Das ist mir klar, aber der italienische Faschismus war ja schon schlimm genug (wie jede Art von Faschismus), außerdem war Hitlers “Mein Kampf” bereits veröffentlicht und Hitler war auch schon wieder aktiv.
Ja, war er, aber Mises rezitiert hier nur die öffentliche Wahrnehmung. Wie gesagt. Seine Meinung geht eindeutig dahin, dass man vom Mittel der Gewalt ablassen müsse, auch wenn man glaubt dem Kommunismus damit Einhalt gebieten zu können.
Jedes Geld, welches aus begrenzten Rohstoffen besteht, die im Besitz einer Minderheit sind, ist in sich schon ein Monopol und führt durch seine deflationäre Wirkung zwangsläufig zur Pleite der Schuldner. Zum Schluss befindet sich das ganze Vermögen in den Händen der 0.1%. In der antike haben die Könige regelmäßig die Schulden gestrichen, um das zu verhindern.
Diese Minderheit, kann ja nur in den Besitz des (Geld)Rohstoffes kommen, wenn sie dafür etwas am Markt anbietet. Und das muss so gut sein, dass die Menschen zuhauf ihr Geld zu diesen Monopolisten tragen. Oder aber die "Förderrechte" werden staatlich lizensiert. Das ist aber wieder strukturelle Gewalt, wenn es nicht über Eigentumsrechte geregelt wird. Das meinte ich damit, wenn Staaten für Monopole verantwortlich sind (wenn wir hier mal natürliche Monopole außen vor lassen). Das Vermögen der 0,1% kann eben nur mit tatkräftiger Mithilfe entstehen. Im freien Markt zergliedert sich dieser Prozess auf vielmehr Köpfe.
Der Staat mit den größten Rohstoffvorkommen musste von den kleinen Staaten ohne großartige Rohstoffvorkommen am Leben erhalten werden? Ernsthaft?
Ja ernsthaft. Ich bin da aufgewachsen und meine Eltern und Schwiegereltern mussten aus der laufenden Produktion entschädigungslos an die Besatzungstruppen und an die UdSSR liefern. Und das obwohl offiziell seit 1954 Reparationszahlungen von der DDR nicht mehr zu leisten waren. Die Besatzer hatten zwar aufgehört zu demontieren, aber aus der laufenden Produktion haben sie sich dennoch was abgezweigt. Vielleicht wurde das als "Erstattung für die Besatzungskosten" bzw. "Schutz" vor dem Westen angesehen. Es war ja nicht weiter deklariert, warum man das so machen musste. Jeder uwsste, die Russen haben das Sagen, also können sie sich auch der Produktion bemächtigen.
Wo bitteschön hat sich Mises an der Debatte beteiligt? Er hat sein Buch verfasst und dann war Schluss.
Mises hat die Debatte angestossen! Durch Veröffentlichung seiner Artikel zur Wirtschaftsrechnung im Sozialismus und später (1921) als Buchform "Die Gemeinwirtschaft" fühlte sich wohl Oskar Lange getriggert und hat damit eine über dreißigjährige Debatte initiiert.
Cybersyn in Chile war ein Projekt von Planwirtschaft mittels Technologie. Walmart und Amazon verwenden im Prinzip das selbe Modell nur eben viel weiter entwickelt. Amazon überwacht jeden Schritt der Lagermitarbeiter, jeden Mausklick der Kunden, Google sammelt jeden Furz und verkauft ihn weiter. Mehr Planung geht ja wohl nicht.
Das hat aber nichts mit sozialistischer Zentralplanung zu tun. Menschliches Verhalten ist nicht planbar, Referenzen sind nicht planbar. Sozialistische Staaten gehen außerdem regelmäßig zugrunde, weil ihnen die Wirtschaftsrechnung fehlt. Sie simulieren lediglich Märkte. Sie stochern im Nebel sozusagen.
Das was Amazon & Co. machen ist zwar in dem Sinne zentrale Panung, als das es sich auf Amazon beschränkt, aber keine zentrale Planung im sozialistischen Sinne ist, weil Amazon Konkurrenz hat, die ganz anders planen und besser (bei der Vorhersage der Kundenbedürfnisse) sein kann. In diesem Sinne plant jedes Unternehmen zentral, aber es gibt eben zwei Millionen davon (also allein in Deutschland, weltweit ??).
