Ein Drache zieht ein | A Dragon Moves In
Wenn ich jetzt das Licht am Diorama einschalte, denke ich kurz an die losen Kabel zurück, die vor einigen Wochen noch aus Drogons Maul hingen. Damals lag vieles einzeln auf dem Basteltisch, und bis zur fertigen Szene war es noch ein gutes Stück Arbeit. Jetzt steht der Drache mit ausgebreiteten Flügeln auf seiner Insel, Daenerys neben ihm, und davor leuchtet sein Feuerstrahl. Genau auf diesen Moment habe ich mich gefreut.
54 Zentimeter ist das Diorama hoch. Damit fällt es schon ausgeschaltet auf. Abends verändert sich die Wirkung aber noch einmal: Das Feuer wirft sein Licht auf die Schuppen, die Felsen und die Wellen. Plötzlich treten andere Stellen hervor als bei normaler Beleuchtung. Ich habe nach dem Fertigstellen jedenfalls mehr als einmal den Schalter betätigt und mir das Ganze aus einer anderen Richtung angesehen.
Vom Druckteil zur fertigen Figur
Die Vorlage heißt „Dany and Drogon“ und stammt von VS3d / Vengeance Studios 3D. Die Gestaltung der Figuren ist also deren Arbeit. Mein Anteil begann mit dem Drucken, dem Zusammenbauen und der Bemalung. Dazu kamen die selbst gestaltete Meeresfläche und der beleuchtete Feuerstrahl.
Beim Bemalen war ich froh, die Flügel zunächst separat gelassen zu haben. Schon durch ihre Größe wäre es ziemlich umständlich geworden, den kompletten Drachen ständig zu drehen. So konnte ich die Innen- und Außenseiten bearbeiten und mich anschließend um die Übergänge zum Körper kümmern. Die dunklen Schuppen bekamen vorsichtige Aufhellungen, damit ihre Struktur sichtbar wird. Dazu kamen die roten Flächen und die helleren Hörner und Spitzen.
Dabei blieb es natürlich nicht überall beim ersten Versuch. Mal war ein Übergang zu hart, mal passte eine Farbe im Zusammenspiel doch nicht so gut. Auch die Füße, die Augen und das Maul habe ich noch einmal überarbeitet. Mit Resin kam etwas Glanz dazu, der vor allem am Maul gut wirkt. Solche Nacharbeiten kosten Zeit, aber wenn mich eine Stelle ohnehin jedes Mal beim Anschauen stört, mache ich sie lieber noch einmal.
Feuer aus der Bastelkiste
Ein feueratmender Drache braucht einen passenden Effekt. Für meinen Feuerstrahl habe ich einen Holzstab, Watte und LED-Filamente in zwei verschiedenen Farben verwendet. Das klingt zunächst überschaubar. Die eigentliche Arbeit lag darin, aus der Watte eine Form zu bekommen, die am Maul schmal beginnt und nach vorne unregelmäßig breiter wird.
Die Watte wurde mit Haarlack fixiert und anschließend eingefärbt. Dabei habe ich immer wieder die Beleuchtung eingeschaltet, denn die Farbe verändert auch, wie das Licht durch die Fasern kommt. Was ausgeschaltet gut aussieht, kann beleuchtet plötzlich ganz anders wirken. Nach und nach entstand die Mischung aus gelben, orangefarbenen und roten Bereichen, mit der ich zufrieden war.
Die Stromversorgung steckt in der Grundplatte. Eingebaute 18650-Akkus lassen sich per USB aufladen, und zum Einschalten gibt es einen Schalter an der Seite. Dadurch kann das Diorama ohne angeschlossenes Ladekabel stehen. Nach der ganzen Arbeit an der Szene wollte ich die Kabel schließlich auch ordentlich unterbringen.
Ein Meer aus Alufolie
Für die Wasserfläche musste kein aufwendiger Guss her. Ich habe die größeren Wellen aus Alufolie geformt und auf der Platte verteilt. Darüber kam eine weitere Lage zerknitterte Folie. Die großen Formen geben die Wellen vor, während die kleinen Falten die Oberfläche beleben.
Nach der Grundierung ging es mit Grün los. Darüber kamen blaue Lasuren mit Glaze Medium, sodass die darunterliegenden Farbtöne stellenweise erhalten blieben. Zum Schluss habe ich die Wellenkämme mit Weiß hervorgehoben und Schaum ergänzt. Gerade bei diesem Schritt musste ich mich etwas bremsen, damit noch genügend Wasser zwischen den weißen Stellen sichtbar bleibt.
Rund um die Insel kamen kleine Steine und zusätzliche Brandung dazu. Dieser Übergang hat die Szene für mich erst richtig verbunden. Vorher hatte ich einen bemalten Felsen und eine Wasserfläche. Mit den Steinen und dem Schaum wirkte die Insel zunehmend wie ein Teil der Umgebung.
