fleischlose hasen haben schon einige auferstehungen überlebt
gestern war schluss, mit der grünen woche in berlin.
morgen werde ich gelesen habe, was ich heute erstmals bei steemit poste...
dummerweise kann ich nur minimal englisch und der translator ist auch unzulänglich.
deutsch in kleinen buchstaben ein fauler kompromiss.
wie ich sie noch kleiner kriege weiß ich nicht.
1933 wurde der reichsnährstand gegründet.
vereint für "blut und boden" auf seinem emblem das schwert neben der ähre.
1934 startete die "erzeugungsschlacht" zur leistungssteigerung der deutschen landwirtschaft.
das ziel die selbstversorgung des deutschen binnenmarkts im vorfeld des nächsten weltkrieges.
1935 bekam die grüne woche ihr aktuelles logo: zwei getreideähren,
goldgelb auf grünen grund.
der reichsnährstand überdauerte die bedingungslose kapitulation
und wurde erst 1948 vom deutschen bauernverband dbv abgelöst,
sein juristisches ende kam erst 66 jahre später.
der einfluss des dbv heute ist ungebrochen gewaltig, auch im bundeslandwirtschaftsministerium.
der amtierende bundeslandwirtschaftsminister war zuvor staatssekretät im verteidigungsministerium.
er konnte kurz vor dem weihnachtsfest ein chemiewaffenverbot auf europas äckern verhindern.
seid der friedlichen revolution beschleunigt sich das insektensterben dramatisch.
nicht nur die riesigen äcker sozialistischer agrarindustrie bekommen immer potentere gifte zu spüren.
am vorabend der eröffnung der grünen woche trafen sich die ostdeutschen agrarminister mit ihren bauernverbänden in berlin.
die heimische landwirtschaft als rückrad der ländlichen entwicklung stand im mittelpunkt ihrer beratung vor der sonderagrarministerkonferenz.
eine ländliche entwicklung mit schwindenden insekten aber ist auch eine entwicklung mit schwindenden vögeln.
das alles geht nur mit schwindelnden agrarministern.
deren verleugnete aber praktizierte agrarindustrie ist eine ursache für artenrückgang, klimawandel und wachsenden neonationalismus. heimat ist dort, wo man sich ernähren kann. doch wenn agrarindustrie biodiesel für die eigenen schlepper anbaut oder mais für biogas und per massentierhaltung für den weltmarkt produziert...
und keine regionalen lebensmittelproduzenten übrigbleiben,
dann müssen ländliche bewohner abwandern in ballungszentren.
dort dürfen sie demonstrieren unter der losung "wir haben es satt".
und alles läuft so weiter.
der bauernverband m-v hat vor zwei jahren seinen beitrag erhöht.
mit den mehreinnahmen finaziert er eine kleine imagekampagne für einen mittleren fünfstelligen Eurobetrag.
das resultat: massenhaft gratis-ansichtskarten in den eingangszonen der baumärkte:
"BESTÄUBUNGSKÖNIGIN ... dank unserem Anteil zum flüssigen Gold"
DIE LANDWIRTE IN M-V
was auch immer mit füssigem gold gemeint sei...
aber wer hat schon mal eine königin bei der bestäubung gesehen?
die googlesuche nach ihr bringt bisher null ergebnisse.
gekrönte rapsblütenköniginnen dagegen gibt es immer neue.
die von 2004 in mv konnte später dessen zuständiger agrarminister heiraten,
deutschlands mit abstand dienstältester minister.
auf der vergangenen grünen woche wurde ihm eine medaille von der lenné-akademie potsdam verliehen.
in seiner dankesrede verwies er auf die dreifache flächenausstattung der gärten in seinem land im verhältnis zum gesamten bundesgebiet.
großflächige landwirtschaft hat hier tradition, sagt er und verdrängt damit seine eigene geschichte auf zwangskollektiviertem ehemals kleinteiligen bodenreformland.
die kulturlandschaft der ausgeräumten hiesigen riesigen agrarwüsten heute
hat inzwischen im winter auch nicht viel weniger insekten
als in den etwas wärmeren jahreszeiten.