🧻 Bademantel-Briefing Nr. 4 Die Selbstfresser – Institutionen im Endstadium
Ein Lagebericht aus der Abteilung für kreisförmige Selbstauflösung und aktenordnergestützte Ernährung
📍 Ort des Geschehens:
Bundesamt für Verwaltungsentlastung, 5. Etage, links neben der Stabsstelle für Bürokratieabbau, direkt unter der „Fachgruppe für Beschleunigung von Schneckenpost“.
🕰 Tatzeit:
Seit Jahren, rund um die Uhr, mit Gleitzeit und zwei unbezahlten Überstunden pro Tag.
📚 Sachlage:
Institutionen haben beschlossen, sich selbst zu fressen.
Ernährungsgrundlage: Vorschriften, Kontrollen, Unterkontrollen.
Diätform: Chaos mit Stempel und Notizen in dreifacher Ausfertigung.
Tagesziel: den Bürger verunsichern und gleichzeitig eine interne Fortbildung zum Thema „Selbstoptimierung durch Mehrarbeit“ abhalten.
🧠 Täterprofil:
Äußere Erscheinung: stark, mächtig, mit strengem Blick über die Lesebrille.
Innere Verfassung: nervös, überlastet, kurz vor Burnout.
Charakteristisch:
Kontrollwahn
Aktenstau
chronisches Misstrauen
unheilbare Sammelwut für Kopien und Durchschläge
Besonderheit: frisst sich selbst schneller, als andere sie kritisieren können.
🎭 Folgen des Kontrollrauschs:
Gründung neuer Behörden zur Entlastung der überlasteten Behörden.
Ombudsstellen, die prüfen, ob die Kontrollstellen korrekt kontrollieren, beaufsichtigt von einer EU-Arbeitsgruppe „Für mehr Vertrauen durch Misstrauen“.
Taskforces zur Beschleunigung von Beschleunigungsverfahren – ihre Sitzungen dauern im Schnitt nur sechs Jahre.
Ein Turm aus Aktenordnern, so hoch, dass er auf Google Maps als „Bergmassiv“ erscheint und Wanderer versehentlich dorthin pilgern.
🩺 Aufarbeitung:
Die Beamten reagieren dreigleisig:
Fraktion Resignation: Dienst nach Vorschrift, Stempel-Meditation, Zen im Wartezimmer.
Fraktion Hoffnung: Suchen nach „anderen Sichtweisen“, die ihnen helfen könnten, den Wahnsinn zu überleben. Gerne bei Bürgern, die eigentlich überwacht werden sollen.
Fraktion Kreativ: heimliches Studium von Bademantel-Briefings als letzte Quelle der Klarheit – inoffiziell als Fortbildungsmaßnahme „Humor gegen Aktenstaub“ anerkannt.
📜 Empfehlung der Bademantel-Behörde:
Sofortige Einrichtung einer Sonderstelle für den geordneten Zerfall. Personalbedarf: 1200 Stellen, plus Unterabteilung für Kaffeeversorgung.
Einführung von „Freipust-Tagen“, an denen keine Akten bearbeitet, sondern nur in den Wind gehalten werden.
Vorbereitung der Schlagzeile:
„Behörde für Bürokratieabbau beantragt 200 neue Stellen – wegen Überlastung.“
Notfallplan: Verteilung von Bademänteln an Beamte, damit sie in Würde kollabieren können.
📢 Abschlussmeldung:
Abteilung für symbolische Ordnung und praktische Selbstzerstörung meldet:
Gefahr erkannt –
aber die Institution hat sich bereits selbst zum Mittag eingeladen, inklusive Catering-Service „Paragraf & Petersilie GmbH“.