Die kleinste Figur hatte es in sich
Neben Drogon steht Daenerys mit gerade einmal 43 Millimetern Höhe. Nach den großen Flächen des Drachen war das eine ordentliche Umstellung. Bei ihr habe ich mich auf eine saubere, erkennbare Farbaufteilung konzentriert: helle Haut und Haare, blaue Kleidung und dunkle Stiefel. Auch die kleine goldene Kette hat ihren Platz bekommen.
Irgendwann war dann der Punkt erreicht, an dem weitere Versuche eher etwas verschlechtert hätten. Aus normalem Betrachtungsabstand passt sie für mich in die Szene. Gleichzeitig zeigt sie erst, wie gewaltig Drogon neben einem Menschen wirkt.
Jetzt ist der Basteltisch wieder etwas freier und das fertige Diorama hat seinen Platz. Es stecken viele Abende darin, manche Korrektur und auch ein paar Momente, in denen ich erst überlegen musste, wie es weitergeht. Umso schöner ist es, jetzt davorzustehen und zu wissen: Das habe ich selbst gedruckt, bemalt und aufgebaut. Und ja, das Feuer schalte ich immer noch gerne ein.
3D-Modell: Dany and Drogon von VS3d / Vengeance Studios 3D
Druck, Bemalung, LED-Effekt und Meeresgestaltung: von mir.
A Dragon Moves In
Whenever I switch on the diorama now, I briefly remember the loose wires hanging out of Drogon’s mouth a few weeks ago. Back then, plenty of parts were still scattered across the workbench, with quite a bit of work left to do. Now the dragon stands on his island with his wings spread, Daenerys beside him and a glowing stream of fire in front. This was the moment I had been looking forward to.
The diorama stands 54 centimetres tall, so it catches the eye even with the lights off. In the evening, though, it takes on a different character. The fire lights up the scales, rocks and waves, bringing out areas that look quite different under normal room lighting. After finishing it, I certainly switched it on more than once to have another look from a different angle.
From Printed Parts to a Painted Dragon
The model is called “Dany and Drogon” by VS3d / Vengeance Studios 3D. The sculpting credit belongs to them. My work started with printing, assembly and painting, followed by the sea scenery and the illuminated fire effect.
I was glad I had kept the wings separate for painting. Their size would have made turning the fully assembled dragon around rather awkward. This way, I could work on both sides before dealing with the joins to the body. Careful highlights helped reveal the texture of the dark scales, alongside the red areas and lighter horns and spikes.
Of course, some parts needed another attempt. A transition might look too sharp, or a colour would not work quite as well once everything was together. I also revisited the feet, eyes and mouth. Resin added a shine that works particularly well inside the mouth. Those corrections take time, but when something keeps bothering me every time I look at it, I would rather go back and fix it.
Fire from Simple Materials
A fire-breathing dragon needs a suitable effect. Mine uses a wooden rod, cotton wool and LED filaments in two different colours. That sounds fairly straightforward. The real challenge was shaping the cotton so that it starts narrow at the mouth and widens into an uneven stream.
I fixed the cotton with hairspray before adding colour. Throughout the process, I kept switching on the LEDs because the paint also affects how the light travels through the fibres. Something that looks right with the lights off can appear completely different when illuminated. Gradually, I arrived at the yellow, orange and red areas I was happy with.
The power supply is hidden inside the base. Built-in 18650 rechargeable batteries can be charged through USB, with a switch on the side to operate the lighting. The diorama can therefore stand without a charging cable attached. After putting so much work into the scene, I wanted the wiring tucked away neatly too.
Making a Sea from Aluminium Foil
The water did not require an elaborate pour. I shaped the larger waves from aluminium foil and arranged them on the base, then covered the surface with another crumpled sheet. The raised forms provide the main waves, while the smaller creases give the surface its texture.
After priming, I started with green paint. Blue glazes mixed with glaze medium went over that, allowing some of the underlying colour to remain visible. White highlights and foam came last. At that stage, I had to hold back a little so that enough water remained visible between the white patches.
Small stones and extra foam around the island helped bring the scene together. That shoreline made a noticeable difference to me. The painted rock and the water began to feel like parts of the same setting.
The Smallest Figure Was a Challenge
Daenerys stands beside Drogon at just 43 millimetres tall. After working on the dragon’s large surfaces, she required quite a change of approach. I concentrated on clear colours: pale skin and hair, blue clothing and dark boots. The little gold chain received some attention as well.
Eventually, I reached the point where further attempts were more likely to spoil something than improve it. From a normal viewing distance, she fits the scene well for me. She also provides a sense of just how enormous Drogon is beside a person.
Now there is a little more room on the workbench, and the finished diorama has found its place. It holds many evenings of work, several corrections and a few moments spent figuring out what to do next. That makes it all the more satisfying to stand back and know that I printed, painted and built it myself. And yes, I still enjoy switching on the fire.
3D model: Dany and Drogon by VS3d / Vengeance Studios 3D
Printing, painting, LED effect and sea scenery: My own work.
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