In diesem Beitrag möchte ich zunächst die Motivation eines VPN (Virtual Private Network) erläutern und auf die Grundlegende Funktionsweise des sogenannten Tunneling eingehen.
Motivation
Grob gesagt besteht das Internet aus einer Menge von Knotenpunkten. Die meisten von diesen Knotenpunkten sind öffentlich zugänglich. Jetzt gibt es aber Bereiche die nicht öffentlich zugänglich sein sollen, z.B. Firmennetze oder Private Netze. Diese Kapseln sich von dem Internet ab und werden auch Intranet genannt. Also quasi ein "Internet im Firmennetzwerk" was nicht von außen erreichbar sein soll.
Hat eine Firma eine Hauptzentrale und mehrere Außenstellen, so wäre es wünschenswert, wenn nur diese zwei Netzwerke miteinander kommunizieren könnten. Doch es führt kein Weg drumherum. Man muss eine Verbindung von der Außenstelle über das Internet zu der Hauptzentrale aufbauen (dazu später mehr). Hier kommt das VPN ins Spiel. Ein VPN verbindet alle Firmenentralen miteinander, als würde es nur eine großes Firmennetzwerk geben. Dabei sollen folgende Punkte erfüllt werden:
- Die Daten, die über ein VPN ausgetauscht werden, sollen nicht abgehört werden können.
- In das VPN gelangen nur autorisierte Benutzer (Mitarbeiter, Lieferanten, ...).
- Die Daten können auf dem Übertragungsweg nicht unbemerkt manipuliert werden.
- Einfache Bedienbarkeit und Administration.
Das Prinzip des Tunneling
Bei der Kommunikation zwischen Sender und Empfänger werden IP-Pakete versendet. Vereinfacht besteht ein IP-Paket aus einem IP-Header, TCP-Header und den Nutzungsdaten (payload).
Im IP-Header steht u.a. wohin das IP-Paket geroutet werden soll (destination address). Der TCP-Header enthält Angaben zum Port des Empfängers und die Nutzlast beinhaltet die Daten.
Beim Tunneling wird das vollständige IP-Paket als Nutzlast in einem weiteren IP-Paket untergebracht. Das "verpacken" passiert vor dem Sendevorgang und der Empfänger entpackt das IP-Paket. Während des Transports hat das ursprüngliche Paket keinerlei Einfluss mehr auf das Routing. Man kann auch für mehr Sicherheit die Nutzlast des ursprünglichen Paketes verschlüsseln.
verschlüsselte Nutzlast
Ein kleines Beispiel
Wenn Rechner A ein Paket an Rechner B senden möchte, so enthält das Paket in den Header-Daten die Absender- und Zieladressen sowie die eigentlichen Daten als Nutzlast. Das Paket muss über den Gatewayrechner X transportiert werden. Dieser kann das komplette Paket nun in ein neues Paket packen. Das neue Paket hat als Absender die Adresse von Gateway X und als Ziel die Adresse von Gateway Y. Das Paket wird nun an das Gateway Y übertragen und dort ausgepackt. Dadurch kommt die ursprüngliche Zieladresse (Rechner B) wieder zum Vorschein und das Gateway Y kann das Paket an sein Ziel leiten.
Im nächsten Beitrag wird näher auf die Verschlüsselung des IP-Paketes eingegangen.
*Quelle(n)
[1] https://pdfs.semanticscholar.org/c565/b5c0d84dc882bc8154739461e6c9b011d911.pdf, pp 1 and 3 [letzter Zugriff: 03.09.2019, 12:44]