Heute hatten wir unser jährliches Nachbarschaftstreffen im Haus. Das machen wir schon seit Jahren. Normalerweise findet es im Advent statt, aber diesmal ist es halt in den Januar gerutscht.
In den letzten Jahren habe ich mir angewöhnt, zu diesem Anlass einen Kuchen zu machen. Diese Tradition habe ich natürlich aufrecht erhalten.
Meine Entscheidung fiel für eine Quarkcreme-Torte mit Grüntee. Das sieht ganz hübsch aus und ist nicht ganz so süß. Perfekt gelungen ist die Torte leider nicht, der Grüntee-Anteil ist ziemlich verlaufen. Die dunklen Flecken sind übrigens Grünteeklümpchen, ich war nicht sorgfältig genug.
Zudem hat die Creme ganz teuflisch an der Springform geklebt und drohte zu zerreißen. Zum Glück habe ich nicht nur in der Küche Haushaltsgeräte. Man muss sich halt zu helfen wissen.
Letzten Endes ging es mit Hilfe des Föhns ganz gut. So stand die Torte also nackig vor mit und ich konnte mir ansehen, wie stark die Grünteecreme verlaufen war. Zum Glück sind meine Nachbarn nicht so pingelig und wissen, dass ich kein Profi bin. Der eine Nachbar meinte sogar, er sei nur gekommen, weil er sich auf meinen Kuchen gefreut hat. Darüber habe ich mich richtig gefreut.
Aber ich greife vor. Zuerst musste natürlich die Torte von der Springformplatte runter und auf die Servierplatte drauf. Dabei hat die Oberfläche leider ein paar Risse bekommen. Ganz kurz habe ich darüber nachgedacht, ob ich die Oberfläche mit dem Föhn anschmelze, um die Risse wieder zu verschweißen. Die Schnapsidee habe ich zu Glück gleich wieder verworfen.
Von der Seite war die Torte auch immer noch ganz glatt.
Meine Nachbarn meinten, die Torte sei so richtig grasgrün. Mir selber kam es eher pastellig-dunkelgrün vor. Nun ja, ich kann halt nicht alle Farben gleich gut erkennen. Typisches Männerproblem.
Außerdem fand ich die Mitte etwas zu bitter. Da hatte ich den Tee zu hoch dosiert. Die Anderen fanden es offenbar nicht so schlimm. Jedenfalls haben sie ordentlich zugelangt. Es ist nicht viel übrig geblieben. Einige haben sogar zwei Stücke gegessen, obwohl es auch selbstgebackene Brötchen und selbstgemachte Guacamole von einer anderen Nachbarin gab.
Ein genaues Rezept kann ich euch leider nicht geben. Diesmal bin ich eher "nach Gefühl" vorgegangen. Die Kurzfassung:
Ab jetzt muss es schnell gehen. Quark und Sahne sollten tunlichst nicht direkt aus dem Kühlschrank kommen, sondern Zimmertemperatur haben. Sonst wird die Masse zu schnell fest.
Die Zubereitung ist tatsächlich so einfach wie es klingt. Trotzdem ist es ein Angeber-Kuchen, denn das Ergebnis ist ganz ansehnlich.
Eine Nachbarin hatte frische Passionsfrüchte mitgebracht. Die haben ganz exzellent dazu gepasst. Vielleicht mache ich nächstesmal ein Passionsfrucht-Gelee oben auf den Kuchen drauf.
Der Rest kommt jetzt wieder in den Kühlschrank und ich nehme ihn morgen mit zu meiner Freundin. Dann kann ich noch einmal damit angeben.
Wäre der Kuchen nicht gelungen, dann hätte ich ihn morgen mit ins Büro genommen und an meine Kollegen verfüttert. Die essen alles.
Den Kuchen habe ich selbst gemacht, die Fotos auch.