HAUSAUFGABEN auf dem Lande

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WÄHREND DIE MASKIERTEN DURCHS DORF ZIEHEN, auf der Suche nach der neuen Freiheit, die Hände blitzsauber, den Hintern geputzt und scheinbar das Hirn zu stark desinfiziert, bin ich bemüht den momentanen Irrsinn zu ignorieren und verstecke mich auf meinem Lande.
Ähnlich wie der putzige Nordkoreaner Kim Jong Un, der sich wohl auch aus dem Staub gemacht hat.

Ob den kleinen Diktator die selben Problemchen plagen die mich gerade ereilen, ist ungewiss und mir herzlich egal.
Egal ist es mir aber nicht, wenn sich eines meiner Feigen Bäumchen, ganz unerwartet aus dem Leben stiehlt.

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Innerhalb von wenigen Tagen verdorrten die Blätter und ein ekliger Saft trat aus dem Stamm.
Als ich daraufhin einmal dran wackelte, brach er wie ein Streichholz.
Keine Ahnung was passierte, wird wohl auch ein Virus sein.

EIN LICHTBLICK
Nicht alles läuft schief, im Gegenteil, die Artischocken haben den Winter gut überstanden und treiben aus als gäbe es kein Morgen mehr.

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Bleibt abzuwarten, ob sich die kleinen Setzlinge welche Liebchen für den Notfall herangezogen hatte, ebenfalls so prächtig entwickeln.

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Sollte dies der Fall sein, eröffnet sich für mich im nächsten Jahr ein neuer Geschäftszweig, werden diese, auch als sogenanntes Super Food gehandelten Früchte doch immer beliebter, wie auch teurer.

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DOCH AUFGEPASST, nicht das wieder ein übereifriger Helfer alles zunichte macht, wie es vor ein paar Jahren geschah.
Stewart, unser britischer Gehilfe der sich über eine Workaway Seite bei uns meldete und anbot für Kost und Logi mit uns zu arbeiten, schaffte es, mich, der sich eigentlich als sehr geduldig bezeichnen würde, in den Wahnsinn zu treiben.

Das Liebchen und ich mussten mal für zwei Tage weg und wiesen unseren Gehilfen in die Arbeit ein, die er in unserer Abwesenheit verrichten sollte.
Nichts schwieriges, lediglich das Gärtchen von meiner Kleinen, in dem sich auch eine gigantische Artischocken Pflanze befand, sollte vom überhand nehmenden Unkraut befreit werden.

ZWEI TAGE SPÄTER, wieder daheim, traf uns fast der Schlag.
Liebchens Garten glich einer Großbaustelle, die Beete waren auseinander gerissen, Erdhaufen überall und von der prächtigen Artischocke keine Spur.
Diese riesige Distel hätte er schon verbrannt, lies mich Gärtner Stewart wissen, das sei besser so, fügte er hinzu, damit sie sich nicht von selbst weiterverbreitet.
Ich kämpfte gegen eine Ohnmacht der Verzweiflung an, drückte dem Briten einen Spaten in die Hand, scheuchte ihn aus dem was mal ein Garten war und verdonnerte ihn zum Löcher graben.
Das machte er ganz ordentlich und fuhr regelrecht zur Höchstform auf, als er die Fallgrube für´s Plumpsklo aushob. 😎

DA LOBE ICH MIR MEINEN NEUEN HELFER
Sohnemann, der auf der Flucht vorm Virus, notgedrungen wieder den Weg ins Elternhaus gefunden hat und sich hier nützlich machen will, legt erstaunlicherweise viel Sorgfalt in seine Arbeit und überrascht mich jeden Tag aufs neue.
Sichtlich überrascht war ich auch, als er von seinem Waldspaziergang mit ein paar leckeren Pfifferlingen und anderen Hutträgern nachhause kam, ist die Pilzsaison doch eigentlich längst beendet.
Sichtlich stolz über seine unverhoffte Beute, begann er sie auch gleich zu putzen und bereitete uns anschließend, ein wirklich feines Pilz Omelett.
Wer hätte gedacht, das ich das einmal erleben darf. 😎

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Mir fiel die weniger attraktive Arbeit des Erbsen schälen in den Schoß, aber auch das gehört zu den Hausaufgaben auf dem Lande.
Es ist soweit, ein deutliches Zeichen das der Frühling Einzug gehalten hat, ist unter anderem an den Erbsen zu sehen.
Die Schoten werden dicker und wollen geerntet werden, um Platz auf den Beeten, für´s Sommer Gemüse zu machen.

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DIE JUNGS SIND BESCHÄFTIGT MIT DER NAHRUNGSZUBEREITUNG und die Dame des Hauses, hüpft mit Hammer und Akkuschrauber umher und zimmert an ihrer bald fertig werdenden Yoga Plattform herum, um ihre Kurse bald von zuhause aus geben zu können, damit endlich wieder etwas Geld in die Kasse kommt.
Die Räume in denen Sie normalerweise unterrichtet, sind Dank Covid 19 alle geschlossen worden.

Auch ich schließe jetzt, muss wieder neue Erbsen ernten und verabschiede mich für heute.
Doch heute ist nicht alle Tage, ich komm wieder keine Frage.
Ihr hoffentlich auch!
Bleibt gesund! 😎

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( Fotos: muelli@muelli )

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