Ich fange mal unten an, um das sodann mit den anderen Punkten zu verknüpfen:
Wenn der Einzelne seine Haushalts-Ausgaben selbst mal überprüft und einer Statistik unterzöge, was käme dabei heraus? Vermutlich auch, dass wir alle furchtbar gute Konsumenten sind.
Der Einzelne hat normalerweise sein Gehalt irgendwie ausgehandelt, d. h. sein Arbeitgeber ist mit der Summe einverstanden, die er ihm bezahlt.
Wie genau das Individuum mit diesem Geld dann umgeht, was es damit macht, bleibt letztlich ihm selbst überlassen.
Im Falle von Politikern ist es jedoch so, dass sie selbst die Steuern festsetzen, die der Bürger zu entrichten hat (der dafür im Gegenzug deren sinnvolle Verwendung - z. B. den Bau von Schulen, Straßen, digitaler Infrastruktur etc. - erwartet). Anders als bei der Verwendung eines Gehalts sollte m. E. die Politik die vom Bürger eingezogenen Gelder nicht beliebig ausgeben dürfen, sondern ausschließlich im Hinblick auf den damit verbundenen Nutzen für die Allgemeinheit.
Der Einzelne mag, verglichen mit früheren Zeiten, durchschnittlich betrachtet im Überfluss leben, aber Geld ist prinzipiell nicht im Überfluss vorhanden (sonst wäre Deutschland nicht so stark verschuldet, Schulen, Straßen, Brücken und Deutsche Bahn nicht so marode und unser Glasfaser- und WLAN-Netz nicht so schlecht ausgebaut), weshalb m. E. die Forderung nach einem weisen, verantwortungsvollen Umgang mit Steuergeldern absolut berechtigt ist (deshalb kritisiere ich die hohen Kosten für m. E. eher nebensächliche Dinge wie Visagisten und Fotografen, nicht weil ich jemanden beneiden würde).
Was die Visagistin selbst betrifft, empfinde ich überhaupt keinen Neid, um sie als Person geht es mit überhaupt nicht. Sie hat offenbar alles richtig gemacht.
Die Kritik an den m. E. unangemessen hohen Ausgaben der Regierung für Visagisten und Fotografen war jedoch nicht das Kernthema meines Posts, sondern die unkritische, bedingungslose Zustimmung der 'Schafe' ihren jeweiligen Leittieren gegenüber. Da wünschte ich mir mehr kritisches, eigenständiges, von der Zugehörigkeit zum jeweiligen politischen Spektrum unabhängiges Denken.
Für 'Nichtstuer' habe ich prinzipiell vollstes Verständnis, denn ich selbst bin doch ein wahrer Meister dieses Fachgebiets mit einem reichen Fundus an
Expertise und praktischer Erfahrung im professionellen Faulenzen! :-)
Ich arbeite mittlerweile offiziell nur noch sechs Stunden pro Woche und niemals vor 14:00, da ich - wie sollte es anders sein - zu allem Überdruss auch noch gerne lange schlafe!
Dieses 'Minus' an von mir von anderen erwarteter Arbeit führt zu einem 'Plus' an Zeit und Lust, eigene Projekte - völlig freiwillig und aus intrinsischen Motiven heraus - in Angriff zu nehmen und meiner Kreativität sowie dem Drang, Neues zu lernen, freien Lauf zu lassen (und darüber hinaus mehr Zeit für Frau und Tochter zu haben).
RE: Betrachtung der Diskussionskultur im Netz am Beispiel der Debatte bezüglich der Ausgaben für Baerbocks Visagistin.