Grundsätzlich führt Staatsgewalt immer zur Monopolbildung.
Wollte Mises diese Staatsmacht abschaffen?
Nein.
Es kann aber auch natürliche Monopole geben, die Sinn machen (dazu unseren aktuellen Podcast mit Dr. Eckhardt beachten).
Wasser und Abwasser zum Beispiel. Auch Stromnetze und Eisenbahn.
Diese Monopole müssen aber dann im gemeinschaftlichen Besitz sein und demokratisch, man könnte auch sagen sozialistisch, kontrolliert werden.
Ich habe ja die ganzen Bücher von Mises auch gelesen.
War sogar ein Anhänger, aber alleine an folgender Aussage sieht man doch schon, dass er in einer Traumwelt gelebt hat:
Mises war der Ansicht, dass man alle Ungerechtkeiten der vergangenen Jahrhunderte in denen sich diese Klasse das Land meist mit Gewalt angeeignet hat, so belassen sollte.
Man lässt also das arisierte Vermögen den Nazis und gibt es nicht an die Juden zurück, denn der Markt wird es in der Zukunft schon richten.
So ist übrigens auch der Financier von so Leuten wie Polleit und Krall zu seinem Vermögen gekommen oder besser gesagt seine Eltern. Er hat das Vermögen nur geerbt.
Der Markt hat es bis heute nicht gerichtet.
Ist das durch Sklavenarbeit erworbene Vermögen in den USA eigentlich zu den rechtmäßigen Erben zurückgekommen?
Mit Sozialismus geht immer Bürokratisierung einher. Da ist die logische Folge, wenn man die Verfügungsgewalt über die Gemeingüter regeln muss, weil das Eigentum daran verboten ist. Und Bürokratie bringt immer zentrale Planung mit sich. Ich empfehle das Buch "Die Bürokratie" von Mises.
Das Buch von Mises habe ich natürlich.
Dazu sollte man aber auch Bullshit Jobs lesen.
Bürokratie ist nicht nur eine Sache von Staatsunternehmen.
Das was Amazon & Co. machen ist zwar in dem Sinne zentrale Panung, als das es sich auf Amazon beschränkt, aber keine zentrale Planung im sozialistischen Sinne ist, weil Amazon Konkurrenz hat, die ganz anders planen und besser (bei der Vorhersage der Kundenbedürfnisse) sein kann. In diesem Sinne plant jedes Unternehmen zentral, aber es gibt eben zwei Millionen davon (also allein in Deutschland, weltweit ??).
Die Frage ist wann ist Planung dem Markt überlegen.
Die Libertären würden sofort sagen, niemals.
Dazu die Geschichte von Edward Lampert und Sears lesen.
Der wollte beweisen, dass maximaler Markt (auch intern) zum Erfolg führt.
Hat nicht ganz funktioniert.
Zur DDR und UdSSR.
Natürlich musste die DDR im Gegenzug zu den Rohstofflieferungen auch etwas liefern.
Die Handelsbilanz zwischen DDR und UdSSR innerhalb des RGW war jedenfalls ausgeglichen:
http://archiv.nationalatlas.de/wp-content/art_pdf/Band11_82-83_archiv.pdf
Ich sehe jetzt beim 10. Punkte Plan nicht zwingend die Anleitung für zentrale Planung.
Ich bin aber auch kein Anhänger dieses 10. Punkte Plans.
Das Transportwesen war damals weitgehend ein natürliches Monopol und ist als Gemeineigentum besser aufgehoben.
Wurde ja im Westen auch so gehandhabt, allerdings ohne wirkliche Kontrolle der Bürger. Progressive direkte Steuern sind indirekten Steuern vorzuziehen, da Steuern wie die Mehrwertsteuer die Steuerlast von der Oberschicht zu den armen Leuten verteilt.
Ich würde ja ausschließlich das natürliche Monopol des Grundeigentums besteuern.
Sonst nichts.
Sieht übrigens MMT Godfather Warren Mosler ähnlich. Bei ihm heißt es Wohnraumsteuer.
Das Geldwesen als öffentliche Versorgung hat natürlich was.
Mein Weg heißt Mutual Credit System ganz ohne Banken.
Wenn man sich den Zustand der Gesellschaften in der Zeit anschaut, wo das KM entstanden ist, war es natürlich schon ein Fortschritt.
Ist auch immer schwierig Marx komplett zu bewerten. Wer hat wirklich Marx komplett gelesen und verstanden. Das ist eine Lebensaufgabe.
Häufig schreibt er wie ein Anarchist und dann wieder wie ein Statist.
Zu Marx anarchistischen Thesen und eine ähnliche Diskussion in den Kommentaren wie wir sie hier geführt haben - allerdings mit mehr Beteiligung - empfehle ich folgenden Artikel:
@stehaller/warum-ich-heute-marx-in-schutz-nehmen-muss
RE: Verschiedenes 6 (Norwegen und vieles mehr)