Der letzte Artikel beendete seinen Rückblick auf die Anfänge des Internets und damit der Firewalls in den auslaufenden achtziger Jahren. Das Internet war offen und es gab nur rudimentäre Vorkehrungen, um Systeme zu schützen. In diesem Artikel wird der Morris-Wurm behandelt, welcher nach seinem Ausbruch im November 1988 zu einem Umdenken der Verantwortlichen führen sollte.
Die Bugtraq-Datenbank, eine 1999 gegründete Sammlung von Sicherheitslücken, listet die Sicherheitslücken, die den Morris-Wurm erst ermöglicht haben als erste und zweite Nummer auf. Beide Lücken waren bereits lange vor dem Einsatz des Morris-Wurms bekannt, wurden jedoch auf etwa 10% der mit dem Internet verbundenen Systeme nicht behoben.
Am 22. Januar 1990 wurde das erste Urteil nach dem „Computer Fraud and Abuse Act“ über Robert Tappen Morris gefällt. Er wurde zur Überraschung der Allgemeinheit zu 400 Sozialstunden, 10400 Dollar Strafe und drei Jahren Bewährung verurteilt. Der Richter begründete das milde Urteil dadurch, dass er nie seine Tat geleugnet hat, sich aktiv an der Schadensbegrenzung beteiligte und sein einziger Fehler war, als Student der Cornell-Universität einen MIT-Account genutzt zu haben, um seine Identität zu verschleiern. Interessanter weise ist Robert Tappen Morris heute Professor am MIT.
Erschwert wurde die Verurteilung auch durch die Tatsache, dass er Code des Morris-Wurms durch die NSA als „streng geheim“ eingestuft wurde. Auf GitHub wurde der Code rekonstruiert:
https://github.com/arialdomartini/morris-worm/blob/master/cracksome.c
Eine weitere Reaktion auf den Morris-Wurm war die Gründung des Computer Emergency Report Team Coordination Center(CERT/CC) im November 1988. Diese Notfallstelle wehrte bereits 1989 die Wank-Attacke auf die Nasa ab, an welcher der heute bekannte Wikileaks-Gründer Julian Assange beteiligt war.
Die Verantwortlichen zogen aus diesem Ereignis ihre Lektionen und es entstanden Firewalls. Im folgenden Beitrag werden diese genauer Beleuchtet.
Quellen: