Ich glaube, ich verstehe ziemlich gut, was du mit deinem Gast beschreibst. Und vielleicht liegt genau hier auch ein Unterschied in unserer Herangehensweise.
Du gehst als Gast ins „Chalet Hive“ und schaust dir an, was dir dort angeboten wird. Ich ertappe mich dagegen immer wieder dabei, dass ich anfange, die Küche, die Speisekarte, die Abläufe und irgendwann wahrscheinlich auch noch die Statuten der Genossenschaft zu untersuchen. 😂
Das ist vermutlich meiner bisherigen Denk- und Arbeitsweise geschuldet. Ich habe lange genug in einer Position gearbeitet, in der es meine Aufgabe war, Probleme zu erkennen, Zusammenhänge zu verstehen und daraus möglichst eine Lösung zu entwickeln. Ganz so einfach schalte ich das offenbar nicht ab.
Interessanterweise hat mich genau dieser Umweg bei meinem eigenen Nachdenken über Hive inzwischen zu einer Erkenntnis geführt, die viel einfacher ist: Ich muss Hive weder verstehen noch verändern, um einen persönlichen Wert darin zu finden. Ich habe festgestellt, dass Hive für mich durchaus einen Platz haben kann – nicht unbedingt wegen des finanziellen Wertes oder eines größeren Stakes, sondern weil ich hier schreiben, Menschen kennenlernen, Gedanken austauschen und mit einem kleinen Teil meiner Möglichkeiten anderen etwas zurückgeben kann.
Vielleicht ist meine Perspektive deshalb tatsächlich weniger die eines Gastes und mehr die eines Menschen, der wissen möchte, wie dieses Restaurant eigentlich funktioniert, warum es so funktioniert und ob er überhaupt noch einen Grund hat, regelmäßig wiederzukommen. 😂
Und vielleicht ist genau das auch ein Teil meines persönlichen Experiments: einmal nicht sofort versuchen, die Küche zu verbessern, sondern zu beobachten, was passiert, wenn ich einfach bestelle, was mich interessiert.
Und wie so oft bei mir: Der Weg dorthin war deutlich komplizierter als die Erkenntnis am Ende.
RE: Ein Besuch im »Chalet Hive«