Risikogruppe Rushhour

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Da will ich mal die Mittagssonne und die Abgas freie Luft für einen kleinen sportlichen Lauf nutzen, um im HomeOffice nicht vollends zu verrosten, werde jedoch Zeuge eines mir nicht in Gänze verständlichen Bildes.

Auf meiner Laufstreck durch Wald, Wiese und Feld gibts Stau: Es ist nämlich Risikogruppen-Rushhour. Alte und sehr alte Menschen wandern zu zweit, dritt oder zu viert, mal mit Stock oder sonstigen Gehhilfen, zombiehaft in der Gegend herum. Da sie nicht nur schwerhörig, sondern auch teils geistig abwesend sind, gleicht das Durchkommen einem gefährlichen Manöver, bei dem man versuchen muss, das ausgespeihte Aerosol zu meiden.

Warum die alten Knacker*innen sich trotz aller Warnungen nach Draußen stürzen, war mir bis vor kurzem schleierhaft. Bis ich ein Interview mit einer der genannten Kandidatinnen gehört habe, bei dem die Aussage formuliert wurde "Ich muss ja eh irgendwann mal sterben..." - OK!, denke ich mir. Hirn aus, lass mal raus. Gerne hätte ich der Dame dazu geraten, dass wenn sie dann den Virus aufschnappt, sie doch den klinischen Besuch meidet und sich der natürlichen Selektion hingibt.

Meinen Sololauf muss ich nun so planen, dass ich nicht auf diese Gruppen treffe. Doch bei dem schönen Wetter wird mir das eher nicht gelingen. Dann laufe ich eben nachts!

Risikogruppe Rushhour | Ecency