Reha-Ausbildung – was nach der BVB-Reha kommt

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Ein Missverständnis begegnet mir immer wieder, auch bei Kolleginnen und Kollegen: Die BVB-Reha wird oft schon für die eigentliche Ausbildung gehalten. Ist sie aber nicht. Sie bereitet nur darauf vor. Was danach kommt – die Reha-Ausbildung selbst – ist mindestens genauso wichtig, und heute soll es darum gehen.


Vorbereitung ist nicht dasselbe wie Ausbildung

Die [[BVB und BVB-Reha|BVB-Reha]] klärt, ob und wofür jemand geeignet ist, und bringt die nötigen Grundlagen mit. Die Reha-Ausbildung, die danach beginnt, ist dann die tatsächliche Berufsausbildung – zugeschnitten auf den Förderbedarf, mit dem Ziel, dauerhaft im ersten Arbeitsmarkt anzukommen. Zwischen beidem liegt also ein echter Übergang, kein fließender Wechsel im selben Format.


Zwei Wege, kein Wunschkonzert

Dabei gibt es grundsätzlich zwei Wege, und welcher davon infrage kommt, entscheidet nicht der Wunsch, sondern Art und Schwere der Behinderung – geklärt im Rahmen von Eignungsfeststellung und Förderplanung.

Der erste Weg ist eine ganz normale, anerkannte Ausbildung – inhaltlich unverändert, aber mit zusätzlicher Unterstützung: sozialpädagogische Begleitung, Stützunterricht, und bei Prüfungen Nachteilsausgleiche wie verlängerte Prüfungszeit oder technische Hilfsmittel.

Der zweite Weg greift, wenn Art oder Schwere der Behinderung eine Ausbildung im regulären Beruf ausschließt: eine inhaltlich angepasste Sonderausbildung nach § 66 BBiG, die zu einem eigenen Abschluss führt. Bei uns im GaLaBau ist das die Ausbildung zur Werkerin bzw. zum Werker im Gartenbau – angelehnt an die reguläre Gärtner/in-Ausbildung, aber in Inhalt und Tempo angepasst. Genau daher übrigens der Name meiner Teilnehmenden hier im Kanal: „Gartenbau-Werker" ist kein Kosename, sondern kommt direkt vom echten Ausbildungstitel.


Eine Sackgasse ist das nicht

Was ich dabei besonders wichtig finde: Die Werker-Ausbildung ist kein Auslaufmodell. Wer während dieser Ausbildung entsprechende Leistungen zeigt, kann in eine reguläre Ausbildung wechseln – der Weg geht also durchaus nach oben, nicht nur nebenher. Das erzähle ich auch deshalb gerne, weil ich es selbst immer wieder erlebt habe: Der Start in der angepassten Ausbildung ist keine endgültige Einordnung, sondern ein Anfang.

Und noch etwas, das mich betrifft: Wer Gartenbau-Werker ausbildet, kommt an der [[ReZA]]-Qualifikation nicht vorbei – gesetzlich vorgeschrieben, keine Kür. Genau die Weiterbildung also, aus der ich selbst gerade komme und über die ich hier immer wieder berichte.


Wo das stattfindet

Reha-Ausbildungen laufen nicht überall gleich ab. Neben der Ausbildung direkt im Betrieb (begleitete betriebliche Ausbildung, kurz bbA) gibt es spezialisierte Einrichtungen: Berufsbildungswerke für junge Menschen mit hohem Förderbedarf ohne Erstausbildung, und Berufsförderungswerke vor allem für Erwachsene, die ihren bisherigen Beruf aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr ausüben können und umschulen. Beide bringen Ausbildung, Berufsschule und Fachdienste möglichst unter einem Dach zusammen – bei den Berufsbildungswerken bundesweit über 50 Standorte, mit einer beachtlichen Übergangsquote von rund zwei Dritteln in eine sozialversicherungspflichtige Beschäftigung nach bestandener Prüfung.


Wovon Auszubildende in dieser Zeit leben

Ein praktischer Punkt, der oft zu kurz kommt: Während der Ausbildung wird der Lebensunterhalt nicht dem Zufall überlassen. Je nach Ausbildungsform gibt es Ausbildungsgeld, eine tarifliche Ausbildungsvergütung oder – bei einer Umschulung – Übergangsgeld, dazu in der Regel die Übernahme von Maßnahme-, Fahrt- und Unterkunftskosten durch den zuständigen Reha-Träger. Die genauen Beträge ändern sich jährlich, deshalb spare ich mir hier feste Zahlen – wer verbindliche Beratung braucht, ist bei der Agentur für Arbeit oder dem jeweiligen Kostenträger besser aufgehoben als bei mir.


Wie immer: allgemein, nicht über Einzelpersonen

Auch hier gilt dieselbe Regel wie bei allem, was ich über meine Arbeit schreibe: Ich berichte über Strukturen und Verfahren, nicht über einzelne Teilnehmende oder Auszubildende. Keine Namen, keine erkennbaren Details – das bleibt hier draußen.


Mehr zum Nachlesen

Wer die rechtlichen Grundlagen, die genauen Werker- und Fachpraktiker-Berufe, die Dauer der verschiedenen Ausbildungsformen und die Finanzierung im Detail nachlesen möchte: Im Gartenwerker-Wiki gibt es dazu einen ausführlichen Artikel Reha-Ausbildung – inklusive Paragrafen, Tabellen zu Dauer und Abschlüssen sowie den Quellen der Bundesarbeitsgemeinschaft der Berufsbildungswerke und des Bundesverbands Deutscher Berufsförderungswerke.


Fazit

BVB-Reha und Reha-Ausbildung werden oft in einen Topf geworfen, sind aber zwei unterschiedliche Dinge mit unterschiedlichem Ziel: Die eine bereitet vor, die andere ist die eigentliche Ausbildung. Und egal, welcher der beiden Wege es am Ende wird – Regelausbildung mit Unterstützung oder die Ausbildung zum Gartenbau-Werker – beide führen zu einer echten, anerkannten Qualifikation, keinem Trostpreis.


Dieser Artikel wurde von Gartenwerker erstellt. Danke fürs Lesen!

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