ES WAR EIN ANBLICK, WIE MAN IHN AUS HORROR FILMEN KENNT.
Sohnemann, der sich im Zuge der Corona Krise wieder im Elternhaus eingefunden hatte, da er sich plötzlich arbeits – und mittellos in Lagos wieder fand, bemüht sich seinen Beitrag zur Nahrungsbeschaffung zu leisten.
Das gelingt ihm ganz gut.
Mal kommt er mit ein paar Speisepilzen aus dem Wald zurück, oder wie gestern, mit einem Eimer Schnecken.
Diese glibbrigen Tierchen sind in Portugal ein beliebter Snack, der ab dem Frühjahr in fast jeder Kneipe angeboten wird.
Die Zubereitung an sich ist denkbar einfach, allerdings gibt es einige Dinge zu beachten, will man ihn zuhause zubereiten.
Sehr wichtig ist es, das den Schnecken ein paar Tage Zeit gegeben wird sich zu entleeren.
Dafür lässt man sie mindestens drei Tage in einer Kiste, gibt ein paar Kartoffelschalen dazu und fertig.
Der Junge wählte einen leeren Wein Karton, stach ein paar Löcher hinein und beschwerte ihn mit einem Stein, um die Flucht der kleinen Schleimer zu unterbinden und platzierte das ganze draußen auf dem Fensterbrett zur Küche.
Als ich nun heute Morgen meinen Kaffee brühen wollte und einen Blick nach draußen warf, glaubte ich im ersten Moment Zeuge eines außergewöhnlichen Naturspektakels zu sein.
Unzählige Schnecken krochen auf dem Fenster entlang und noch schlaftrunken suchte ich nach einer Erklärung für dieses Phänomen, bis ich mich an die gestrige Schnecken Jagd des Sohnes erinnerte.
In dem Moment trat mein Liebchen herein, erblickte das Spektakel am Küchenfenster, schrie kurz auf und rannte fix nach draußen, die Ausreißer wieder einzufangen.
Da sich der labbrige Wein Pappkarton erwiesenermaßen nicht als Schneckenhaus eignete, wurden die Biester diesmal in einer stabilen Plastik Box mit luftdurchlässigem Deckel verstaut und warten nun dort darauf, am Sonntag von uns verzehrt zu werden.
Nachdem die Schnecken sehr gründlich unter fließendem Wasser gewaschen wurden, kippt man sie in einen Topf, in dem bereits reichlich Knoblauch angedünstet wurde, gießt mit kaltem Wasser auf und stellt die Flamme groß.
Nun kommt noch Salz, Pfeffer, ein Schuss Zitrone und viel Oregano dazu.
Nachdem das ganze ein paar Minuten gekocht hat und sich die Köpfchen der Schnecken aus ihren Häuschen strecken, kann serviert werden.
Dazu wird mit Butter bestrichenes, getoastetes Weißbrot und ein Bier gereicht.
GUTEN APPETIT und weiterhin ein munteres …
( Fotos: @muelli )