Wie einige von euch bereits gemerkt haben schreibe ich momentan an 4_H3R0 - ein fantasy Roman für und mit der Steem-Community. Als kleinen Einstieg in das Thema Schreiben möchte ich euch diesen Artikel von @asperger-kids geben, in dem Autoren in zwei verschiedene Kategorien unterteilt werden.
@asperger-kids beschreibt hier den Outliner und den Discovery-Writer.
Ich bin jetzt einfach mal so frech und stelle die Behauptung auf, dass man auch beiden Kategorien angehörig sein kann. ;) Denn auch ich fühle mich mal so und so, je nach Laune. Gedichte und Kurzgeschichten schreibe ich als Discovery-Writer. Ich schreibe einfach drauf los und schaue was am Ende für ein Ergbenis heraus kommt und manchmal bin ich auch sehr überrascht, wohin diese Reise in mein Inneres gegangen ist. Hehe Sehr poetisch, nicht wahr? ;)
Meinen Roman 4_H3R0 schreibe ich teils als Outliner und teils als Discovery-Writer, da ich ein unnatürliches Gefühl habe, wenn eine Geschichte die einen halbwegs guten Lesefluss haben soll, direkt von vornherein geskriptet ist. Deshalb ist bei mir ein wenig Planung angesagt bevor ich mich überhaupt ans schreiben setze, aber natürlich auch nicht zu viel. Manchmal geschieht die Planung auch neben her während ich schreibe, ganz so wie ich gerade in der Stimmung bin. :) Natürlich schadet ein wenig Planung nie. ;) Was vorallem ganz wichtig beim schreiben einer Geschichte oder eines Romanes ist: Wenn du Potential in deiner eigenen Geschichte siehst und du wirklich diese Geschichte gedruckt in deinen Händen haben willst, dann motiviere dich immer wieder daran zu schreiben. Klar ist es arbeit, aber wenn du es wirklich willst und es ein Traum von dir ist, dann musst du dafür arbeiten! ;) (Falls es Nachfrage für ein Self-Publishing-Tutorial gibt, gebt mir bescheid :D ich habe schon bereits ein Buch - eine Gedichtsammlung meiner Freundin - drucken lassen und teile gerne mein Wissen. Wir leben in 2018 und da ist sowas wirklich einfach. Aber auch ich musste ein wenig Googlen und mich einlesen und über Anbieter informieren! :3 )
Also für alle Outliner und die, die es werden wollen hier einige Tipps!
Wenn du eine gaaaanz ganz tolle Idee in deinem Kopf schwirren hast, ist es immer gut sie einfach mal in einem Satz festzuhalten. "Was? nur ein Satz?? Für einen ganzen Roman???" - Ja. Nur ein Satz. Dieser Satz ist (auch wenn es dir extrem unnötig vorkommt) sehr wichtig. Er dient vorallem für den Hauptplot und den roten Faden, damit du die Grundidee des Romans festhalten kannst und ihn nicht aus den Augen verlierst. Der Begriff Prämisse kommt aus der Logik, hier ein kleines Zitat aus dem guten alten Wikipedia:
Als Prämisse (lat. praemissa „das Vorausgeschickte“) oder Vordersatz bezeichnet man in der Logik eine Voraussetzung oder Annahme.
Und genau das solltest du als erstes tun: Bau dir einen kleinen Satz der alles Nötige beschreibt (ohne Einführung irgendwelcher Charaktere). Ich würde dir empfehlen deine Prämisse wiefolgt aufzubauen:
| Was? | Inhalt |
|---|---|
| Wer oder was? | Um was geht es? |
| Problem? | Wo liegt das Problem in der Geschichte? |
| Lösung? | Wie wird es gelöst? |
Ich weiß, die Inhalte der Geschichten sind etwas fragwürdig, dienen aber nur als Beispiele ;)
"Mein Buch soll über Hans Schraubhub und seinen Hund gehen. Hans Schraubhub macht eine Weltreise und findet einen Edelstein. Dieser Edelstein ist eine übelst krasse Waffe gegen Aliens, diese wollen ihn natürlich vernichten, doch er besiegt sie indem sein Hund ihnen in den Po beißt und er ihnen den Edelstein gegen den Kopf wirft!"
| Frage | Inhalt |
|---|---|
| Wer oder was? | Ein Mann mit seinem Hund... |
| Problem? | ... treffen auf feindlich gesinnte Aliens... |
| Lösung? | ... und besiegen sie mit einem zuvor gefundenen Edelstein und extremer Biss-haftigkeit. |
"Ich möchte einen Sci-Fi Roman schreiben über Captain Jacksparrow der USS Enterprise, der ein Hund ist und die bösen Tentakelmonster Namens TENTA KULUS vom Mars mit ganz vielen Lasern und Raumschiffen WEGBALLERT HUAHUAHUAHUA!"
