"Jäger" Horror Kurzgeschichte (Teil 1/3)

Words
427
Reading
2 min
Listen
Play
9y

Nur wenige Millisekunden trennten den harten Aufprall von Metall auf Metall, das Geräusch der berstenden Windschutzscheibe und den dumpfen Schlag, als der Wagen im Straßengraben schließlich zum stehen kam.

Im nächsten Moment hatte die Nacht wieder ihren eisernen Griff des Schweigens über die Straße gelegt.

Bis heute weis ich nicht wie es zu dem Unfall kam doch alles, was in dieser Nacht noch passieren sollte war noch viel unerklärlicher.

 

Ich musste wohl kurz eingeschlafen sein.

Nicht lange, sondern gerade lange genug um die scharfe Rechtskurve, der ich mich rasend näherte nicht wahrzunehmen.

Gerade am wegdämmern musste ich mit voller Geschwindigkeit in die Leitplanke gerauscht sein und jetzt lag ich benommen und blutend in meinem Wagen und versuchte, die Situation vollständig zu erfassen.

Vorsichtig tastete ich meinen Körper ab.......gut, alles war noch an seinem Platz aber mein Arm fühlte sich steif an und verursachte höllische Schmerzen sobald ich versuchte, ihn zu bewegen.

Fluchend löste ich mich aus meinem Gurt und erkämpfte mir den Weg aus den rauchenden Trümmern von dem, was wohl mal mein Auto gewesen war.

Wie zum Teufel hatte ich das überlebt?

Ich taumelte einige schritte durch die Dunkelheit und brach auf dem Seitenstreifen der Straße zusammen.

Jetzt konnte ich es vergessen noch rechtzeitig zur Hochzeit meiner Schwester zu kommen. Wenn ich diesen gottverdammten Wald denn je wieder verlassen würde. Ich wischte das Blut, das an meinen Händen klebte an meiner Jacke ab und fischte dann mit zittrigen Fingern mein iphone aus der Hosentasche.

Ich brauchte Hilfe.

Das Licht des Handys flackerte auf und zerriss den Mantel aus Dunkelheit der mich umgab. Der gesplitterte Bildschirm zeigte keinen einzigen Balken Empfang an.

 

"Fuck. Verdammte Scheiße"

 

Ich verfluchte die ganze Welt, mich selbst eingeschlossen und sah mir noch einmal die Schneise an, die mein Mercedes durch die Leitplanke und die Wiese dahinter bis in den Graben geschlagen hatte.

Dann auf einmal hörte ich ein Geräusch. Angestrengt versuchte ich meine Schmerzen zu ignorieren um das Geräusch, das ich bis eben für den Wind gehalten hatte zu identifizieren.

Was war das? Ein Auto? Menschen? Langsam kristalisierte sich eine Stimme heraus. Doch zu meiner Enttäuschung ich die Stimme eines Erwachsenen, der mir hätte helfen können.

Es war die Stimme eines Kindes, eines Mädchens. Nicht viel älter als meine eigene Tochter.

Und sie Sang irgendetwas. Ein Lied dessen Worte ich nicht verstehen und dessen Rhythmik ich nicht begreifen konnte. Das seltsamste an alledem: Die Stimme schien mitten aus dem Wald zu kommen und immer lauter zu werden.

Verwundert sah ich auf meine Uhr, es war 2:14. Mitten in der Nacht.

 

"Jäger" Horror Kurzgeschichte (Teil 1/3) | Ecency