Virtueller Tiermißbrauch

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Isabella Klais / Aufbruch - Wir für Deutschland!

Auf steemit ist eine bisher unbekannte Variante des Mißbrauches von Tieren aufgetreten. Als ob der reale Tiermißbrauch nicht schon schlimm genug wäre, hat man es neuerdings mit einer virtuellen Abart dieser Infamie zu tun.

Ein sich besonders schlau wähnender Zeitgenosse, bei dem Eigen~ und Fremdperzeption weit auseinanderfallen, richtete auf steemit eine Seite ein. Der einzige substantielle Beitrag dort besteht aus einem Bericht über das angebliche Ableben seines Hundes. Schon der Wahrheitsgehalt dieser Schilderung entzieht sich der Überprüfung und erscheint mehr als fraglich.
Diese Veröffentlichung brachte und bringt ihm noch immer zahlreiche Zustimmung mitfühlender Menschen ein. Alle, die Tiere schätzen und schon einmal den Verlust eines tierischen Freundes zu beklagen hatten, können sich sehr gut in die beschriebene Situation hineinversetzen und spenden bereitwillig Trost und Zuspruch.

Das "trauernde Herrchen" aber mißbraucht diese Seite, und damit den armen Hund posthum, zur Zensur.
Ein Mensch, dessen Augen und Ohren einfach kein Hirn finden, an das sie Meldung machen könnten, flaggt wahllos Beiträge jedweden Inhaltes, die sich seiner kognitiven Kapazität entziehen. Letztere steht damit naturgemäß in umgekehrt proportionaler Relation zu den negativ bewerteten Veröffentlichungen. Da auch Beiträge zu Tierschutz und Würdigungen Verstorbener geflaggt werden, kann es um seine Empathie nicht gut bestellt sein.
Doch nicht genug: Auf der Seite werden diejenigen, die negative Voten erhielten, aufgefordert, sich mit dem Troll in Verbindung zu setzen zwecks Überprüfung der Bewertung. Er unternimmt mithin den Versuch, sich als Diskussionspartner denen aufzudrängen, die ihn ansonsten nicht als adäquates Gegenüber anerkennen würden. Die Freiheit der Rede (auch in schriftlicher Form) umfaßt auch die Freiheit, die Unterhaltung zu verweigern, zumal, wenn diese als Betteln um Gnade konzipiert ist. Da stellt sich also ein wenig luzider Typ selbst auf ein Podest, um sich aus seiner Bedeutungslosigkeit zu heben, und versucht tatsächlich ein wenig Zensurgott zu spielen.

Sollte die Geschichte um den Tod des Tieres frei erfunden sein, hat er seine Mitmenschen perfide hinter die Fichte geführt.
Sollte sich die Geschichte tatsächlich zugetragen haben, instrumentalisiert er sein Tier noch nach dessen Tod für seine erbärmlichen Zwecke. Der arme Hund wäre dann doppelt arm: zum einen, weil er nicht mehr unter uns weilt; zum anderen, weil er mit einem Herrchen leben mußte, wie es echt kein Hund verdient und das seinerseits die Freundschaft eines Hundes nicht verdient.

Wahrlich keine schöne Geschichte zum Welttiertag.

Andere geistige Nullzeller erfinden übrigens zu ihrer Selbsterhöhung inzwischen noch nicht mal eine originelle Geschichte, weil sie selbst dazu noch zu dämlich sind.

41163-Unser_Verstand_ist_unser_Vermoegen_aber_Armut_ist_keine_Schande.jpg

Virtueller Tiermißbrauch | Ecency