| Frage | Inhalt |
|---|---|
| Wer oder was? | Ein Hund... |
| Problem? | ... kämpft gegen seinen tentakelhaften Erzfeind ... |
| Lösung? | ... und besiegt ihn mit ganz vielen Laserkanonen. :) |
Als nächstes empfehle ich dir den Handlungsort zu beschreiben. Denk dir eine eigene Geschichte und Politik für ihn aus. Beschreibe den Geografischen und Zeitlichen Kontext. Wie ist die Population dort? Und Warum? Beschreibe die Politik und welchen Einfluss sie auf die Menschen haben könnten. Vielleicht auch Gerüsche, wie Gebäude aussehen usw. Beschreibe die Welt als würdest du sie erschaffen (was du ja auch tust wenn sie fiktiv ist xD) oder du darin leben würdest.
Nun ist es an der Zeit deine Prämisse in einzelne Erählstränge zu modelieren. Fang mit dem Haupterzählstrang an, baue abzweigungen von diesem zu Nebengeschichten ein oder lasse Nebengeschichten Einfluss auf den Hauptstrang haben. Zeichne die Chronologie der Stränge vielleicht mit einem Zeitstrahl auf und ordne sie alle Zeitlich ein. Du kannst dir auch eine fiktive Zeit ausdenken oder ein Datum (auch wenn es in der Geschichte nicht vorkommt), das hilft dir vieleicht alles ein wenig genauer zu einzuordnen.
In der Charaktermodelierung solltest du deine Charaktere komplett Designen. Am besten du erstellst dir einen kleinen Interview-Zettel und führst dann ein Interview mit den wichtigsten Charakteren. Wenn du das tust, dann lass sie am besten in ihrer Sprache antworten, also die Worte die sie auch benutzen würden. Oder schreib einen kleinen Steckbrief. Beschreibe das alles bis ins kleinste Detail, so fallen dir spätere Entscheidungen des Charakters beim schreiben eines Kapitels viel leichter. Unwichtige Nebencharaktere kannst du bei belieben auch mit eins zwei Sätzen erklären. Hier ein kleiner vorgefertigter Steckbrief.
Vorname, Nachname, Spitzname:
Geschlecht:
Alter:
Geburtsort:
Wohnort:Augen:
Statur:
Haar:
Mund:
Nase:
Ohren:
Hände:Stärken:
Schwächen:
Bedürfnisse im Zusammenhang mit dem Plot:
Psyche:
Religiöse und/oder politische Vorstellungen:
Leidenschaften:Familie:
Liebesbeziehungen (und warum?):
Freundschaftlichebeziehungen (und warum?):
Feindschaften (und warum?):
Bildungsstand:
finanzielle Lage:Vergangenheit des Chars:
Entwicklung des Chars:
Zukunft des Chars:Welche Konflikte werden durch diesen Charakter erzeugt?
Was steht bei ihm auf dem Spiel?
Was kann er dadurch Gewinnen?
Ein gutes Tool für die Charakter Modellierung ist die Opensource-Software Bibisco die ich auch immer wieder und auch zum schreiben meiner Geschichten und meinen Roman 4_H3R0 verwende. Den Hauptteil der Fragen habe ich auch aus der Software entnommen, doch die Software geht um einiges mehr ins Detail und fragt viel persönlichere Fragen zu den Charakteren. Lohnt sich auf jedenfall mal hinein zu schauen! Auch wenn das Design ein wenig zu wünschen übrig lässt.
Bald kannst du mit dem richtigen Schreiben beginnen! Zu jeder Geschichte gehören natürlich auch noch die Schauplätze! Auch diese solltest du modelieren bzw. ins Detail beschreiben. Beschreibe wo im Handlungsort sich der Schauplatz befindet. Es kann ein Haus, ein Raum, ein Platz oder irgendwas anderes sein. Lass deiner Fantasie freien lauf. ;) Du solltest auch Beschreiben welche Ereignisse und Charaktere mit diesem Ort verbunden sind.
Unterteile deine Erzählstränge nun in verschiedene Kapitel und schreibe zu jedem Kapitel kurz den Zweck auf, den das Kapitel in der Geschichte haben soll. Zur Hilfe kannst du zB. auch die Prämisse verwenden. Am besten du machst eine kleine Mindmap oder du verwendest das Programm Bibisco. Teile die Kapitel in Sinnvolle Abschnitte ein und versuche Abwechslung zu halten, sodass der Leser gefesselt wird. Kleine Cliffhänger sind natürlich auch erlaubt. ;) Dann kannst du anfangen zu schreiben.
Nachträglich kannst du natürlich auch Einträge verändern! Und das alles sind natürlich nur Vorschläge und mein persönlicher Arbeitsweg. Schließlich muss jeder seinen eigenen Weg finden, wie und mit welchen Tools er gerne schreibt! Solange du eine gute Idee hast und du motiviert genug bist ist alles möglich! :D
Du schaffst das! :3
(Bildquelle: Pixabay.com)