Vor kurzem unterrichtete ich One Simple Change für mehr Lebensqualität an der Heilpraktikerschule. Es ging um minimale tägliche Veränderungen, die das Leben hin zu mehr Lebensqualität führen. Der Renner war der Gute-Nacht-Kuss :-)
Es ging auch ums Ausmisten. Da war ich direkt in ein Wespennest getreten. Jedem der Gruppe war klar, dass es zu viele Sachen hat und dass viele der zu vielen Dinge anderen Menschen was bringen würden, wenn man sie nur weggeben könnte. Dann kam aber immer das "Aber ...". Die Idee war (ich hatte sie von Louis Howes übernommen), jeden Tag einen Gegenstand auszumisten. Egal ob ein Buch, eine CD oder noch was kleineres. "Da werde ich in meinem Leben nicht mehr fertig", war eine der Aussagen, also lieber gleich gar nicht beginnen.
Was ist mit diesen Dingen, die wir Jahre oder Jahrzehnte haben, sie nicht benutzen und größtenteils nicht einmal sehen, weil sie im Keller liegen oder sonst in einer hinteren Ecke vom Schrank verstaut sind? Haben sie in dieser versteckten Zeit eine Auswirkung auf unser Leben?
Die eigentliche Auswirkung haben sie dann, wann wir sie wieder benutzen oder hervorkramen um sie abzugeben. Dann kommen die Erinnerungen hoch und der Gegenstand gewinnt wieder an Wert, was es in der Folge schwerer macht, ihn abzugeben.
Gestern habe ich Fernsehen geschaut. Einer der Darsteller las eine Todesanzeige und sagte "an den habe ich seit 60 Jahren nicht gedacht". Danach wurden die Erinnerungen eingeblendet und auch ein Bogen zur Gegenwart gespannt.
Der Mechanismus war der gleiche wie fürs Ausmisten. Die Erinnerung und erneute Wertsteigerung (emotional) kam durchs Lesen der Todesanzeige. Und es stellt sich die Frage: hat der Verstorbene einen Einfluss aufs Leben gehabt, solange man nicht an die Person dachte?
Wir sind oft dazu geneigt, unsere Verhaltensmuster und generell unsere Probleme in der Vergangenheit zu suchen. Dies trifft auch immer wieder zu. Gleichzeitig erkennen wir Vieles erst dadurch, dass wir es wieder hervor kramen, wie Gegenstände die wir abgeben möchten, oder ent-decken", wie eine Todesanzeige. Wie ist es hier mit der Beantwortung der Frage: hat das Hervorgekramte oder Entdeckte vor dem Hervorkramen und Entdeckt-werden einen Einfluss auf unser Leben gehabt?
Bei den Gegenständen und dem Todesfall beantworten wir vielleicht die Frage mit "eher nicht". Bei Kramen in unserer Vergangenheit gehen wir dabei eher davon aus, dass der Einfluss gegeben war.
Bewerten wir es einfach nur anders oder sind andere Mechanismen am Werk?
Ich möchte eine Beantwortung offen lassen, denn das Interessante an der Sache ist, darüber nachzudenken :-)
Vielen Dank fürs Lesen @gregor.peters