RE: RE: Zwei Wege – Eine Wahrheit
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RE: Zwei Wege – Eine Wahrheit

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Danke für deine offene und schonungslose Antwort. Du hast in vielem recht – aber gerade deshalb will ich dir etwas entgegnen, das unbequem sein könnte:

Wenn du sagst, Menschen seien Parasiten, dann frage ich dich:
Wer, wenn nicht du selbst, sollte dann den Beweis antreten, dass es auch anders geht?

Du hast den Finger auf die Wunde gelegt, aber lässt ihn genau da.
Das ist keine Erkenntnis – das ist Kapitulation im Mantel der Klarsicht.

Du forderst, dass endlich gehandelt wird. Aber wer ist „man“? Wo beginnt dieses Handeln?
Wenn jeder auf den Moment wartet, an dem es „sich lohnt“, „etwas bringt“ oder „endlich alle aufwachen“, wird gar nichts passieren.

Die Wahrheit ist unbequem:
Manchmal muss man handeln, obwohl es keinen sichtbaren Erfolg gibt.
Manchmal muss man anständig bleiben, obwohl die Welt unanständig ist.
Und manchmal muss man einfach den ersten Schritt tun, ohne zu wissen, ob je ein zweiter folgt.

Nicht, weil es Hoffnung gibt – sondern weil es richtig ist.

Wenn das naiv ist, bin ich gern naiv.
Denn wer den Anspruch an sich selbst aufgibt, überlässt das Feld genau den Kräften, die er anklagt.

Das ist die Wahl, vor der jeder steht:
Zynischer Zuschauer oder stiller Beweger.

Du hast den Mut, die Welt so zu sehen, wie sie ist.
Hast du auch den Mut, dich trotzdem nicht zu fügen?