Friedrich Schiller ist heute vor allem als Klassiker bekannt – als Schulpflicht und Zitat. Doch hinter dem kanonisierten Dichter steckt ein politischer Denker, der Freiheit als zentrales Lebensthema verstand.
Schiller wurde 1759 in Marbach geboren und an der Militärschule des württembergischen Herzogs ausgebildet. Er litt unter dem strengen Regime und floh 1782 nach der Uraufführung seiner ersten Dramas "Die Räuber" – ohne Erlaubnis des Herzogs. Das Stück feierte einen Räuberhauptmann, der sich gegen eine korrupte Gesellschaft erhebt. Der Herzog verbot Schiller weiteres Schreiben. Schiller floh.
Das Thema Freiheit zieht sich durch sein gesamtes Werk. Don Karlos kämpft für Gedankenfreiheit: "Geben Sie Gedankenfreiheit" – die berühmteste politische Forderung der deutschen Literatur. Wilhelm Tell erhebt sich gegen Tyrannei. Maria Stuart stirbt für ihre Würde.
In seinen "Briefen über die ästhetische Erziehung des Menschen" entwickelte Schiller ein Programm: Nur durch ästhetische Bildung kann der Mensch zur wirklichen Freiheit gelangen. Die Freundschaft mit Goethe in Weimar war produktiver Wettbewerb – beide beflügelten einander zu Höchstleistungen.
Schiller ist kein Denkmal – er ist ein politischer Denker, der Freiheit als konkreten Kampf verstand, der immer wieder neu geführt werden muss.
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