We came to wreck everything, and ruin your life. God sent us.Inspiriert durch den Beitrag über die Veröffentlichung von „Mein Kampf“ auf Steemit, dachte ich mir, ich versuche mich einmal an einer Filmbesprechung. Der Film „Romper Stomper“ (1992) ist sowohl in der aufklärenden Linken als auch in der Rechten Szene beliebt. Darum habe ich als Selbstexperiment versucht zwei Besprechungen zuschreiben. Eine für die Sichtweise der Linken und eine aus der Sicht der rechten Szene. Da ich weder Teil der einen noch der anderen Szene bin, war es interessant für mich die Blickwinkel auf die verschiedenen Situationen in dem Film zu verändern. Es war erschreckend für mich, als ich den Dreh raushatte, wie gut es funktioniert die eigentliche Intention zu drehen, sodass sie in jedes Weltbild passt.
Der Film beginnt mit einem gnadenlosen Beispiel von rassistischer Gewalt. Es ist eindeutig, trotz der kruden Darstellung, dass es sich hier um keinen fairen und aufrechten Kampf handelt. Viele gegen 3 und nur in der Gruppe stark. Genau diese Anfangssequenz setzt ein Zeichen für den gesamten Rest des Films, wenn die Protagonisten sich auch noch so stark und „herrenrassig“ aufführen, in Wirklichkeit sind es arme Würstchen! Nach dem dieser bittere Beigeschmack fest initiiert wurde und auch für den Rest des Films nicht mehr weicht, ergibt sich ein schauerliches Gesamtbild.
Die Stimme der Vernunft wird von einem Mädchen dargestellt, die selbst genug Probleme haben sollte. Geplagt von epileptischen Anfällen und einem pädophilen Vater, getrieben von ihrer Vergangenheit. Dennoch rutscht sie vermeintlich auch in die Spirale von Wut und Gewalt, es ist eine der Meisterleistungen des Films zu zeigen, wie sie kurz gefangen wird und sich auf alles einzulassen scheint, dennoch hindert sie ihr Verstand daran, sich voll auf die Skinheads einzulassen.
Im weiteren Verlauf der Story entwickelt sich eine quälend, realistische Spirale der Gewalt und Verrohung. Die anfangs noch etwas menschlichen Züge der Protagonisten verschwimmen immer mehr zu einer Fratze des sinnlosen Zorns. Hausend im Dreck der Vergangenheit, haltlos und mit keiner Zierde außer ihrer Arroganz, prügeln sich die Nazis hin zum Zenit und der wohl verdienten Rechnung. Die Spirale der Gewalt dreht sich abwärts, in den Abgrund, den sich die rechte Mentalität immer selber graben wird. Eine besondere Metaphorik hat die Endsequenz inne, hingestreckt vom eigenen Hirngespinst, kein Happy End und dennoch ein gutes Ende.
Die Helden in diesem Drama sind Skinheads der alten Schule, aufrecht und ehrlich voller unverfälschter Ideale. In der ersten Hälfte des Films wird nicht nur etabliert, bei wem es sich hier um die Guten handelt, auch ein Feindbild wird mit den „Herren asiatischer Herkunft“ gekonnt in Szene gesetzt. Für den systemhörigen Schwächling mag es so erscheinen als wäre die erste Szene ein maßloser Übergriff, jedoch handelt es sich dabei um eine klassische Botschaft an eine feindliche Übermacht. Diese Übermacht wird sich im weiteren Verlauf auch in ihrer vollen Abscheulichkeit zeigen und dient als Weckruf für all jene, die ihr Vaterland lieben.
Zu jedem guten Drama gehört ein Verräter, in dieser Geschichte zeigt sich der Teufel in der harmlosen Gestalt eines hübschen blonden Mädchens. Es zeigt sich von Anfang an, das diese kaputte Persönlichkeit ein zersetzender Faktor für die Heldentruppe ist. Sie schürt gekonnt Streitereien und Eifersucht um zu guter Letzt jede noble Geste, jeden Gefallen in den Schmutz zu treten.
Es spielen sich Szenen ab, die einem kalte Schauer über den Rücken jagen. Der geldgeile Gastronom, der seine Stammkunden verrät, um seine Bar den mongolischen Horden zu überlassen. Die Verzweifelte Versuche einer standhaften Minderheit im eigenen Land, sich zu wehren. Ein Kind, das sein Leben lässt, nur weil ein falsches, heuchlerisches System seine Prioritäten falsch gesetzt hat. Die grausigen Szenen spitzen sich zum Finale hin zu, bis der tragische Held durch die Hand eines vermeintlich Vertrauten niedergestreckt wird. Der Vertraute, kontaminiert vom System, meint das richtige zu tun, doch er hinterlässt eine Warnung an all jene die aufrecht für ihre Ideale kämpfen. Der Feind ist auch in den eigenen Reihen!
PS: Mir ist klar, dass Skinheads grundsätzlich keine Nazis sein müssen. Oi, SHARP etc. sind mir bekannt. Der Film lässt jedoch in seiner Darstellung nur Nazi-Skins/Boneheads auftreten und somit war ich so frei und verwende "Skinhead" in dieser Filmbesprechung als Synonym.