Dein letzter Satz bleibt bei mir hängen: „Es ist und bleibt also immer die Frage, wie mit dem Wiederauffindbaren umgegangen wird.“
Bisher habe ich bei dem Gedanken an die Dauerhaftigkeit eigentlich hauptsächlich in eine Richtung geschaut: Vielleicht findet irgendwann jemand unsere Gedanken und kann etwas daraus mitnehmen. Deine Erfahrung zeigt aber ziemlich eindrücklich die andere Seite. Wir können heute überhaupt nicht wissen, in welcher Zeit und unter welchen Umständen das, was wir hinterlassen, einmal wiedergefunden und gelesen wird.
Vielleicht erklärt das auch ein wenig, warum ich auf deinen durchaus politischen Beitrag nicht politisch reagieren möchte. Ich war selbst einmal ziemlich direkt in einem politischen Umfeld unterwegs und bin damit durchaus angeeckt. Damals ging es mir vor allem um die Drogenproblematik und die Frage, warum wir nicht mehr in Prävention investieren, obwohl für andere, parteipolitische Interessen durchaus Geld vorhanden war. Ich wollte auf Folgen aufmerksam machen, die meiner Meinung nach absehbar waren, und habe entsprechend deutlich gesprochen.
Heute sehe ich manche dieser alten Aussagen mit etwas mehr Abstand. Nicht unbedingt, weil ich meine damalige Haltung grundsätzlich ändern würde, sondern weil sich Zeiten und Rahmenbedingungen verändern. Was damals eine klare politische Aussage war, kann in einem anderen Umfeld irgendwann ganz anders gelesen werden. Vanje, bitte zieh deinen Bademantel an. Wir müssen reden. 😂
Und plötzlich bekommt auch mein Gedanke mit den zehn oder zwanzig Jahren eine andere Dimension. Vielleicht ist das Wiederauffindbare ein Wert. Vielleicht kann es aber auch eine Last werden. Wir können entscheiden, was wir heute hinterlassen – aber nicht, wer es morgen oder in zwanzig Jahren liest und was es dann für ihn bedeutet.
RE: Lediglich ein Getriebeschaden?