bei uns.
Nur noch häufiger ist der Honiggelbe Hallimasch, leider, denn er befällt gerne noch lebende Bäume und bringt sie innerhalb weniger Jahre zum Absterben. Hier Befall an einer (noch) gesunden Buche.
Er ist, zusammen mit dem Gemeinen Hallimasch (der dunkler ist, aber ansonsten ähnlich) der schlimmste Forstschädling in Mitteleuropa, da er nicht wählerisch bei der Auswahl seiner Opfer ist und noch dazu unterirdisch lange, schnürsenkelartige Hyphenstränge (Rhizomorphe) ausbilden kann, um geeignetes Substrat zu finden.
Weit seltener ist der Netzstielige Hexenröhrling. Trotz seines Namens ist er eßbar, wenn man ihn gut erhitzt!
Charakteristisch ist das dunkle, netzartige Adergeflecht am Stiel.
Ein junger Birken-Milchling. Wie schon der Name verrät, kommt er nur unter Birken vor. Roh ist er giftig.
Ein Falscher Pfifferling?
Der Eichen-Wirrling ist von oben recht unspektakulär und wächst wie viele andere baumbewachsenende Pilze...
... aber von unten betrachtet wird klar, warum er diesen Namen hat. Die Porenschicht ist gegen das Zentrum hin lamellig bis labyrinthartig bzw. einfach wirr.
Ein Hasentintling ("Hasenpfote")?
Eine nette Ansammlung von Fruchtkörpern des Flachen Lackporlings, der gerade sporuliert hat, wie man am kakaobraunen Sporenpulver erkennen kann, das die Rinde dieser Eiche verfärbt hat.
Wenn man einen Blick auch für Kleineres hat, kann man so hübsche Dinge wie diese Trompeten-Becherflechte finden. Mehr über Flechten hier.
Apropos klein, das ist vermutlich ein Käsepilzchen oder ein Halsband-Schwindling.
Ein junger Fliegenpilz.
Ein (vermutlich) Erlen-Grübling, der in D. wegen Seltenheit geschützt ist. Die dunklen Flecken stammen vermutlich von Regentropfen.
...bei Berührung färbt sich das Röhrenpolster auf der Hutunterseite blau.
Noch ein Waben-Stielporling. Den hatte ich im letzten Pilzpost schon erwähnt, aber ich mag seine Unterseite einfach!
Ein Großer Bluthelmling? Er ist an sich eher gesellig, dieser hier war aber ganz alleine.
Ein Tränender Saumpilz(?). Er soll häufig sein, ist mir aber nicht oft begegnet.
Der Ästige Stachelbart mit seiner sehr ungewöhnlichen Form ist bei uns ziemlich selten und in D. und der Schweiz auf der Roten Liste.
Detail.
Er gilt (wie auch der Igel-Stachelpilz) als Heilpilz mit immunsystemstärkenden Eigenschaften.
Dieser Waldmistkäfer stochert gerade in den Resten eines Baumpilzes (eventuell eines Seitlings). Waldmistkäfer ernähren sich auch von Pilzen, wie bei ihrem etwas größeren Verwandten, dem Gemeinen Mistkäfer, ist die Hauptnahrungsquelle aber Dung. Interessanterweise können diese Insekten Laute von sich geben (stridulieren) wie Grillen.
Der Buchen-Schleimrübling ist am schleimigen, durchscheinenden Hut leicht zu erkennen.
Man kann ihn essen, wichtiger als Speisepilz ist er allerdings, weil aus ihm das Antimykotikum Strobilurin A hergestellt werden kann.
Anderes Exemplar.
Ein Kastanienbrauner Stielporling. Fein geschnitten und getrocknet, kann man aus jungen Exemplaren angeblich ein guten Würzpulver machen. Ander Autoren halten ihn aber für ungenießbar.
Ein Pinselschüppling?
Er kann leicht verwechselt werden mit dem Goldfell-Schüppling
Der Grünblättrige Schwefelkopf ist giftig!
Älteres Exemplar.
Ein Zaun-Blättling. Im Gegensatz zu vielen anderen Pilzen scheut er nicht, auch sonnen- und windexponiertes und daher stark ausgetrocknetes Holz anzugreifen. Er ist daher ein Holzschädling, der auch verbautes Holz wie das von Zaunlatten befällt (daher der Name).
Und noch ein Nachtrag zu den Baumpilzen: Der Rotrandige Baumschwamm, der gerne Kiefern und Fichten befällt, daher auch der Name Fichtenporling.
Der Eichen-Leberreischling ist mit seinen großen, rötlichen Fruchtkörpern sehr auffällig und fast nur an Eichen anzutreffen.
Im englischen wird er auch beefsteak mushroom genannt, bei uns auch Ochsenzunge. Man kann junge Exemplare zwar essen, der Geschmack wird aber als säuerlich beschrieben. Offenbar wurde er früher gegessen als "poor men’s beefsteak". Wenigtens besteht keine Verwechsungsgefahr mit einem Giftpilz.
Bei diesem Pilz habe ich nicht den leisesten Schimmer, was es sein könnte, hat jemand eine Idee?
So viele Zunderschwämme an einem Baumstamm! Tatsächlich ist aber nur ein Organismus mit mehreren, mehrjährigen Fruchtkörpern.
Die Gelbe Lohblüte (oder "Hexenbutter") ist kein Pilz, sondern ein Schleimpilz
Wenn es regnet, bekommt man auch Feuersalamander zu sehen. Ein Wunder, dass sie diesen trockenen Sommer überstanden haben. Die Natur ist widerstandsfähiger, als man glaubt!
Hier noch ein frischer Lungenseitling, oder Austern-Seitling, die beiden sind ziemlich ähnlich.
Detail der Hutunterseite.
So, das war es auch schon wieder. Möglich, dass das mein Post mit den bisher meisten Fotos (44!) ist 😃.
Wie immer gilt:
Keine Verzehrberatung / Das Essen von Pilzen erfolgt auf eigene Gefahr / Do your own research!
Und wie auch bei den bisherigen Pilzposts stammen alle Fotos aus dem Wienerwald.
All pics by @stayoutoftherz
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