Hallo!
Heute nur ein kurzer Post. Da ich ja von nun an auch meine Haltungsberichte hier veröffentlichen werde, solltet ihr natürlich auf den aktuellen Stand gebracht werden, was meine Kolonien angeht. Daher werde ich nun gelegentlich mal ein Setup und die darin lebende Art vorstellen^^
Vollständige Haltungsberichte führe ich lediglich über folgende Kolonien:
- Formica sanguinea
- Lasius brunneus
- Leptothorax acervorum
Hier auf Steemit werde ich aber bestimmt von jeder Kolonie mal ein bisschen was zeigen, ist hier auch schon um Welten praktischer als mit BBCode im Ameisenforum ;)
Über die Art
Leptothorax acervorum ist die einzige einheimische Art der Gattung Leptothorax. Sie gehören zu den Knotenameisen, wie auch zum Beispiel Myrmica, Messor, Tetramorium oder Temnothorax. Die Arbeiterinnen werden etwa 3-4 mm groß, die Königinnen etwa 5-8 mm, und bilden eher kleine Kolonien. Man findet sie hauptsächlich in lichten Wäldern in ganz Eurasien. Ihre Nester haben sie meist oberflächlich auf Bäumen oder am Waldboden. Sie sind daher gut an starke Temperaturschwankungen gewöhnt, und scheinen diese für eine ideale Entwiklcung dogar zu benötigen. Auch Minusgrade im Winter stellen in der Regel kein Problem dar.
Wie ich zu der Kolonie kam
Lustige Geschichte: Mein Dad hat in unserem Garten einen großen, trockenen und morschen Holzklotz zerlegt. Am nächsten Tag habe ich die Überreste entdeckt, und mir ein paar etwa Daumengroße Stücke mitgenommen (große Daumen), weil ich dachte, sie würden sich sicher in den kleinen Formikarien gut machen. Einfach auf den Schreibtisch gepfeffert. nicht mehr daran gedacht. Am nächsten Tag sah ich morgens eine kleine Arbeiterin auf meinem Schreibtisch krabbeln, ich hatte schon Angst, meine Lasius brunneus seien ausgebrochen. Ich fing sie mit einem kleinen Reagenzglas ein, und betrachtete sie eine Weile. Sie sah aus wie eine kleine Myrmica, ein bisschen zumindest. Also wurde das Ameisenforum befragt, und noch bevor ich eine Antwort erhalten hatte, kam mir eine Idee. Ich sah mir die Holzstückchen ganauer an, und entdeckte ein kleines Loch, maximal 1.2 mm im Durchmesser. "Das wäre jetz aber mal ein Zufall" dachte ich mir, und setzte die Arbeiterin vorsichtig auf das Holz. Ohne zu zögern verschwand blitzschnell in dem Loch.
Ha!
Tatsächlich.
Ziemlich schnell kam dann auch eine Antwort, die mir sehr dabei half, das Tier als eine Arbeiterin der Art Leptothorax acervorum zu identifizieren. Ich entschied mich, den Versuch zu wagen: Ich präparierte eine durchsichtige Kuststoffbox mit Ausbruchschutz, und zerlegte vorsichtig das Holzstückchen. Und plötzlich purzelte mir die Kolonie entgegen. Etwa sechs Arbeiterinnen, eine Königin, und ein bisschen Brut dürfte es gewesen sein. Unmittelbar nach dem unkomfortablen Umzug sind leider zwei Arbeiterinnen verstorben... Aber die Kolonie hat ihre erste Winterruhe gut überstanden, und wie man unten auf den Bildern sehen kann, sind auch schon wieder einige große Larven vorhanden, die sich bestimmt bald verpuppen werden!
Genug gefaselt, jetzt gibt's endlich die...
Fotos!
Vergleichsmaße: Größe der RG 75x12mm
Die Arena ist eine "Ferrero Rocher"-Dose. Sie eignen sich gut für Gründerkolonien, und sind obendrein wunderbar durchsichtig. Leider muss man dafür vorher die ganze Schokolade leeressen, seufz... :P
Die Kolonie wohnt in dem oberen Reagenzglas. Sie mögen es gern dunkel, daher die Abdeckung mit der Alufolie.
Da der Wassertank bei ihrem derzeitigen RG bereits leer ist, liegt unten ein weiteres, in das sie bei Bedarf umziehen können.
Rechts liegt ein kleines Stückchen Alufolie mit einem Tropfen Honig.
Den Eingang habe ich mit einem Korken, der auf einer Seite ein bisschen eingeschnitten wurde, verkleinert, da sich die Ameisen sonst ungeschützt fühlen (besonders diese Art). Sie haben selbst zusätzlich noch Sand aus der Arena dazugebaut, offenbar war ihnen selbst das zu groß...
Einige große Larven sind hier zu sehen. In der Wachstumsphase sehen sie eher leicht durchsichtig aus, mit einem dunklen Punkt (Darm). Wenn sie weiß werden, bedeutet das, dass die Verpuppung bald beginnt!
Die Königin lässt sich bei dieser Art nicht ganz so leicht von den Arbeiterinnen unterscheiden. Sie ist im Bild am oberen Rand, und etwas dunkler als die Arbeiterinnen.
Ende
So, das war die kleine Vorstellung einer kleinen Kolonie, die jetzt wohl doch ein bisschen länger geworden ist... was soll's, ich hoffe der Post hat euch gefallen. Sollte dem so sein, vergesst nicht jegliche Form der Interaktion über diese oder andere Plattformen in Erwägung zu ziehen^^
Ich wünsche euch noch einen angenehmen Abend, und ein tolles Wochenende!
Liebe Grüße,
Gabs