Und wo wir schon bei freien Märkten sprechen. Mit freien Märkten war gemeint (vgl. z.B. Adam Smith), Märkte die frei sind von der Rentierklasse, vor allem frei von Landpacht.
Mit Laissez-faire war gemeint, dass alle Steuern für die Arbeiter-und Händlerklasse abgeschafft werden sollen und dafür eine sehr hohe Steuer auf Landbesitz erhoben werden sollen, um die Rentierklasse, die nichts produziert loszuwerden.
Mises war der Ansicht, dass man alle Ungerechtkeiten der vergangenen Jahrhunderte in denen sich diese Klasse das Land meist mit Gewalt angeeignet hat, so belassen sollte. Denn, so sein Argument, lettlich findet jede Ressource ihren Weg in die Hände desjenigen, der die Bedürfnisse der Menschen am besten befriedigen kann. So auch die Landgüter. Damit würden die Ungerechtigkeiten mit der Zeit ausgemendelt werden und die heutige Rentierklasse müsse sich nach einer "normalen" Arbeit umsehen. Die Fuggers haben heute auch nicht mehr die Ressourcengewalt und Macht wie vor 500 Jahren. Der Nachfolger von Jakob dem Reichen hat angefangen, das Erbe ineffizient zu verwenden (u.a. durch Vergabe von Darlehen an den Kaiser) und hat es verloren. Heute besteht die Familie noch aus ca. 50 Mitgliedern und ihr Eigentum "beschränkt" sich auf ca. 3000 ha Wald und Acker.
Sozialismus ist eben nicht nur Stalin. Mit Stalin hat der Bürokratismus gesiegt.
Zur Analyse des Stalinismus (und auch des Nationalsozialismus) empfehle ich Trotzki.
Nirgendwo steht: Sozialismus = zentrale Planwirtschaft
Mit Sozialismus geht immer Bürokratisierung einher. Da ist die logische Folge, wenn man die Verfügungsgewalt über die Gemeingüter regeln muss, weil das Eigentum daran verboten ist. Und Bürokratie bringt immer zentrale Planung mit sich. Ich empfehle das Buch "Die Bürokratie" von Mises.
Die 10 Punkte des Kommunistischen Manifestes klingen daher wie eine politische Anweisung und bilden den Kern zentraler Planung. Allein die Punkte 1, 4, 5, 6, 7, 8 und 9 sind zentrale Planung. Wahrscheinlich würde Punkt 5 schon für eine vollumfängliche Zentralwirtschaft ausreichen.
Zitat:
Für die fortgeschrittensten Länder werden jedoch die folgenden ziemlich allgemein in Anwendung kommen können:
Expropriation des Grundeigentums und Verwendung der Grundrente zu Staatsausgaben
Starke Progressivsteuer.
Abschaffung des Erbrechts.
Konfiskation des Eigentums aller Emigranten und Rebellen.
Zentralisation des Kredits in den Händen des Staats durch eine Nationalbank mit Staatskapital und ausschließlichem Monopol.
Zentralisation des Transportwesens in den Händen desStaats
Vermehrung der Nationalfabriken, Produktionsinstrumente, Urbarmachung und Verbesserung der Ländereien nach einem gemeinschaftlichen Plan.
Gleicher Arbeitszwang für alle, Errichtung industrieller Armeen, besonders für den Ackerbau.
Vereinigung des Betriebs von Ackerbau und Industrie, Hinwirken auf die allmähliche Beseitigung des Unterschieds von Stadt und Land.
öffentliche und unentgeltliche Erziehung aller Kinder. Beseitigung der Fabrikarbeit der Kinder in ihrer heutigen Form. Vereinigung der Erziehung mit der materiellen Produktion usw.
Aber wahrscheinlich hat das alles nix mit Sozialismus zu tun.
Leider findet man im Geschäftsbericht des Mises-Instituts die Namen der aktuellen Spender nicht. Es reichen eigentlich schon zwei Namen, von denen man es weiß: Koch Brüder in den USA und in Deutschland August von Finck jr.
Tja, seine Spender kann man sich nicht aussuchen. ;)
RE: Verschiedenes 6 (Norwegen und vieles mehr)