Zwanzig neue Häuser sollen gebaut werden, was ja begrüßenswert ist, denn Wohnraum wird auch hier langsam knapp. Zwar ist abzusehen, das die nicht unweit von meiner Behausung entstehenden Buden für den normal Sterblichen unbezahlbar bleiben werden, da von privater Hand gebaut, aber nun, auch die besser verdienenden Herrschaften brauchen ja ein Dach über dem Kopf.
Was aber nicht abzusehen war das ist die Tatsache, das diese Baustelle unser Leben auf dramatische Weise beeinflussen sollte und nicht nur unseres.
Ein lautes, ungewohntes Zischen riss mich des Nachts aus dem Schlaf.
Nachdem ich völlig verwirrt, auf der Suche nach dem Ursprung dieses beunruhigenden Geräuschs durchs Haus wankte und nicht fündig wurde, begab ich mich nach draußen und dort traf mich fast der Schlag.
Die Terrasse war geflutet, aus dem Kämmerchen in der der Druckbehälter für die Warmwasser Solaranlage hängt erklang ein lautes Zischen und unter der Tür kämpfte sich das Wasser nach draußen. Jetzt war ich wach, riss die Kammertür auf und blickte auf das rotzende Überdruckventil am Kessel, was sich nicht mehr beruhigen ließ.
Also raus, den Haupthahn abgedreht, der Kessel begann zu schweigen und ich ging zurück ins Bett, es war 3.00 Uhr morgens.
Stunden später, ich kam mit einem neuen Sicherheitsventil aus der Stadt zurück, tauschte es aus, im Glauben das das alte defekt sei, drehte den Haupthahn wieder auf und der Spaß begann von vorne.
Da tauchte mein Nachbar auf, sichtlich aufgeregt und fragte ob bei mir alles in Ordnung sei mit dem Wasserdruck im Haus. Bei ihm stünde sein Badezimmer unter Wasser, da der Kessel spuckt.
Plötzlich klingelte das Telefon, eine entfernte Nachbarin, die das selbe System wie ich benutzt erkundigte sich ob alles funktioniere, denn bei ihr hätte es eine Überschwemmung gegeben.
Hier wurde mir klar, das wir es mit einem Feind von außen zu tun hatten.
Kurz darauf empfing man mich im Rathaus der Gemeinde und fragte wie man helfen könne.
Als ich begann von meinem Leid zu klagen, fragte mich der Sachbearbeiter ob ich zufällig in der Gegend von … wohnen würde und als ich bejahte nickte er wissend mit dem Kopf. Ich wäre heute nicht der Erste der bei ihm erschienen sei und es gebe wohl Probleme auf der Baustelle, an der man gerade die Wasseranschlüsse für die neu entstehenden Häuser legt.
Aus noch unerklärlichen Gründen sei der Wasserdruck der durch die Rohre schießt viel zu hoch, man wäre aber dran das Problem zu beheben, so schnell es ginge.
Das war vergangenen Freitag.
Heute sitze ich hier, aus dem Wasserhahn läuft nur ein kleines Rinnsal, da ich den Haupthahn nur ein ganz klein wenig öffnen konnte, ohne das der Kessel rotzt, jetzt tropft er nur und warte auf den Klempner, der mir einen Druckminderer einbauen soll um mich gegen äußere Einflüsse wehren zu können. Er sei ganz in der Nähe und käme gleich vorbei, versprach er mir.
Das war Gestern.
Nun scheint es das mir gleich das Überdruckventil im Schädel platzt, ich mich bewaffne, der Großbaustelle einen Besuch abstatte und es laufen lasse, bis der Druck sich legt!
Liebchen fand das gar nicht lustig und schlug vor ans Meer zu fahren, wohl wissend das es mich beruhigt und so zogen wir los.
Sichtlich beruhigt nahm ich mir vor das Teil zu besorgen und es morgen selber einzubauen, ich hoffe nur das mein handwerkliches Geschick dafür ausreicht und ich nicht noch mehr Schaden anrichte. Aber es gibt ja noch die schlauen Lernvideos im Netz, das wird schon.
Na dann, bis zum nächsten mal und drückt die Daumen! 😎
PHOTOS: @muelli