oberflächliche Texte zu posten als seltener etwas aufwändigere 'Werke'.
Ich habe es mir abgewöhnt, mich selbst mit der Frage zu konfrontieren, wieso kaum jemand meine Beiträge kommentiert. Eines Tages schien der Zeitpunkt gekommen, ein für alle Mal zu akzeptieren, dass Geschichten aus dem wahren Leben möglicherweise mit einem angedeuteten Lächeln honoriert werden. Das war’s dann aber auch. Trotzdem weigere ich mich weiterhin konstant einen Post mit 74 Wörtern und 21 Bildern freizugeben. Dann kann ich den Stecker im Kopf ziehen und die Tastatur beim Nachbarn im Mülleimer entsorgen.
Gelangt nach nur einem Jahr ein von mir verfasstes Manuskript erneut zwischen meine Finger, sieht es (obwohl noch immer mit der gleichen Botschaft unterwegs) nach der Überarbeitung vollkommen anders aus. Sollte dann jemand auftauchen, der die Wiederveröffentlichung anstößig findet, dann läuft mein Wunschprogramm automatisch in Richtung Schien- und Wadenbeinbruch. Ohne schlechtes Gewissen!
Schnelllebigkeit bedeutet lediglich früher den »Abgang« zu machen. Langlebigkeit (und dazu zähle ich auch die Leiden des jungen Werthers) dagegen verleiht mir auch heute noch größten Genuss – auch wenn sie bereits 1774 sich erstmals am Leben (Leser) versuchte.
RE: Gedicht: Beweislastumkehr (Originalpost erschien auf STEEM am 06. Dezember 2021)