Heute zeige ich euch wie ich einen Honiglöffel aus Birkenholz gedrechselt habe.
Ich nahm mir einen noch frischen Scheit einer Birke, in etwa das Viertel eines Stammes, und beschlug es mit meinem Beil. Dabei hackte ich immer erst von unten nach oben und Fächerte das Holz Lamellenartig auf, bevor ich dann von oben die Holzlamellen weg hackte. Das machte ich an allen Ecken, bis der Scheit einigermaßen Rund war.
Dann kam dieses Gerät zum Einsatz.
Ein sogenanntes „shaving horse“, oder auch einfach „Schnitzbank“. Ich finde es erinnert tatsächlich an ein Pferd! Mit Hilfe der Schnitzbank konnte ich meinen Honiglöffelrohling noch etwas besser abrunden. Dabei setzt man sich auf das „Pferd“ und spannt das Werkstück ein, indem man mit den Füßen gegen die „Steigbügel“ tritt. So hat man beide Hände frei und kann das Holz sicher mit dem Zugmesser bearbeiten.
Nun war der Rohling einigermaßen Rund, und es ging ab zur Wippdrehbank. Ich spannte mein Holz ein und fing an zu drechseln.
Als erstes drechsle ich mir immer eine kleine Mulde für die Schnur der Drechselbank, damit verhindere ich das mir die Schnur, während ich den Rest bearbeite, in die Quere kommt.
Jetzt kommen verschiedene Hohlbeitel zum Einsatz, zuerst ein sehr breiter für die groben Oberflächenarbeiten, und für die genaueren, detaillierteren Arbeiten ein schmalerer. So drechsle ich nach und nach zuerst die grobe Form des Honiglöffels bevor ich mich mit den Feinheiten befasse.
Habe ich meine Wunschform erreicht, kommt der schwierigste Part, die Kerben die später den Honig auffangen. Geht hier etwas schief, kann man meistens von vorn anfangen. Als Werkzeug hierbei dient ein einfacher schmaler Stechbeitel bzw. Stemmeisen.
Ist auch das gemeistert kann der Honiglöffel noch grob beschliffen werden. Da das Holz noch nass ist muss man dafür grobes Schleifpapier verwenden.
Dann muss der fast fertige Honiglöffel ein paar Tage trocknen, bis man ihn endgültig beschleifen kann. Dafür lasse ich die Endstücke noch dran, um ihn nochmal in die Drechselbank einspannen zu können. Denn so geht das Schleifen viel schneller, man bringt sein Werkstück zu drehen und hält das Schleifpapier verschiedener Körnungen einfach dran. Als letztes sägt man dann noch die Endstücken ab und beschnitzt und beschleift die Enden des Honiglöffels wie man mag.
Und zum Schluss sieht das ganze dann so aus!