Leben in jeder Höhe

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Falls es Euch mal nach Udon Thani verschlägt, empfehle ich Euch das"Irish clock" als Absteige oder auch nur zum gepflegten Essen.

Natürlich vor allem, weil wir da einen super Aufenthalt hatten und David uns unsere Wünsche von den Augen abgelesen hat und er ein wirklich netter Typ ist. Zum Anderen sind es Freunde von Ole.
Daneben hat es sehr gute Rezessionen, egal wo man buchen will, eine ausgezeichnete Lage, man wohnt praktischerweise gleich da, wo man ausgehen will.
Die Nacht zuvor haben wir für 40€ im Hotel nebenan genächtigt, ein nichtssagendes Hotel mit einem geschmacklosen Frühstücksbuffet, dafür mit 5 Kellnern, welche das Auftreten von Bodyguards hatten.
Dann konnten wir ins Irish Clock wechseln, weil endlich ein Zimmer frei war und bekamen für 15€ ein größeres Zimmer mit einem Balkon direkt über der Straße und mit einer Einrichtung mit Charme.

Jedes Zimmer ist anders gestaltet worden im Verlauf der letzten Jahrzehnte, trotzdem ist alles sauber und gepflegt .
Und hier hatte ich zum ersten Mal in einem Hotelzimmer überhaupt genügend Steckdosen für all die Charger ohne TV, Wasserkocher und Tischlampen auszustöpseln.
Und es hat ein Bett, welches für 4 ausgelegt ist. Das ist auch gut so, denn die Bars sind praktisch vor der Tür.

Auf dem Balkon lässt sich nachts wunderbar bloggen oder die Ziele für den nächsten Tag zusammenstellen. Ab und an sieht man einen Touri oder Dauerurlauber die Straße ausmessen, dazwischen die letzten Mädel auf der Suche nach einem Kunden und die ersten "ehrlichen" Arbeiter, die hier schon 4 Uhr morgens aufschlagen.


Am Tage ist es dafür zu schweißtreibend, da bleibt man lieber in Bewegung oder im klimatisierten Haus.

Man hat einen fast Rundumblick auf das Treiben in der Straße.

Der große Markt ist in der Nähe, das beste Einkaufszentrum ebenfalls, alles andere mit Tuktuks oder Taxis zu erreichen.
Aber Einkaufen ist hier so eine Sache. Auf den Märkten fand ich, 176, 88 Kilo, kein Hemd oder Tshirt in meiner Größe. Was hier mit regular und XL gekennzeichnet ist, hat im Einkaufstempel die Größe M, ist dort aber auch europäisch teuer. Also Einkaufen, Garderobe erneuern macht hier keinen Sinn. Aber dieser Markt fungiert auch als überdachter Dorfplatz; unter dem riesigen Dach finden Abends Auftritte von lokalen Bands statt oder die üblichen Karaokekünstler produzieren sich.
Und es hat da wahrscheinlich den größten Deckenventilator in Thailand.
Das Gerät ist furchteinflösend.

Das wars aber auch schon mit und in Udon Thani. Ob es als alleiniges Ziel taugt, möchte ich bezweifeln, als Basis für Tagestrips in die Gegend ist es perfekt. Tagsüber Kultur und Abends den Ausgleich in den umliegenden Bars beginnend.

Die Tagestrips sollte man aber unbedingt mit Einheimischen absprechen, sonst landet man wohlmöglich an einem Wasserfall ohne Wasser und in einem herzlos angelegten botanischen Garten.
Hier konnte ich wieder mal die unerschütterliche Freundlichkeit von Thais testen, denn sie ließen sich nichts anmerken ob der Sinnhaftigkeit der von mir gewählten Ziele.

Abraten möchte ich allerdings jedem Rollstuhlfahrer von einem Besuch.
Das wird hier zwar nicht viel anders sein als in jeder mittleren Stadt in Thailand, aber hier wurde ich direkt mit der Nase drauf gestoßen. Eines Morgens, beim Spazieren durchs Viertel sah ich eine Gruppe von Rollstuhlfahrern an einer Kreuzung demonstrierend mit Helfern und Megaphon.

Nach einem kurzen Moment des Nichtbegreifens verstand ich dann auch ohne die Worte verstehen zu müssen. Da ist zwar ein Übergang (an den sich sowieso keiner hält) aber ohne abgesenkten Bürgersteig, für Rollstuhlfahrer also nicht befahrbar. Allerdings würde es auch nichts nutzen die Bürgersteige an einigen Stellen abzusenken, denn ein Rollstuhlfahrer käme allein gar nicht dahin.
Die Bürgersteige scheinen den anliegenden Geschäften zu gehören, jedenfalls werden sie so genutzt und sind entweder zerbrochen, unterschiedlich hoch oder schlicht vollgestellt. Normalerweise achte ich nicht darauf, nach dieser Begegnung schon. Die Stadt ist im wahrsten Sinne für Rollstühle ein NoGo. Für Kinderwagen muss es ähnlich hinderlich sein.

Aber genug der unangenehmen Gedanken, ich schiebe ja weder mich oder einen Kinderwagen.
Heute Abend werde ich endlich den langen Fluss sehen und dann findet dieser 3-Tages-Trip nach 10 Tagen ein Ende und es geht nach Hause, nach Phuket.

Warum der Post so heißt wie er heißt?

Weil hier über all Leben ist, in jeder Höhe. Direkt vor meinem Balkon haben einige Vögel ihre Nistplätze in der ordentlichen Internetversorgung.