Aus der Höhle
Ein Metaler, der sich aus seiner akustischen Wohlfühlzone wagt? Ja, gibt’s denn so was? Mehr als genug! Da die Metal-Szene aber doch etwas konservativ in sich ist, hat „Nicht-Metal-Musik“ manchmal einen Touch von Koprophilie-Filmchen, wenn man sie überhaut anschaut, dann daheim, im stillen Kämmerlein.
Natürlich ist es schon lange üblich auf Festivals auch andere Musik laufen zu lassen, meistens tut man das aber „Ironisch“ … ganz ehrlich, Ihr steht drauf! Warum könnt ihr es nicht einfach sagen? Nach nem Tag Geschredder, entspannt ein simples Machwerk von Blümchen die verkrampften Trommelfälle.
Ja aber, TheDeadFrog, du hörst doch auch nur Metal, naja … von 578 Tonträgern sind sicher 500 dem Metal zu zuordnen. 60 Sind kein Metal, aber haben doch irgendetwas mit E-Gitarren / Gitarren zutun, Punk, Psychobilly, Rockabilly, Ska, Bluegrass … Aber was ist der Rest? Ich muss gestehen, Ambiente und Industrial, auch wenn es Elektronische Musik ist, doch der Metalszene nicht ganz fremd. Was passiert also wenn ich mich aus meiner Plattensammlung und in die große weite Welt der Musik bewege? Das probiere ich seit ca. 2 Jahren aus und habe vor Kurzem einmal reflektiert wo mich mein Weg hingeführt hat.
Mein erster Kontakt mit „Das ist aber nicht True“ * war „Die Antwoord“. Ich glaube, über die durchgeknallten Südafrikaner muss man nicht mehr viel sagen. Ne kranke Mischung, aus diversen Stilen, aber genau richtig für einen verschüchterten Metaler, der versucht aus seiner Höhle zu krabbeln.
Ermutigt von dieser neuen Musik, stellte sich die Frage, was bietet mir andere Musik, das mir der Metal nicht bieten kann? Da ich aus dem Extrem Metal Bereich komme (Black/Death – Metal) war das sofort klar, andere Musik könnte Texte haben, die man nicht mitlesen muss, um sie zu verstehen. Und welche Musik belohnt Texte und Wortspiele (ich liebe Wortspiele) besser als Hip Hop und Rap? … HAT ER NICHT GESAGT! Hip Hop? DER FEIND … naja trotzdem geil!
Mein erster Feindkontakt war ERB (Epic Rap Battles of History). Wirklich ein geniales Konzept, Personen aus Geschichte, Literatur, Video-Spielen etc. liefern sich Rapbattels … Hitler vs. Darth Vader, Master Chief vs. Leonidas …
Jetzt im Nachhinein wird mir klar, dass es damals beim Metal ähnlich war, meine erste Metalband war J.B.O. durch ihre Cover wurde ich aufmerksam auf Bands wie Pantera oder Sepultura. Von diesen Bands ging es dann weiter, bis ich dort ankam, wo ich noch heute bin.
ERB machen eines ganz hervorragend, sie mischen verschiedene Genres und Arten des Raps. Dadurch wurde mir klar was genau mir in dieser Musik gefällt. Der nächste Schritt war dann in meine Heimat, Bayern. Ich entdeckte, dass es deutschen Hip Hop gibt, der nicht aus Berlin/Hamburg kommt und vor allem der nix mit Chabos und Babos zu tun hat. Ich entschuldige mich bei meinen Lesern, die nicht aus Bayern kommen. Ich hoffe euch gefällt der Beat
Seit dem hat mich der Feind fest im Griff. Aber es regte sich etwas in mir. Warum höre ich Death Metal? Und keinen klassischen Heavy Metal? Naja, weil mich Drachen und Prinzessinen nen Scheiß interessieren. Und im Hip Hop war das ähnlich, fette Karren und Kohle? Naja okay, klar, wieso nicht, aber es interessiert mich jetzt nicht so, ich bin ein Gorehound. Gibt es denn sowas auch im Hip Hop? Oooooh Jaaaaa, gibt es! Gorehop/Horrorcore!
(Hate Magnet sind "Scum" und "SickTanicK"
Und da steh ich nun, heute im Sommer 2018 und meine Nachbarn wundern sich immer noch, was aus mir geworden ist. Man darf das Stockholmsyndrom einfach nicht unterschätzen.
*“True“, Für alle Nicht-Metaller, Das Metal-Äquivalent zum „Real“ im Hip Hop. Daraus folgt: „Untrue“ = „Whack“