Ich befinde mich ja schon eine ganze Weile bei den Kryptos knapp unter der knallroten Linie meiner selbst definierten Akzeptanz. Und die würde so manch anderer vermutlich bereits als grob fahrlässig bezeichnen. So what? Ich bin halt nicht nur in einigen Fällen sehr defensiv, sondern eben auch manchmal ein sehr progressiver Charakter. Trotzdem halte ich es für sehr wichtig, dass man sich an die eigenen Regeln stark hält, damit man diese nicht immer weiter aufweicht und sich dann irgendwann in einer Situation befindet, die man bereut.
Da in den letzten Monaten verstärkt Geld in die Wertpapiere geflossen sind, sanken die Kryptos ganz leicht unter die Barriere und das FOMO leistete mal wieder volle Arbeit. Da ich nun etliche Monate lang gar nichts mehr gekauft habe, wollte ich nochmal einen Schluck aus der Pulle nehmen, damit das ganze wenigstens ein halbwegs intakter Sparplan bleibt.
Also habe ich Bitcoin und Cardano nachgelegt. Cardano, weil ich die Preise weiterhin für fair halte und Bitcoin, da es eben der Platzhirsch ist und ich zumindest einen kleinen Teil dort angelegt haben möchte. Wann mein ihr, hat der gute Gamma nun aber gestern gekauft? ;)
Möchte jemand raten zu welchem Zeitpunkt ich die Transaktionen getätigt habe? Richtig beim letzten kurzen grünen Zucken bevor der kleine Crash gestern kam und Bitcoin um fast 6% runterhaute, Cardano mit ähnlicher Bewegung sogar um 10%. Das stört mich finanziell gar nicht so sehr, kratzt aber schon ein wenig am Ego. Wäre ich doch nur vorher auf der Toilette gegangen...
So mancher Zeitgeist mag sich da ja schon in Paranoia flüchten und sich einbilden, dass sich die ganze Welt gegen einen Verschworen hat und man nur auf den Zeitpunkt wartete, dass man selbst einsteigt, um die Preise nach unten zu drücken. Das sind dann auch immer jene Leute, denen ich empfehle einen guten Psychiater zu suchen. Würde die Mächtigen des Kryptospaces wegen meiner paar Euro einen solchen Auflauf machen, würde ich mich schlapp lachen und das Geld schon aus Gründen der Unterhaltung kaufen.
Aber das Beispiel zeigt wieder einmal sehr schön wie furchtbar unberechenbar der Kryptomarkt eben ist und das man als Investor dort wirklich Nerven aus Stahl braucht und noch wichtiger: Geld, dass man bereit ist zu 100% zu verlieren. Die Glücksritter, die eine Hypothek aufs Haus aufnehmen und alles in die Arena werfen sind aktuell recht überschaubar. Trotzdem heißen niedrige Kurse immer noch lange nicht, dass es nun wieder alles aufwärts geht.
Der Spieler und Spekulant kann sich bei solchen Aktionen wirklich sehr böse die Finger verbrennen und ich bin wirklich sehr froh, dass ich auf lange Sicht kaufe. Das Zeug muss ohnehin erst einmal ein Jahr reifen, bevor ich es wieder zu Geld machen kann, da die Steuer sonst greift. Trotzdem... der Markt hätte meine Rückkehr nach all den Monaten ruhig ein wenig feiern können. Aber so... C'est la vie!