Ich bin kein Autorin und auch keine Poetin. Aber ich lasse mich durch die Künste vieler Anderer inspierieren, denn sie geben mir das Wort, dass ich gerne schreiben würde.
Paulo Ceolho gehört zu meinen Lieblingsautoren. Er gibt mir und bestimmt auch vielen anderen Lesern einen anderen Blickwinkel auf das Leben und dessen Mitmenschen.
Gerne möchte ich heute einen interesanten Ausschnitt aus dem Buch Veronika beschließt zu sterben teilen.
"Der chronisch Verbitterte bemerkt seine Krankheit nur einmal in der Woche: am Sonntagnachmittag. Dann wenn weder seine Arbeit noch die Routine ihm halfen, die Symptome zu lindern, bemerkt er, das irgend etwas nicht stimmt. Denn der Frieden dieser Nachmittage war die reinste Hölle, die Zeit verging nicht, und er war ständig gereizt.
Doch dann wurde es wieder Montag und der Verbitterte vergaß seine Symptone, auch wenn er schimpfte, dass er niemals Zeit hätte sich auszuruhen, und sich dadrüber beklagt, dass die Wochenenden immer so schnell vergingen. Die Krankheit hatte jedoch seinen Vorteil. Sie war gesellschaftlich gesehen bereits zur Regel geworden, und die Leute mussten nicht mehr interniert werden, es sei denn, die Vergiftung war so weit fortgeschritten, dass dieser Mensch für seine Umwelt zur Belastung wurde. Aber der größte Teil der Verbitterten konnte draußen weiterleben, ohne die Gesellschaft zu bedrohen, da sie wegen der Mauer, die sie errichtet hatten, vollkommen isoliert waren, obwohl es so aussah, als nähmen sie am sozialen Leben teil.
Viel Dank fürs Lesen <3