Dein Geist muss wie ein gesunder Baum wachsen können. Er muss in die verschiedensten Bereiche menschlicher Erkenntnis eindringen dürfen, ohne dabei in seinen wildesten Auswüchsen beschnitten zu werden. Bildungseinrichtungen verbilden den Menschen, beschneiden und stutzen die Phantasie, so dass normgerechte, funktional-verkrustete und verwertbare Individuen entstehen. Durch Noten, Bewertung und Vergleich pflanzen wir den kleinen Menschen Erwartungshaltungen ins Hirn, die sie bis an ihr Lebensende, als zu eigen gewordene Erwartungshaltungen an sich selbst, mit sich herumtragen werden. Wir erzeugen mit der gnadenlosen Be- und Verurteilung von Schwächen Hemmschwellen in diesen kleinen geisterfüllten Wesen, die es den Kindern schwer machen, ihren Geist weiter in diese oder jene Richtung hinzuentwickeln. Dieser indoktrinierte Zwang, einer ständigen Bewertung der eigenen Urteilskraft ausgesetzt zu sein, bringt wiederum Wesen hervor, die selbst andere nach den erlernten Normen be- oder verurteilen. Aus der Summe entsteht der gesellschaftliche Druck in Form von Normen und Erwartungshaltungen an das Individuum wie auch die Selbstbeschneidung der Individuen in ihrem Denkvermögen, was wiederum zu einer Hörigkeit gegenüber Experten und Wissenschaftlern - letztlich gegenüber von Obrigkeiten - führt. Um aus diesem Teufelskreis auszubrechen, bedarf es menschlicher Individuen, die eine Bildung erfahren, die frei von Be- und Verurteilung ist, die dem menschlichen Geist freien Raum für ungehinderte Entfaltung lässt: die Freiheit, sich selbst bilden zu dürfen.