Die Mehrheit der Deutschen neigt immer noch dazu sein Sparvermögen irgendwo auf dem Konto oder einem Sparbuch vergammeln zu lassen. Die ist in einer Niedrigzinsphase extrem dämlich! Gerade eben dann, wenn der Chef der EZB erklärt mit allen Mitteln die Inflation anzuheißen. Man muss sich das mal auf der Zunge zergehen lassen! Obwohl die Inflation angeheizt wird, halten es Leute für eine gute Idee nichts zu machen.
Liegt das daran, dass Leute Inflation nicht verstehen? Das ist ein ganz einfacher Sachverhalt eigentlich. Jedes Jahr produziert die Wirtschaftswelt eine bestimmten Satz an Gütern. Diese existieren real und können nicht leicht gesteigert werden. Sie wurden schlichtweg gefertigt und werden nun am Markt verkauft. Diesem gegenüber steht eine bestimmte Menge Geld für die man diese Güter kaufen kann. Bei einer Inflation spricht man dann, wenn plötzlich mehr Geld zur Verfügung steht um eben diese Güter zu kaufen.
Den was machen die Händler, wenn sie merken, dass der Käufer plötzlich mehr Geld zur Verfügung hat um die gleichen knappen Güter zu kaufen? Richtig sie heben die Preise an um ebenfalls ein Stück vom Kuchen abzukriegen. Es wird alles teurer. Das Ziel in der Eurozone ist es jedes Jahr die Inflation bei 2% zu halten, was mehr oder minder gut funktioniert. D.h. wenn ihr weniger als 2% einnehmt, verliert ihr effektiv Kaufkraft auch wenn die Zahl auf Eurem Konto gleich bleibt. Und das ist der Grund, wieso Draghi die Geldpresse so fleißig am laufen hat um das im Umlauf befindliche Geld zu erhöhen.
Die einfachste Alternative dem zu entgegen ist üblicherweise der Aktienhandel. Und unsere eifrigen Sparer beginnen dort meist dann sehr obskur zu werden. Das häufigste Argument, was man nämlich hört ist folgendes: "Da habe ich keinen Wert mehr!"
Es gibt Leute, die wirklich und ernsthaft glauben, dass eine Aktie keinen Wert hat und man quasi Geld gegen Luft tauscht. Das ist ein so fundamentales Missverständnis von dem, was damit abgebildet wird. Die Ursorge hier ist vermutlich zumeist, dass die Preise an der Börse stark schwanken und man somit dort einen Preis hat, der eigentlich gar nichts mit dem realen Wert des Unternehmens zu tun hat.
Doch eine Aktie ist eben nicht ein Stück Luft, sondern es ist ein verbriefter Anteil an einem Unternehmen. Fast so als würdest ihr mit einem Kumpel einen Laden aufmachen und dort 30% Kapital einlegen. Der Laden wird von dem Kumpel betrieben und ihr erhaltet für Euren Anteil dann eben 30% der Einnahmen. Genau das gleiche Prinzip, nur eben verbrieft und das es mehr Freunde gibt, die sich gegenseitig überbieten um eben einen Anteil davon zu erhalten.
Den ja! An der Börse kauft man oft mehr als ein 1€ für einen 1€-Anteil. Das mag erstmal ein wenig paradox anhören, aber viele der Titel sind eben schon lange am Markt und sind entsprechend gewachsen. Ein wichtiger und leicht zu verstehenende Kennzahl für Aktionäre ist der KGV (Kurs-Gewinn-Verhältnis). Wieviel muss ich ausgeben, um einen Gewinn zu erhalten. Wenn ich eine Aktie für 100€ erwerbe und ein Gewinn von 8€ erwartet wird, ergibt sich ein KGV von 12,5. D.h. nach 12,5 Jahren habe ich meine investierten 100€ aus dem Unternehmen wieder erwirtschaftet.
Der typische Richtwert hier liegt bei ca. 15 Jahren. Kleinere Werte sind besser, größere Werte sind schlechter. Der Richtwert hilft nicht wirklich dabei ein Unternehmen richtig einzuordnen, ist aber eine gute Möglichkeit für einen Laien eine erste Einordnung vorzunehmen.
Er zeigt auch gleichzeitig, dass eben die Preise an der Börse nicht aus der Luft gegriffen sind, sondern eben durchaus realwirtschaftlich geerdet sind. Den an einem gesunden Markt kämpfen ständig Leute darum ihre Anteile auszubauen bzw. gewinnkräftig zu verkaufen. Sie validieren die ganze Zeit, ob der Preis noch angemessen ist oder eben nicht.
Aber wenn die große Katastrophe kommt! Wenn die wirklich große Katastrophe kommt, spielt es auch keine Rolle mehr. Fragt doch mal Oma und Opa, wie das damals eigentlich war als plötzlich die Währung weggebrochen sind. Es war weg! Jede Währung ist nur soviel Wert, wie die Leute dort einen Wert reininterpretieren. Hört dies auf, ist man wertlos. Aber Achtung! Wer damals Aktien hatte, konnte durchaus aus dem Krieg kommen und noch etwas in den Händen halten. Den es waren eben Anteile an einen Unternehmen. Und wenn nicht gerade ein Bomber eben dieses platt gemacht hat oder der Russe es beschlagnahmt hat, hielt man noch etwas in den Händen.
Wer also wirklich glaubt, dass Aktien nichts wert sind oder nicht eine Option sind um sich gegen Krisen abzusichern, sollte noch einmal tief in sich gehen und wirklich ernsthaft mit dem Thema beschäftigen. Das wirklich tolle daran ist jedoch, dass die meisten Katastrophen eben ausbleiben und nur in den Köpfen der Leute existieren. Und in dem Fall kann man wesentlich mehr als nur 2% erreichen und die Inflation schlagen, so dass man am Ende des Jahres etwas extra im Geldbeutel hat.
Dann muss man sich auch nicht mehr ständig beklagen, dass alles teurer wird. Aber ja, einige brauchen soviel Zeit beim Jammern, dass sie zu gar nichts anderem mehr kommen ;)