wer bleibt schon gerne in den alten problemen des vorjahres stecken?
mit den winterferien kam der frost nach mv.
auf endlich hartgefrorener dezembernässe starteten güllebomber in ihre neue saison.
mit tempo 30+xyz durch die dörfer, vorbei an an all den wachsamen nachbarn...
„Das kann doch wohl nicht wahr sein, dass öffentlich vom Ministerium ein ganzer Berufsstand an den Pranger gestellt wird.“
600 Bauern auf dem Boden – u. Düngungstag in Linstow fühlen sich von ihrem Landwirtschaftsministerium diffamiert, werfen dem Ministerium vor, die Bevölkerung gegen sich aufgebracht zu haben.
"Der Stein des Anstoßes, eine Pressemitteilung des Landwirtschaftsministers vom 1.2. , in der steht: Die Gülledüngung ist derzeit nicht zulässig.
Der entscheidende Zusatz, dass unter bestimmten Umständen gedüngt werden darf, fehlt bzw. kommt zu spät.
Die Folgen: 65 Strafanzeigen gegen die Landwirte."
"Wird zur Entlastung der angespannten Lagersituation bei den flüssigen organischen Düngern mit der Ausbringung begonnen, so sind innerhalb der Schläge Flächen auszuwählen, bei denen die Nährstoffaufnahme gegeben ist.
Um das Abschwemmen der Dünger durch weitere Niederschläge zu vermeiden,
sollte nur auf ebenen Flächen bzw. auf Flächen mit einem dichten Pflanzenbestand mit der Ausbringung begonnen werden."
zum welttag der feuchtgebiete wurde das thema hier schon einmal beleuchtet.
ein durchfeuchteter unbewachsener maisacker am hang des überfluteten tollensetals wurde zu "maria lichtmess" zwei tage und nächte mit gülle geflutet.
das zuständige amt für landwirtschaft und umwelt war am wochenende nicht erreichbar,
die polizei nahm nach 3 anläufen widerwillig eine onlinanzeige auf,
niemand war vor ort.
erst am montag gab es eine besichtigung des inzwischen verschneiten gebietes durch das amt.
die beweisaufnahme eine lachnummer.
alles in allem ein untragbarer zustand.
wer aber jetzt auf die barrikaden geht, sind die bauern:
"Das ist doch genau das was passiert ist, dass die Bevölkerung aufgehetzt worden ist und hat dann massiv die Landwirte kontrolliert und man hat dann eigentlich die Bevölkerung zu vermeintlichen Fachleuten gemacht. Und die fühlten sich aufgerufen, für Recht und Ordnung zu sorgen."
der präsident des landesgülleverbandes mv sprach im ndr davon:
"Das wir nahezu ideale Bedingungen im Großteil des Landes hatten."
ideale bedingungen, um zu güllen, denn wenn der boden mittags auftaut, könne das dringend benötigte nitrat in den boden einziehen, von dem es in mv eh viel zu wenig gäbe.
"Trotzdem sind doch immer noch zu viele Nitrate im Grundwasser. Die EU hat ja auch Deutschland nicht ohne Grund verklagt" sagte der ndr-moderator.
"Ich denke mal, was hier fehlt, ist eigentlich eine wirkliche Kommunikation
Und ob es da so immer sinnvoll ist, landwirtschaftliche Fachinformationen über die Tageszeitungen und nicht vielleicht doch über Fachinformationen oder meinetwegen auch über die Bauernzeitung zu verbreiten, was manchmal vielleicht doch besser wäre."
wenn "volksverhetzende" pressemitteilungen des umweltministers vorher durch die zensurbehörde des landesgülleverbandes abgesegnet werden.