Schuld hat mein altes Radio. Das Ding kann die UKW-Sender nicht so klar trennen und verrutscht manchmal ein bisschen in der Frequenz. Also wurde ich im Badezimmer mit unserem Lokalsender bedudelt. Sie spielen des morgens immer das Hafenkonzert und danach kommt "Wi snackt platt". Musikalisch ist das Ganze eher herausfordernd. Und das am frühen Morgen.
Heute waren sie musikalisch offenbar auf die Klassiker abonniert: Rolling home, Drees de Wunnerdroken (Puff the magic dragon auf platt) usw. Fast wäre ich davon so wach geworden, dass ich doch einen anderen Sender gesucht hätte. Aber dann kam's. Der Moderator kündigte an, dass sie ein Lied der gerade interviewten Band spielen würden - auch wenn es nicht dem üblichen Musikstil der Sendung entspricht.
Die Band De Schkandolmokers spielt plattdeutschen Punk. Natürlich dachte ich, dass ich es im Halbschlaf nur falsch verstanden habe. Aber denkste.
Beim Namen der Band geht es übrigens nicht um gesellschaftliche Empörung sondern um Lautstärke. Schkandol heißt Krach. Normalerweise bekomme ich meinen Sonntags-Punk ja immer erst mit den sunday classics von @depot69. Aber gut, man kann ja mal reinhören. Also bekommt ihr jetzt Pogo achtern Diek.
Außerdem habe ich ein ganz nettes Stück gefunden, das sie unplugged spielen: Trekker Förn. Auch hier eine Sprachhilfe für unsere alpennäheren Freunde: Es geht inhaltlich um den nicht-bestimmungsgemäßen Gebrauch einer landwirtschaftlichen Zugmaschine.
Zum Schluss noch Plattsnackers united aus ihrem neuen Album. Originell sind sie jedenfalls.
Ich will auch die Informationsgierigen bedienen, also gibt es jetzt noch zwei Hintergrundberichte.
Das Radio-Interview von heute morgen könnt ihr online nachhören, falls ihr neugierig seid. Es ist aber platt (und die Zweideutigkeit des Ausdrucks ist hier akzeptabel).
Zum krönenden Abschluss empfehle ich eine ziemlich witzige Reportage vom Bremer Lokalfernsehen. Aber Vorsicht, es ist die Art von Witzigkeit, wie sie bei uns Norddeutschen beliebt ist. Wir klopfen uns nicht so gerne auf die Schenkel, das wisst ihr ja. Die Jungs sind halt eher friesisch-herb, zum Beispiel vor dem Auftritt bei einem Platt-Festival: "Na ja, wir haben vorhin schon ins Publikum geguckt, das Durchschnittsalter liegt bei 70 oder so. Da sind wir mal gespannt, ob wir sie kriegen oder nich."